Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung ( NSKOV ) Adler für die Schirmmütze

Buntmetall, versilbert, das Zentrum lackiert. Zustand 2.
506845
70,00

Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung ( NSKOV ) Adler für die Schirmmütze

Der NSKOV-Adler für die Schirmmütze stellt ein bedeutendes Beispiel nationalsozialistischer Organisationsinsignien dar, die während der Zeit des Dritten Reiches von 1933 bis 1945 verwendet wurden. Die Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung (NSKOV) war eine paramilitärische Massenorganisation, die sich der Betreuung und Versorgung von Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen widmete.

Die NSKOV wurde offiziell am 27. Februar 1934 durch die Zusammenlegung mehrerer bestehender Kriegsopferverbände gegründet, nachdem diese im Rahmen der nationalsozialistischen Gleichschaltungspolitik aufgelöst worden waren. Zu den aufgelösten Organisationen gehörten der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebenen sowie weitere kleinere Verbände. Die Organisation unterstand direkt der NSDAP und wurde von Oberlindober Hanns Oberlindober und später von anderen hochrangigen Parteifunktionären geleitet.

Das vorliegende Stück ist ein Mützenadler aus Buntmetall mit Versilberung und lackiertem Zentrum, der auf der Schirmmütze der NSKOV-Mitglieder und -Funktionäre getragen wurde. Die Herstellung solcher Abzeichen erfolgte nach präzisen Vorschriften, die in den Uniformordnungen der Organisation festgelegt waren. Das Design folgte dem typischen nationalsozialistischen Adler-Motiv, wobei der Adler mit ausgebreiteten Schwingen und gesenktem Blick dargestellt wurde.

Die technische Ausführung dieses Adlers zeigt die charakteristische Fertigungsmethode der 1930er und 1940er Jahre. Das Buntmetall, eine Kupferlegierung, wurde geprägt oder gegossen und anschließend versilbert. Das Zentrum, üblicherweise mit dem Hakenkreuz, wurde farbig lackiert, meist in Schwarz oder den Parteifarben. Diese Herstellungstechnik war kostengünstiger als massive Silberausführungen und ermöglichte eine Massenproduktion für die zahlreichen Mitglieder der Organisation.

Die NSKOV wuchs rasch zu einer der größten NS-Organisationen heran und zählte bis 1939 etwa 900.000 Mitglieder. Die Organisation bot ihren Mitgliedern verschiedene Leistungen, darunter finanzielle Unterstützung, medizinische Versorgung und soziale Fürsorge. Gleichzeitig diente sie der nationalsozialistischen Propaganda, indem sie Kriegsopfer instrumentalisierte und für die Mobilisierung der Bevölkerung einsetzte.

Die Uniformierung der NSKOV-Mitglieder war streng geregelt. Die Schirmmütze mit dem Adler war Teil der offiziellen Dienstkleidung und durfte nur von berechtigten Mitgliedern getragen werden. Die Uniformen unterschieden sich je nach Rang und Funktion innerhalb der Organisation. Neben der Schirmmütze gehörten braune Uniformhemden, schwarze Hosen und verschiedene Abzeichen zur Standardausrüstung.

Der historische Kontext dieser Insignien ist untrennbar mit der nationalsozialistischen Kriegsvorbereitung und -führung verbunden. Die NSKOV spielte eine wichtige Rolle bei der psychologischen Vorbereitung der Bevölkerung auf den Zweiten Weltkrieg. Durch die Glorifizierung der Kriegsopfer des Ersten Weltkrieges und die Pflege eines militaristischen Geistes trug die Organisation zur Kriegsbereitschaft bei.

Nach 1945 wurden alle nationalsozialistischen Organisationen einschließlich der NSKOV durch die Alliierten Kontrollratsbeschlüsse verboten und aufgelöst. Das Tragen von NS-Insignien wurde in Deutschland und Österreich gesetzlich untersagt. Heute haben solche Objekte ausschließlich historischen und musealen Wert und dienen der Dokumentation und Aufklärung über die nationalsozialistische Herrschaft.

Die Sammlerwertigkeit solcher Stücke ist umstritten. Während Museen und wissenschaftliche Einrichtungen derartige Objekte für Bildungszwecke sammeln und ausstellen, wird der private Handel kritisch beobachtet. In Deutschland regelt das Strafgesetzbuch (§ 86a StGB) den Umgang mit verfassungswidrigen Kennzeichen streng, wobei Ausnahmen für historische und wissenschaftliche Zwecke bestehen.

Der Zustand dieses Adlers wird als “Zustand 2” beschrieben, was auf eine gut erhaltene Patina mit leichten Gebrauchsspuren hinweist. Die Versilberung und Lackierung sind noch weitgehend intakt, was für ein über 75 Jahre altes Objekt bemerkenswert ist.