Aus der Fundgrube: 2 Moisin-Nagant Bajonette .

2x M 91/30 . Z2
491745
120,00

Aus der Fundgrube: 2 Moisin-Nagant Bajonette .

Die beiden Mosin-Nagant Bajonette vom Typ M 91/30 repräsentieren ein bedeutendes Kapitel der russischen und sowjetischen Militärgeschichte. Diese Seitenwaffen dienten über mehrere Jahrzehnte hinweg als Standardausrüstung für eines der am weitesten verbreiteten Gewehrsysteme des 20. Jahrhunderts.

Das Mosin-Nagant-Gewehr wurde ursprünglich 1891 in der Russischen Armee eingeführt und nach seinen Entwicklern, dem russischen Hauptmann Sergei Iwanowitsch Mosin und dem belgischen Waffenkonstrukteur Léon Nagant, benannt. Das ursprüngliche Modell 1891 war ein Langgewehr mit einem charakteristischen Nadelbajonett, das dauerhaft an der Waffe befestigt war. Diese Konzeption entsprach der militärischen Doktrin des späten 19. Jahrhunderts, die dem Bajonettkampf noch erhebliche Bedeutung beimaß.

In den 1930er Jahren erkannte die Rote Armee die Notwendigkeit einer Modernisierung ihrer Standardbewaffnung. Das Jahr 1930 markierte einen wichtigen Wendepunkt mit der Einführung des Modells 91/30, einer verbesserten und rationalisierten Version des ursprünglichen Designs. Das Gewehr wurde verkürzt, die Visierung wurde auf das metrische System umgestellt, und verschiedene Fertigungsverfahren wurden vereinfacht, um die Massenproduktion zu erleichtern.

Das Bajonett M 91/30 war ein Nadelbajonett mit einer Gesamtlänge von etwa 510 Millimetern und einer Klingenlänge von ungefähr 430 Millimetern. Die charakteristische vierkantige Klinge war für ihre Robustheit und Durchschlagskraft bekannt. Der Schaft war üblicherweise aus Stahl gefertigt und endete in einer Tüllenhalterung, die über die Gewehrmündung gesteckt wurde. Ein seitlicher Verschlussmechanismus fixierte das Bajonett am Gewehr, wobei der Verriegelungsring über den Laufring geschoben wurde.

Die Markierung “Z2” deutet auf den Erhaltungszustand hin, was im Sammlerbereich üblich ist, um den Zustand militärischer Objekte zu klassifizieren. Diese Notation folgt typischen Bewertungssystemen für militärische Antiquitäten.

Während des Zweiten Weltkriegs erlebte das Mosin-Nagant-System seine intensivste Verwendung. Über 17 Millionen Exemplare der verschiedenen Mosin-Nagant-Varianten wurden während des Krieges produziert, hauptsächlich in sowjetischen Fabriken, die oft unter extremen Bedingungen arbeiteten. Die Gewehre und ihre Bajonette wurden in massiven Stückzahlen in Fabriken wie Tula, Izhevsk und Sestroretsk hergestellt. Während der deutschen Invasion wurden einige Produktionsstätten ostwärts verlegt, um sie vor feindlicher Eroberung zu schützen.

Das Bajonett war nicht nur eine Nahkampfwaffe, sondern erfüllte auch praktische Funktionen im Feldlager. Soldaten nutzten es zum Öffnen von Konserven, als Werkzeug beim Bau von Feldstellungen oder für andere alltägliche Aufgaben. Die sowjetische Militärdoktrin schrieb vor, dass das Gewehr normalerweise mit aufgepflanztem Bajonett verwendet werden sollte, da dies die Balance der Waffe verbesserte und die Zielgenauigkeit erhöhte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb das Mosin-Nagant M 91/30 noch Jahrzehnte in Verwendung. Es wurde an zahlreiche verbündete Staaten und Befreiungsbewegungen geliefert und sah Einsätze in Konflikten auf der ganzen Welt, von Korea über Vietnam bis zu verschiedenen afrikanischen und nahöstlichen Kriegsschauplätzen. Noch heute taucht die Waffe gelegentlich in Konfliktgebieten auf, was ihre Robustheit und Langlebigkeit unterstreicht.

Für Sammler militärischer Antiquitäten sind Mosin-Nagant-Bajonette von besonderem Interesse. Sie sind relativ häufig zu finden, da Millionen produziert wurden, aber dennoch von historischer Bedeutung. Die Herstellermarkierungen, Jahreszahlen und verschiedenen Fabrikzeichen auf den Bajonetten ermöglichen es Sammlern, ihre Herkunft und Produktionszeit zu bestimmen. Verschiedene Varianten existieren, darunter solche für spezielle Gewehrmodelle wie das Karabinermodell M38 und M44.

Die konservatorische Bedeutung solcher Objekte liegt in ihrem Zeugniswert für eine Epoche tiefgreifender militärischer und gesellschaftlicher Umwälzungen. Sie repräsentieren nicht nur Waffentechnologie, sondern auch die industriellen Kapazitäten der Sowjetunion, die Erfahrungen von Millionen Soldaten und die materielle Kultur des 20. Jahrhunderts.

Heute werden diese Bajonette in Museen, privaten Sammlungen und von Militaria-Enthusiasten bewahrt. Sie dienen als greifbare Verbindung zu einer vergangenen Ära und ermöglichen es nachfolgenden Generationen, die materielle Realität historischer Konflikte zu verstehen. Ihre Erhaltung und wissenschaftliche Dokumentation trägt zur Bewahrung des kulturellen Erbes bei und unterstützt die historische Forschung.