Lettland Porträtfoto eines Soldaten 

Postkartengröße, rückseitig mit Beschreibung, gebrauchter Zustand. 
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15,00

Lettland Porträtfoto eines Soldaten 

Historischer Kontext: Lettisches Soldatenporträt in Postkartengröße

Das vorliegende Portraitfoto eines lettischen Soldaten in Postkartengröße repräsentiert ein bedeutendes Zeitdokument aus einer turbulenten Periode der baltischen Geschichte. Solche fotografischen Portraits waren während des frühen 20. Jahrhunderts, insbesondere während und nach dem Ersten Weltkrieg, der Lettischen Unabhängigkeitskriege (1918-1920) und der Zwischenkriegszeit, weit verbreitet.

Fotografische Militärportraits im historischen Kontext

Das Format der Postkarte (in der Regel 9 x 14 cm oder ähnliche Maße) war seit den 1870er Jahren standardisiert und wurde zum bevorzugten Medium für persönliche Fotografien. Soldatenportraits in diesem Format dienten mehreren Zwecken: Sie waren Erinnerungsstücke für die Familie, Andenken für Kameraden und oft auch offizielle Dokumente. Die rückseitige Beschriftung, wie bei diesem Exemplar vorhanden, lieferte wichtige Informationen über den abgebildeten Soldaten, seine Einheit, den Rang oder das Datum der Aufnahme.

Lettlands militärische Geschichte

Die Geschichte Lettlands im 20. Jahrhundert war geprägt von dramatischen politischen und militärischen Umwälzungen. Nach Jahrhunderten unter deutscher, schwedischer, polnischer und russischer Herrschaft erklärte Lettland am 18. November 1918 seine Unabhängigkeit. Dies führte unmittelbar zu den Lettischen Unabhängigkeitskriegen, in denen die junge Nation gegen sowjetische, deutsche und baltisch-deutsche Streitkräfte kämpfen musste.

Die Lettische Armee wurde in dieser Zeit aus verschiedenen Komponenten aufgebaut: ehemalige Lettische Schützen-Regimenter (Latviešu strēlnieki), die während des Ersten Weltkriegs in der russischen Armee gedient hatten, Freiwillige und Wehrpflichtige. Diese Einheiten kämpften von 1918 bis 1920 gegen die Westrussische Freiwilligenarmee unter Pavel Bermondt-Avalov, die Baltische Landeswehr und die Rote Armee.

Uniformen und militärische Identität

Die Uniformierung der lettischen Streitkräfte entwickelte sich schrittweise. Zunächst trugen viele Soldaten noch russische Uniformen aus dem Ersten Weltkrieg, teilweise mit lettischen Abzeichen. Ab 1919 entwickelte sich eine eigenständige lettische Militäruniform, die britische, französische und deutsche Einflüsse zeigte, da Lettland militärische Unterstützung von verschiedenen Westmächten erhielt.

Die Zwischenkriegszeit (1920-1940) war für Lettland eine Periode relativer Unabhängigkeit. Die lettischen Streitkräfte wurden professionalisiert und modernisiert. Soldatenportraits aus dieser Ära zeigen typischerweise Uniformen mit charakteristischen lettischen Elementen wie dem lettischen Wappen (aufgehende Sonne über dem Meer) und spezifischen Rangabzeichen.

Fotografische Ateliers und militärische Fotografie

In lettischen Städten wie Riga, Liepāja, Daugavpils und Jelgava etablierten sich zahlreiche fotografische Ateliers, die auf Militärportraits spezialisiert waren. Diese Studios boten standardisierte Hintergründe, professionelle Beleuchtung und oft auch Requisiten an. Soldaten ließen sich typischerweise vor neutralen Hintergründen in voller Uniform fotografieren, oft mit Orden, Abzeichen und Waffen.

Die rückseitige Beschriftung konnte den Namen des Fotografen, das Atelier, den Ort und manchmal auch den Namen des Soldaten, sein Regiment oder seine Einheit enthalten. Diese Informationen sind heute von unschätzbarem Wert für die historische und genealogische Forschung.

Die sowjetische und deutsche Besatzung

Mit dem Hitler-Stalin-Pakt von 1939 und der anschließenden sowjetischen Besetzung 1940 endete Lettlands Unabhängigkeit. Die lettische Armee wurde aufgelöst oder in sowjetische Einheiten integriert. Während der deutschen Besatzung (1941-1944) wurden lettische Einheiten in der Wehrmacht und später in der Waffen-SS (insbesondere die Lettische Legion) aufgestellt. Nach 1944 folgte die erneute sowjetische Herrschaft bis 1991.

Sammlerwert und historische Bedeutung

Lettische Militärfotografien sind heute wichtige historische Dokumente und begehrte Sammlerstücke. Sie dokumentieren nicht nur militärische Uniformen und Ausrüstung, sondern auch die Gesichter der Menschen, die in diesen turbulenten Zeiten dienten. Der “gebrauchte Zustand” solcher Fotografien – mit möglichen Gebrauchsspuren, Knicken oder Verfärbungen – zeugt von ihrer authentischen Geschichte und davon, dass sie tatsächlich als persönliche Andenken verwendet wurden.

Für Historiker, Uniformkundler und Sammler bieten solche Portraits wertvolle Einblicke in die militärische Geschichte Lettlands. Sie ergänzen offizielle Dokumente und Aufzeichnungen durch die persönliche Dimension individueller Militärdienstleistung und sind unverzichtbare Quellen für das Verständnis dieser prägenden Epoche baltischer Geschichte.