III. Reich - D.A.K.T. - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Deutsche Sternfahrt zum Grossen Feldberg 1. Juli 1933 "

Buntmetall emailliert, 60 x 90 mm, mit 4 Bohrungen, Hersteller : L.Chr.Lauer Nürnberg, kleine Emaillichips aber sonst guter Zustand.
331445
220,00

III. Reich - D.A.K.T. - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Deutsche Sternfahrt zum Grossen Feldberg 1. Juli 1933 "

Die vorliegende nichttragbare Teilnehmerplakette dokumentiert ein bedeutendes Ereignis in der frühen Phase des Nationalsozialismus: die Deutsche Sternfahrt zum Großen Feldberg am 1. Juli 1933. Diese Veranstaltung fand nur wenige Monate nach der Machtergreifung statt und war Teil der umfassenden Bestrebungen des NS-Regimes, verschiedene Organisationen gleichzuschalten und die deutsche Automobilkultur für propagandistische Zwecke zu instrumentalisieren.

Der Große Feldberg im Taunus ist mit 879,5 Metern die höchste Erhebung dieser Mittelgebirgsregion nordwestlich von Frankfurt am Main. Seine exponierte Lage und die panoramische Aussicht machten ihn zu einem beliebten Ausflugsziel und damit zu einem symbolträchtigen Ort für Massenveranstaltungen. Die Wahl dieses Ortes für eine Sternfahrt im Juli 1933 war charakteristisch für die NS-Strategie, traditionelle deutsche Landschaften und Volksbräuche mit der neuen politischen Ideologie zu verknüpfen.

Die Abkürzung D.A.K.T. steht höchstwahrscheinlich für eine automobilbezogene Organisation der frühen NS-Zeit. Solche Sternfahrten waren beliebte Veranstaltungsformen im deutschen Motorsport und der Automobilkultur der 1920er und 1930er Jahre. Bei einer Sternfahrt starteten die Teilnehmer von verschiedenen Ausgangspunkten und trafen sich sternförmig an einem gemeinsamen Zielort – in diesem Fall dem Großen Feldberg.

Die Plakette selbst wurde von der renommierten Firma L.Chr. Lauer aus Nürnberg hergestellt, einem der bedeutendsten deutschen Hersteller von Orden, Ehrenzeichen und Plaketten. Das Unternehmen Christian Lauer wurde bereits im 19. Jahrhundert gegründet und hatte sich auf die Produktion hochwertiger Metallwaren spezialisiert. Während der NS-Zeit fertigte die Firma zahlreiche offizielle und inoffizielle Abzeichen, Plaketten und Ehrenzeichen für verschiedene Organisationen und Veranstaltungen.

Die technische Ausführung der Plakette entspricht dem hohen Standard, für den Lauer bekannt war: Buntmetall emailliert mit den Maßen 60 x 90 mm. Die vier Bohrungen zeigen, dass diese Plakette nicht zum Tragen am Körper gedacht war, sondern zur dauerhaften Befestigung an einem Fahrzeug, möglicherweise am Kühler oder an der Karosserie, oder zur Montage an einer Wand als Erinnerungsstück. Solche nichttragbaren Plaketten waren typisch für Automobil- und Motorsportveranstaltungen und dienten als dauerhafter Beweis der Teilnahme.

Der 1. Juli 1933 fällt in eine Zeit intensiver politischer Umwälzungen in Deutschland. Das NS-Regime hatte bereits das Ermächtigungsgesetz durchgesetzt, politische Gegner verfolgt und begonnen, alle gesellschaftlichen Bereiche zu kontrollieren. Automobilveranstaltungen wurden zunehmend für propagandistische Zwecke genutzt. Der Motorsport und die Automobilindustrie spielten eine wichtige Rolle in der NS-Propaganda, da sie technischen Fortschritt und deutsche Ingenieurskunst symbolisierten.

Die Emaillierungstechnik, die bei dieser Plakette verwendet wurde, war aufwendig und teuer. Das Verfahren erforderte mehrere Brennvorgänge bei hohen Temperaturen, um die farbige Glasmasse dauerhaft mit dem Metallträger zu verbinden. Die erwähnten kleinen Emaillechips sind typische Alterserscheinungen und mindern die historische Bedeutung des Objekts nicht. Im Gegenteil: Sie zeugen von der authentischen Nutzung und dem Alter des Stücks.

Solche Teilnehmerplaketten waren nicht nur Erinnerungsstücke, sondern auch Statussymbole. In einer Zeit, in der Automobilbesitz noch ein Privileg war, dokumentierte die Plakette die Zugehörigkeit zu einer Elite. Die Teilnahme an organisierten Motorsportveranstaltungen erforderte finanzielle Mittel und setzte den Besitz eines fahrtüchtigen Kraftfahrzeugs voraus – beides war in der Wirtschaftskrise der frühen 1930er Jahre keineswegs selbstverständlich.

Die Veranstaltung am Großen Feldberg reiht sich ein in eine Tradition von Automobil-Sternfahrten, die bereits in der Weimarer Republik beliebt waren. Das NS-Regime übernahm diese Tradition und funktionierte sie für seine Zwecke um. Solche Veranstaltungen dienten der Massenmobilisierung, der Demonstration technischer Leistungsfähigkeit und der Schaffung eines Gemeinschaftsgefühls unter den Teilnehmern.

Heute sind solche Plaketten wichtige zeitgeschichtliche Dokumente. Sie dokumentieren nicht nur die Geschichte des deutschen Motorsports, sondern auch die Durchdringung aller gesellschaftlichen Bereiche durch die NS-Ideologie bereits in den ersten Monaten nach der Machtergreifung. Für Sammler und Historiker bieten sie einen konkreten, materiellen Zugang zu dieser historischen Epoche und erinnern an die Instrumentalisierung von Freizeitaktivitäten und technischem Fortschritt für politische Zwecke.