III. Reich - Der Deutsche Automobil Club ( DDAC ) - nichttragbare Teilnehmerplakette - " D.D.A.C. Gau 15 Westmark Touristische Jahreswertung 1938 "

Feinzink getönt, teilweise blau lackiert, 73 x 73 mm, mit 2 Bohrungen, Hersteller : Lauer Nürnberg, Zustand 2.
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230,00

III. Reich - Der Deutsche Automobil Club ( DDAC ) - nichttragbare Teilnehmerplakette - " D.D.A.C. Gau 15 Westmark Touristische Jahreswertung 1938 "

Der Deutsche Automobil-Club (DDAC) und seine touristische Jahreswertung 1938

Die vorliegende Teilnehmerplakette des Deutschen Automobil-Clubs (DDAC) aus dem Jahre 1938 repräsentiert ein wichtiges Kapitel der deutschen Automobilgeschichte während der Zeit des Nationalsozialismus. Diese nichttragbare Plakette, hergestellt von der renommierten Firma Lauer Nürnberg, dokumentiert die organisierte Kraftfahrertätigkeit im Gau 15 Westmark.

Der DDAC im Dritten Reich

Der Deutsche Automobil-Club wurde 1933 durch die Zwangsvereinigung mehrerer bestehender Automobilclubs gegründet und dem Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) als Mitgliederorganisation angegliedert. Der DDAC übernahm die Rolle des einzigen reichsweit anerkannten Automobilclubs und diente der Gleichschaltung der deutschen Kraftfahrer. Bis 1939 wuchs die Mitgliederzahl auf über 1,6 Millionen an. Der Club war nicht nur für sportliche Veranstaltungen zuständig, sondern auch für die Verkehrserziehung, technische Überwachung und die Förderung des Kraftfahrwesens im Sinne der NS-Ideologie.

Die Gaustruktur und die Westmark

Der DDAC war nach dem Gausystem der NSDAP organisiert. Der Gau 15 Westmark wurde 1935 aus den Gauen Saar-Pfalz und Teilen des Gaues Koblenz-Trier gebildet, nachdem das Saargebiet nach der Volksabstimmung 1935 an das Deutsche Reich zurückgekehrt war. Die Westmark umfasste die Pfalz, das Saarland und angrenzende Gebiete. Diese Region spielte eine wichtige strategische Rolle, da sie an der Grenze zu Frankreich lag und die Infrastrukturentwicklung, einschließlich des Straßenbaus, von besonderer Bedeutung war.

Touristische Jahreswertungen

Die touristischen Jahreswertungen des DDAC waren Veranstaltungen, die die regelmäßige Teilnahme an motorsportlichen und touristischen Aktivitäten würdigten. Diese Wertungen dienten mehreren Zwecken: Sie förderten die Fahrtüchtigkeit der Mitglieder, stärkten die Bindung an die Organisation und dienten der Erfassung und Mobilisierung von Kraftfahrern für potenzielle militärische Zwecke. Teilnehmer mussten über das Jahr verteilt an verschiedenen Veranstaltungen, Orientierungsfahrten und Zuverlässigkeitsfahrten teilnehmen, um Punkte zu sammeln.

Das Jahr 1938 war in der Geschichte des Dritten Reiches von besonderer Bedeutung: Es war das Jahr des Anschlusses Österreichs, der Sudetenkrise und der zunehmenden Kriegsvorbereitungen. Die Förderung des Kraftfahrwesens hatte auch einen militärischen Hintergrund, da geschulte Fahrer im Kriegsfall für die Wehrmacht von großem Wert waren.

Herstellung und Gestaltung

Die Plakette wurde von der Firma Lauer aus Nürnberg hergestellt, einem der führenden Hersteller von Abzeichen, Plaketten und militärischen Auszeichnungen in der Zeit des Dritten Reiches. Die Firma Chr. Lauer Jr. war bekannt für die qualitativ hochwertige Verarbeitung von Feinzink und anderen Materialien. Die Verwendung von Feinzink mit teilweiser blauer Lackierung war typisch für nichttragbare Plaketten dieser Art. Die quadratische Form mit 73 x 73 mm und zwei Bohrungen zur Befestigung zeigt, dass die Plakette für die dauerhafte Anbringung an Fahrzeugen oder in Clubräumen bestimmt war.

Funktion und Bedeutung

Solche Teilnehmerplaketten hatten mehrere Funktionen: Sie dienten als Nachweis der aktiven Teilnahme an DDAC-Veranstaltungen, als Statussymbol innerhalb der Kraftfahrergemeinschaft und als Ausdruck der Integration in das NS-System. Die nichttragbare Form unterscheidet diese Plaketten von Orden oder Anstecknadeln – sie waren als Erinnerungsstücke und Nachweise gedacht, nicht als persönliche Auszeichnungen.

Historische Einordnung

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der DDAC aufgelöst. Die Alliierten verboten alle NS-Organisationen, einschließlich der Kraftfahrverbände. In der Bundesrepublik wurde 1948 der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) gegründet, der jedoch bewusst keine organisatorische Kontinuität zum DDAC herstellte. Objekte wie diese Plakette sind heute wichtige historische Zeugnisse für die Durchdringung aller Lebensbereiche durch nationalsozialistische Organisationen. Sie dokumentieren, wie selbst Freizeitaktivitäten wie der Automobilsport in das System der Gleichschaltung eingebunden wurden.

Für Sammler und Historiker stellen solche Plaketten wichtige Quellen dar, um die Struktur, Organisation und Aktivitäten des DDAC zu verstehen. Sie zeigen die regionale Gliederung, die Bedeutung sportlicher Veranstaltungen und die Verbindung zwischen ziviler Kraftfahrkultur und militärischer Vorbereitung im Dritten Reich.

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