Tapferkeitsauszeichnung für Ostvölker 2. Klasse in Silber

Feinzink versilbert, am original Band mit Tragenadel. Zustand 2.
504145
150,00

Tapferkeitsauszeichnung für Ostvölker 2. Klasse in Silber

Die Tapferkeitsauszeichnung für Ostvölker 2. Klasse in Silber stellt ein bedeutendes Zeugnis der nationalsozialistischen Auszeichnungspolitik während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese Dekoration wurde speziell für ausländische Freiwillige aus den östlichen Gebieten geschaffen, die in den Reihen der deutschen Wehrmacht kämpften.

Am 14. Juli 1942 stiftete Adolf Hitler durch einen Führererlass die Tapferkeitsauszeichnung für Ostvölker in zwei Klassen. Diese Auszeichnung war Teil einer umfassenderen Strategie, die Loyalität und den Kampfgeist der sogenannten “Ostvölker” zu fördern, die in verschiedenen Hilfsverbänden und Kampfeinheiten der Wehrmacht dienten. Zu diesen Völkern gehörten unter anderem Angehörige aus den baltischen Staaten, der Ukraine, dem Kaukasus, Turkestan und anderen von Deutschland besetzten Gebieten der Sowjetunion.

Die 2. Klasse in Silber war die niedrigere der beiden Stufen dieser Auszeichnung. Die 1. Klasse wurde in Gold verliehen und stellte die höchste Ehrung für diese Soldaten dar. Die Verleihungskriterien waren in der entsprechenden Verordnung genau festgelegt: Die 2. Klasse konnte für Tapferkeit vor dem Feind, besondere Pflichterfüllung oder herausragende Leistungen im Kampf verliehen werden. Sie war vergleichbar mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse, das deutschen Soldaten verliehen wurde, stand jedoch in der offiziellen Hierarchie der deutschen Auszeichnungen deutlich niedriger.

Die vorliegende Auszeichnung besteht aus versilbertem Feinzink, was typisch für die Herstellung dieser Orden während der Kriegsjahre war. Aufgrund der zunehmenden Materialknappheit musste das Deutsche Reich bei der Produktion von Auszeichnungen auf kostengünstigere Materialien zurückgreifen. Das Design zeigt ein charakteristisches Schwertmotiv mit einem nach unten gerichteten Schwert, das von einem Lorbeerkranz umgeben ist. Auf der Vorderseite befindet sich typischerweise das Datum “1942” als Stiftungsjahr.

Das originale Band der Tapferkeitsauszeichnung für Ostvölker 2. Klasse war in charakteristischen Farben gehalten: ein hellblaues Band mit weißen Streifen an den Rändern und einem schwarzen Mittelstreifen. Diese Farbkombination unterschied sich deutlich von den Bändern deutscher Auszeichnungen und machte den Status des Trägers sofort erkennbar. Die Auszeichnung wurde an einer Tragenadel befestigt und auf der linken Brustseite der Uniform getragen.

Die Verleihung dieser Auszeichnungen war eingebettet in die komplexe und widersprüchliche Politik des nationalsozialistischen Regimes gegenüber den Völkern Osteuropas. Während die NS-Ideologie diese Völker als rassisch minderwertig einstufte, war die militärische Führung gezwungen, auf deren Unterstützung zurückzugreifen, um die massiven Verluste an der Ostfront auszugleichen. Bis zum Kriegsende dienten schätzungsweise über eine Million Freiwillige und Zwangsrekrutierte aus den Ostgebieten in verschiedenen Formationen der Wehrmacht und Waffen-SS.

Die Verleihungszahlen der Tapferkeitsauszeichnung für Ostvölker waren beträchtlich. Historische Quellen deuten darauf hin, dass mehrere zehntausend dieser Auszeichnungen in beiden Klassen vergeben wurden, wobei die 2. Klasse naturgemäß häufiger verliehen wurde als die 1. Klasse in Gold.

Nach dem Kriegsende 1945 verlor die Auszeichnung jegliche offizielle Bedeutung. In Deutschland und Österreich war und ist das öffentliche Tragen von NS-Auszeichnungen mit verfassungsfeindlichen Symbolen verboten. Heute haben diese Objekte ausschließlich historischen und sammlertechnischen Wert als Zeugnisse einer dunklen Epoche der deutschen und europäischen Geschichte.

Für die Geschichtsforschung sind solche Auszeichnungen wichtige materielle Quellen zur Untersuchung der Kollaborationspolitik während des Zweiten Weltkriegs. Sie dokumentieren die Versuche des NS-Regimes, militärische Unterstützung aus besetzten Gebieten zu mobilisieren, und werfen gleichzeitig Fragen über die Motive und Schicksale der Träger auf, die oft zwischen ideologischer Überzeugung, pragmatischen Erwägungen und Zwang schwankten.