Luftwaffe Afrikakorps Tropenhelm 1. Model 

frühe Korkausführung, mit sandfarbenen Leinen bezogen, komplett mit beiden Emblemen in Buntmetall, brauner Kinnriemen. Innen mit Herstellerstempel "C.Pose", Größe ca. Größe 56. Leicht getragen, Zustand 2.
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Luftwaffe Tropenhelm 1. Modell – Ein Relikt aus dem Afrikafeldzug

Der hier vorgestellte Luftwaffe Tropenhelm 1. Modell gehört zu den begehrtesten Ausrüstungsgegenständen des Zweiten Weltkriegs unter Sammlern militärischer Objekte. Dieser Helm, hergestellt von der Berliner Firma C. Pose in der Größe 56, repräsentiert eine faszinierende Schnittmenge aus tropischer Militärmedizin, Materialwissenschaft und den operativen Realitäten des Nordafrikafeldzugs.

Entstehungsgeschichte

Ende 1940, im Vorfeld des bevorstehenden deutschen Engagements auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz, wurde das Tropeninstitut der Universität Hamburg mit der Entwicklung tropentauglicher Uniformen und Ausrüstungsgegenstände beauftragt. Der Tropenhelm basierte auf dem Design des früheren Kriegsmarine-Tropenhelms und erhielt die Bezeichnung Modell 1940 (M1940). In seiner Grundform war er stark vom britischen Wolseley-Muster beeinflusst – eine bemerkenswerte Übernahme eines feindlichen Ausrüstungskonzepts, das sich in tropischen Einsatzgebieten des British Empire über Jahrzehnte bewährt hatte.

Die Luftwaffe entwickelte ihre tropische Uniform und Ausrüstung unabhängig vom Heer und der Kriegsmarine. Mehrere Hersteller waren an der Produktion beteiligt, darunter C. Pose (Berlin), Clemens Wagner und G.A. Hoffmann (Berlin). Das vorliegende Exemplar trägt den Herstellerstempel von C. Pose.

Konstruktion und Materialien

Der Tropenhelm 1. Modell zeichnet sich durch seinen geformten Korkkern aus, der mit sandfarbenem Leinen- oder Baumwollköperstoff bezogen ist. Die Helmkrone besteht aus sechs vertikal vernähten Segmenten mit einem horizontalen Band am Hinterkopf. Die umlaufende Krempe ist mit Leder eingefasst. Am Scheitel befindet sich ein abnehmbarer Belüftungsknopf mit drei Belüftungsöffnungen. Im Inneren ist ein Lederschweißband angebracht, ergänzt durch ein rotes Baumwollfutter in der Krone und ein olivfarbenes Baumwollfutter unter der Krempe. Im Kroneninneren befindet sich zudem ein Belüftungselement aus Messing oder einer Metalllegierung.

Der Helm trägt zwei geprägte Buntmetall-Embleme: Auf der linken Seite den Luftwaffe-Adler mit einer Flügelspannweite von etwa 64–68 mm, der ein Hakenkreuz umgreift, und auf der rechten Seite den Nationalfarbenschild (etwa 42–44 mm hoch und 35–38 mm breit) mit diagonalen schwarz-weiß-roten Streifen, wobei das Weiß durch das unbemalte Silbermetall dargestellt wird. Beide Insignien sind mittels Dreizack-Befestigungen gesichert, die im Helminneren umgebogen wurden. Der braune Lederkinnriemen mit Verstellschnalle vervollständigt das Ensemble.

Die Luftwaffe-Versionen unterschieden sich von den Heer-Helmen primär durch die Insignien sowie durch die typischerweise hellere, sandfarbene Tönung, während die Heer-Ausführungen eher oliv- oder khakifarbene Töne aufwiesen.

Einsatz im Feld

Der Helm war als Ersatz für die in Europa verwendeten Wollmützen und Stahlhelme konzipiert und sollte den Soldaten in der heißen afrikanischen Umgebung leichten Sonnenschutz bieten. Das Deutsche Afrika Korps (DAK) erreichte Tripolis im Februar 1941. Zunächst verwendeten die in Nordafrika stationierten Luftwaffe-Einheiten den Tropenhelm des 1. Modells, bis die Luftwaffe bis Mitte 1941 ihre eigene Version präsentierte, die bis auf die Insignien nahezu identisch mit der Heeresversion war.

Der Helm wurde an Luftwaffe-Personal ausgegeben, das in Nordafrika im Rahmen des DAK diente, sowie später an Personal in den südlichen Gebieten des europäischen Kontinents während der Sommermonate. Zu den Einheiten gehörten Flak-Artillerie-Einheiten sowie Verbände des Fliegerführer Afrika mit Jagd- und Erdkampfflugzeugen.

Trotz seiner Leichtigkeit und seines Tragekomforts erwies sich der Tropenhelm in der Praxis als ausgesprochen unbeliebt. Die Soldaten empfanden ihn als sperrig und schwer verstaubar. Vor allem bot er keinerlei Schutz gegen Kugeln oder Splitter. Viele Soldaten “verloren” ihren Helm bewusst und bevorzugten stattdessen die tropische Feldmütze, die deutlich praktischer war.

Varianten

Vom Tropenhelm existieren zwei Hauptvarianten: Das 1. Modell (Erste Muster) mit früher Korkbauweise und Baumwollköper- oder Leinenbezug, produziert von Ende 1940 bis etwa Mitte 1941. Das 2. Modell (Zweites Muster) wies einen Korkkern mit Filzbezug auf und wurde eingeführt, um Produktionszeit und Materialkosten zu senken.

Sammlerwert und Bedeutung

Nach dem Zusammenbruch der deutschen Streitkräfte in Nordafrika im Mai 1943 verblieben zahlreiche Helme in Lagerhäusern, wo sie von alliierten Truppen erbeutet wurden. Viele Exemplare waren nie ausgegeben worden. Während spätere Muster dadurch in der Nachkriegszeit relativ häufig vorkommen, gelten originale Tropenhelme des 1. Modells der Luftwaffe als selten und äußerst begehrt. Die Stoffkonstruktion machte die Helme extrem anfällig für starken Verschleiß und Beschädigungen im Feldeinsatz, weshalb gut erhaltene Exemplare besonders rar sind. Der Markt bewertet solche Stücke aktuell zwischen 900 und 1.400 US-Dollar.

Das vorliegende Exemplar mit seinem vollständigen Emblem-Paar, dem braunen Kinnriemen und dem Herstellerstempel von C. Pose stellt ein hervorragendes Beispiel dieses frühen Tropenhelm-Typs dar und bietet einen greifbaren Einblick in die logistischen und materiellen Herausforderungen, denen sich die deutsche Wehrmacht im nordafrikanischen Kriegstheater gegenübersah.