Kriegsmarine Dolch für Offiziere .

Saubere Klinge mit früher "Schiffsätzung", Herstellermarke "F.W. Höller Solingen". Ausführung mit weißem Griff, intakte Drahtwicklung, beulenfreie Blitzscheide, komplett mit gebundenem Portepee und Gehänge, alle Teile besitzen noch sehr schöne Vergoldung. Ein gut erhaltener Kriegsmarine Dolch. Zustand 2
505945
1.550,00

Kriegsmarine Dolch für Offiziere .

Der Kriegsmarine-Offizierdolch: Symbol maritimer Tradition und militärischer Ehre

Der Kriegsmarine-Offizierdolch gehört zu den bekanntesten und begehrtesten militärischen Blankwaffen des Dritten Reiches. Als offizielles Seitengewehr der deutschen Marineoffiziere von 1938 bis 1945 repräsentierte dieser Dolch nicht nur militärischen Rang, sondern auch die jahrhundertealte maritime Tradition der deutschen Seestreitkräfte.

Historischer Hintergrund und Einführung

Mit der Wiederbewaffnung und dem Aufbau der Wehrmacht ab 1935 wurde auch die Kriegsmarine als moderne Seestreitmacht etabliert. Die Reichsmarine wurde am 1. Juni 1935 offiziell in Kriegsmarine umbenannt. Im Zuge dieser Reorganisation erhielten alle Teilstreitkräfte neue Uniformvorschriften und Ausrüstungsgegenstände. Der Offizierdolch der Kriegsmarine wurde durch die Anzugsordnung für die Kriegsmarine vom 1. Oktober 1938 offiziell eingeführt und ersetzte damit den bisherigen Reichsmarine-Dolch.

Technische Merkmale und Ausführung

Der Kriegsmarine-Offizierdolch zeichnete sich durch seine charakteristische Gestaltung aus. Die Klinge war zweischneidig geschliffen und wies typischerweise eine Länge von etwa 24 Zentimetern auf. Ein besonderes Merkmal war die Schiffsätzung auf der Klinge, die maritime Motive wie Anker, Tau und militärische Symbole zeigte. Diese Ätzungen wurden in unterschiedlichen Ausführungen angebracht, wobei frühe Produktionen oft detaillierter ausgeführt waren.

Der weiße Griff bestand aus Celluloid oder Bein und war mit vergoldetem Draht umwickelt. Diese Drahtwicklung diente sowohl dekorativen als auch praktischen Zwecken, da sie einen sicheren Halt gewährleistete. Das Griffstück wurde von einem vergoldeten Knauf mit Adler und Hakenkreuz sowie einem vergoldeten Parierelement mit dem charakteristischen Anker-Motiv der Kriegsmarine eingefasst.

Hersteller und Fertigung

Die Produktion der Kriegsmarine-Dolche lag in den Händen renommierter Solinger Klingenschmieden. F.W. Höller aus Solingen gehörte zu den anerkannten Herstellern militärischer Blankwaffen und belieferte die Wehrmacht mit qualitativ hochwertigen Erzeugnissen. Weitere bekannte Hersteller waren unter anderem Eickhorn, WKC (Weyersberg, Kirschbaum & Co.) und Carl Eickhorn. Die Hersteller brachten ihre Marken üblicherweise auf der Klingenrückseite an.

Scheide und Gehänge

Die Blitzscheide war ein charakteristisches Element des Kriegsmarine-Dolches. Sie bestand aus Blech, das mit schwarzem Leder oder Kunstleder überzogen war, und wies zwei vergoldete Beschläge auf. Der obere Beschlag zeigte häufig maritime Ornamente. Die Bezeichnung “Blitzscheide” rührte von der länglichen, blitzförmigen Form her. Die vergoldeten Metallteile korrespondierten mit den Beschlägen des Dolches selbst.

Das Gehänge bestand aus schwarzem Leder mit vergoldeten Beschlägen und ermöglichte das Tragen des Dolches an der Uniform. Das Portepee war ein gewebtes Band mit Troddel, das am Dolchgriff befestigt wurde und den Offiziersrang seines Trägers kennzeichnete. Das gebundene Portepee in vergoldeter Ausführung war Offizieren vorbehalten.

Tragevorschriften und Verwendung

Der Kriegsmarine-Offizierdolch war Bestandteil der Galauniform und wurde bei repräsentativen Anlässen, Paraden und offiziellen Zeremonien getragen. Die genauen Tragevorschriften waren in den Anzugsordnungen der Kriegsmarine festgelegt. Der Dolch wurde links getragen und mit dem Gehänge an der Uniform befestigt.

Rangabzeichen und Varianten

Während die Grundform des Dolches für alle Offiziersränge gleich war, unterschieden sich die Portepees je nach Rang. Admirale und höhere Offiziere trugen aufwendiger gestaltete Portepees mit speziellen Farbkombinationen. Es existierten auch Sonderausführungen für bestimmte Einheiten oder Anlässe, wobei die Standardausführung mit weißem Griff die verbreitetste Form darstellte.

Historische Bedeutung und Sammlerwert

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurden viele Kriegsmarine-Dolche von alliierten Soldaten als Souvenirs mitgenommen oder von der deutschen Zivilbevölkerung versteckt. Heute sind gut erhaltene Exemplare mit vollständiger Ausstattung gesuchte Sammlerobjekte. Der historische Wert dieser Dolche liegt in ihrer Bedeutung als Zeitzeugnisse einer spezifischen militärhistorischen Epoche.

Erhaltungszustand und Authentizität

Die Beurteilung von Kriegsmarine-Dolchen erfordert Fachkenntnis, da nach 1945 zahlreiche Fälschungen und Nachbildungen angefertigt wurden. Originale zeichnen sich durch typische Herstellermerkmale, Materialqualität und Fertigungstechniken aus. Die Vergoldung, die Qualität der Ätzung, die Beschaffenheit des Griffmaterials und die Machart der Scheide sind wichtige Authentizitätsmerkmale.

Der Kriegsmarine-Offizierdolch bleibt ein bedeutendes Objekt der Militaria-Geschichte und dokumentiert die Tradition militärischer Seitenwaffen in der deutschen Marine des 20. Jahrhunderts.