III. Reich - Der Deutsche Automobil Club ( D.D.A.C. ) - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Motorrad-Rennen Hamburg-Farmsen 19. Juli 1936 Sieger-Rennen 2. Preis "

Messing, teilweise emailliert, 60 x 87 mm, rückseitig gemarkt mit H.C., Zustand 2.
331845
130,00

III. Reich - Der Deutsche Automobil Club ( D.D.A.C. ) - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Motorrad-Rennen Hamburg-Farmsen 19. Juli 1936 Sieger-Rennen 2. Preis "

Der Deutsche Automobil-Club (D.D.A.C.) und seine Motorsportplaketten im Dritten Reich

Die vorliegende Teilnehmerplakette zum Motorrad-Rennen Hamburg-Farmsen am 19. Juli 1936 repräsentiert ein faszinierendes Kapitel der deutschen Motorsportgeschichte während der nationalsozialistischen Ära. Der Deutsche Automobil-Club (D.D.A.C.) spielte eine zentrale Rolle in der Organisation und Förderung des Motorsports im Dritten Reich.

Der D.D.A.C. wurde 1903 in Stuttgart gegründet und entwickelte sich zum größten deutschen Automobilclub. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde der Club gleichgeschaltet und in die NS-Organisationsstruktur eingegliedert. 1933 wurde der D.D.A.C. dem Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) unterstellt, behielt jedoch seine eigenständige Organisationsstruktur bei. Der Club diente nicht nur der Förderung der Mobilität, sondern auch propagandistischen Zwecken des Regimes.

Der Motorsport nahm im nationalsozialistischen Deutschland einen besonderen Stellenwert ein. Die Machthaber erkannten früh das Potenzial von Motorsportveranstaltungen für die Selbstdarstellung des Regimes und die technologische Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie. Rennen wie jenes in Hamburg-Farmsen waren Teil eines umfassenden Netzwerks von Motorsportveranstaltungen, die im gesamten Reich stattfanden.

Die Rennstrecke in Farmsen, einem nordöstlichen Stadtteil Hamburgs, war eine der zahlreichen lokalen und regionalen Rennstrecken, die in den 1930er Jahren betrieben wurden. Solche Veranstaltungen zogen regelmäßig tausende Zuschauer an und dienten der Volksbelustigung sowie der Demonstration technischer Überlegenheit. Die Veranstaltung vom 19. Juli 1936 fand in einem bedeutsamen Jahr statt - wenige Wochen nach den Olympischen Sommerspielen in Berlin, die vom 1. bis 16. August 1936 stattfanden und bei denen das NS-Regime seine internationale Präsenz demonstrierte.

Die vorliegende Plakette aus Messing, teilweise emailliert, mit den Maßen 60 x 87 mm, ist typisch für die Auszeichnungen und Erinnerungsstücke jener Zeit. Die Kennzeichnung als “2. Preis” im “Sieger-Rennen” deutet darauf hin, dass es sich um eine Auszeichnung für eine herausragende Platzierung in einem der Hauptrennen des Tages handelte. Die Rückseitige Markierung “H.C.” verweist auf den Hersteller, wobei solche Herstellermarken für Sammler und Historiker wichtige Hinweise zur Authentizität und Datierung bieten.

Nichttragbare Plaketten dieser Art unterschieden sich von tragbaren Abzeichen und Medaillen. Sie waren als Erinnerungsstücke konzipiert, die aufbewahrt oder ausgestellt wurden, nicht aber an Uniformen oder Zivilkleidung getragen werden sollten. Die Emaillierung in Verbindung mit Messing war eine gängige Technik, die Langlebigkeit und ästhetische Qualität gewährleistete. Die Farbgebung folgte oft den Symbolfarben des Clubs oder des Veranstalters, häufig unter Einbeziehung der schwarz-weiß-roten Reichsfarben oder der Hakenkreuzsymbolik.

Der D.D.A.C. organisierte während der NS-Zeit zahlreiche Veranstaltungen unterschiedlicher Größenordnung. Neben großen internationalen Rennen wie dem Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring gab es hunderte lokale und regionale Veranstaltungen. Diese dienten nicht nur dem sportlichen Wettbewerb, sondern auch der Mitgliederbindung und der Verbreitung der NS-Ideologie im Motorsportmilieu.

Die Motorradindustrie erlebte in den 1930er Jahren in Deutschland einen erheblichen Aufschwung. Marken wie BMW, DKW, NSU und Zündapp waren international erfolgreich und dominierten viele Rennen. Der Motorsport diente als Entwicklungslabor für technische Innovationen, die später auch militärische Anwendung fanden. Die enge Verbindung zwischen zivilem Motorsport und militärischer Vorbereitung war charakteristisch für die NS-Zeit.

Nach 1945 wurde der D.D.A.C. aufgelöst. Seine Nachfolgeorganisationen in der Bundesrepublik Deutschland waren unter anderem der Automobilclub von Deutschland (AvD) und der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC), der heute der größte Automobilclub Europas ist.

Sammler und Historiker schätzen solche Plaketten als authentische Zeugnisse einer komplexen historischen Epoche. Sie dokumentieren nicht nur die Geschichte des Motorsports, sondern auch die Durchdringung aller Lebensbereiche durch die NS-Ideologie. Die Bewahrung und wissenschaftliche Aufarbeitung solcher Objekte dient dem historischen Verständnis und der kritischen Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.