Fliegerschützenabzeichen - repariert
Das Fliegerschützenabzeichen stellt eine bedeutende Auszeichnung der deutschen Luftwaffe während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese besondere Qualifikationsauszeichnung wurde am 12. Januar 1935 durch den Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Hermann Göring, gestiftet und war für Bordschützen und Funker in Kampfflugzeugen bestimmt, die besondere Leistungen im Luftkampf erbracht hatten.
Die Verleihungskriterien für das Fliegerschützenabzeichen waren streng definiert. Ein Bewerber musste mindestens fünf Luftsiege als Bordschütze errungen oder durch hervorragende Schießleistungen im Kampf aufgefallen sein. Später, im Verlauf des Krieges, wurden die Bedingungen mehrfach angepasst, um den veränderten Kampfbedingungen Rechnung zu tragen.
Das vorliegende Exemplar wurde von W. Deumer aus Lüdenscheid hergestellt, einem der renommiertesten Hersteller militärischer Auszeichnungen während der NS-Zeit. Die Firma Wilhelm Deumer, gegründet 1863, hatte sich bereits im Ersten Weltkrieg einen Namen als Produzent von Orden und Ehrenzeichen gemacht. Während des Zweiten Weltkriegs gehörte Deumer zu den Hauptlieferanten der Wehrmacht und fertigte eine Vielzahl von Auszeichnungen in hoher Qualität.
Das Abzeichen besteht aus Zink, einem Material, das besonders in den späteren Kriegsjahren zunehmend verwendet wurde, als strategisch wichtige Metalle wie Buntmetalle knapp wurden. Die Verwendung von Zink ermöglichte eine kostengünstigere Massenproduktion, wobei die Qualität durchaus zufriedenstellend blieb. Das Material wurde häufig versilbert oder vernickelt, um ein ansprechenderes Aussehen zu erzielen.
Die Gestaltung des Fliegerschützenabzeichen zeigte typischerweise einen stilisierten Reichsadler mit gespreizten Schwingen, der ein Hakenkreuz in den Fängen hält, umgeben von einem ovalen Eichenlaubkranz. Darüber befanden sich häufig gekreuzte Maschinengewehre oder andere Symbole, die auf die Funktion als Bordschütze hinwiesen. Das Design verkörperte die militärische Ästhetik der Zeit und sollte die Verbindung von Tradition und moderner Luftkriegsführung symbolisieren.
Der reparierte Zustand dieses Exemplars ist besonders bemerkenswert und erzählt seine eigene Geschichte. Reparaturen an militärischen Auszeichnungen waren während und nach dem Krieg nicht ungewöhnlich. Soldaten und später Sammler ließen beschädigte Stücke oft instand setzen, da sie einen hohen persönlichen oder materiellen Wert besaßen. Typische Reparaturen betrafen die Nadel, die Spange oder den Haken auf der Rückseite, die durch häufiges Tragen abbrechen konnten.
Die Markierung mit dem Herstellernamen auf der Rückseite war bei hochwertigen Stücken Standard. Die Firma Deumer verwendete verschiedene Markierungen, darunter “W. Deumer”, “Deumer” oder nur das Kürzel “D”. Diese Herstellermarkierungen sind heute für Sammler und Historiker von großem Interesse, da sie die Authentizität und Herkunft eines Stückes belegen.
Nach Kriegsende 1945 wurden alle nationalsozialistischen Symbole und Auszeichnungen in Deutschland verboten. Das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen von 1957 regelte den Umgang mit solchen Objekten neu. Während das Tragen von Auszeichnungen mit Hakenkreuzen verboten blieb, wurde das Sammeln zu historischen und wissenschaftlichen Zwecken unter bestimmten Bedingungen erlaubt.
Heute sind Fliegerschützenabzeichen begehrte Sammlerstücke, die Einblick in die Militärgeschichte des Zweiten Weltkriegs geben. Ihre Erforschung trägt zum Verständnis der Organisationsstruktur, der Herstellungstechniken und der sozialen Bedeutung militärischer Auszeichnungen bei. Der reparierte Zustand dieses Exemplars mindert zwar den sammlerischen Wert, erhöht aber möglicherweise den historischen Aussagegehalt, da er auf eine tatsächliche Verwendung und Wertschätzung des Objekts hinweist.