Wehrmacht Erinnerungsabzeichen der 205. Infanterie-Division

Mützenabzeichen, Feinzink, hohlgeprägtes Divisionabzeichen in Form eines Fliegenpilz. Bodenfund, Zustand 3.

Die 205. Infanterie-Division wurde im August 1939 zunächst unter der Bezeichnung 14. Landwehr-Division in Freiburg im Breisgau/Wehrkreis V Stuttgart aufgestellt und am 1. Januar 1940 als Division der 3. Aufstellungswelle in die 205. Infanterie-Division umgruppiert. Nach dem Westfeldzug wurde die Division am 17. Juli 1940 bis auf das Stammpersonal beurlaubt und erst im Februar 1941 wieder einberufen. Ab 1941 Teilnahme der Division  im Rahmen der Heeresgruppe Mitte am Rußlandfeldzug.Bei der Heeresgruppe Nord kämpfte der Verband 1944 im Kessel von Kurland. Die Division ging bei der bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai geschlossen in die sowjetische Kriegsgefangenschaft.
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Wehrmacht Erinnerungsabzeichen der 205. Infanterie-Division

Das Erinnerungsabzeichen der 205. Infanterie-Division der Wehrmacht stellt ein faszinierendes Zeugnis der militärischen Tradition und Identität deutscher Truppenverbände während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese Mützenabzeichen, auch als Divisionsabzeichen oder Traditionsabzeichen bekannt, dienten der Identifikation und Stärkung des Korpsgeistes innerhalb der militärischen Einheiten.

Die 205. Infanterie-Division wurde im August 1939 zunächst als 14. Landwehr-Division in Freiburg im Breisgau im Wehrkreis V Stuttgart aufgestellt. Diese Aufstellung erfolgte im Kontext der deutschen Mobilmachung unmittelbar vor Beginn des Zweiten Weltkriegs. Am 1. Januar 1940 wurde der Verband in die 205. Infanterie-Division umbenannt und gehörte damit zur dritten Aufstellungswelle der Wehrmacht-Divisionen.

Das charakteristische Divisionsemblem in Form eines Fliegenpilzes (Amanita muscaria) ist ein ungewöhnliches und merkwürdiges Symbol in der Wehrmacht-Heraldik. Während viele Divisionen geografische Symbole, Runen oder stilisierte Wappen verwendeten, wählte die 205. Infanterie-Division dieses auffällige Naturmotiv. Die Symbolik des Fliegenpilzes könnte verschiedene Interpretationen zulassen, von regionalen Bezügen zu den Aufstellungsgebieten bis hin zu traditionellen militärischen Assoziationen.

Das vorliegende Abzeichen wurde aus Feinzink gefertigt und in Hohlprägung hergestellt, eine typische Produktionsmethode für Militärinsignien während des Krieges. Mit fortschreitender Kriegsdauer musste die Wehrmacht zunehmend auf kostengünstigere Materialien wie Zink zurückgreifen, da strategisch wichtige Metalle wie Messing und Bronze für die Rüstungsproduktion benötigt wurden. Die Hohlprägung ermöglichte eine kostengünstige Massenproduktion bei gleichzeitiger Materialersparnis.

Die Kampfgeschichte der 205. Infanterie-Division spiegelt den tragischen Verlauf des Zweiten Weltkriegs wider. Nach dem erfolgreichen Westfeldzug 1940 wurde die Division am 17. Juli 1940 bis auf das Stammpersonal beurlaubt, eine übliche Praxis zur Schonung von Ressourcen und Personal. Im Februar 1941 erfolgte die erneute Einberufung in Vorbereitung auf das Unternehmen Barbarossa, den Angriff auf die Sowjetunion.

Ab Juni 1941 nahm die Division im Rahmen der Heeresgruppe Mitte am Russlandfeldzug teil. Die Division kämpfte in den verheerenden Schlachten an der Ostfront und erlebte die extremen Bedingungen des Krieges in der Sowjetunion. 1944 wurde der Verband zur Heeresgruppe Nord verlegt und geriet in den berüchtigten Kessel von Kurland. Die Heeresgruppe Kurland blieb bis zur bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945 von sowjetischen Truppen eingeschlossen. Die gesamte Division ging geschlossen in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der viele Soldaten nie zurückkehrten.

Der Zustand des Abzeichens als Bodenfund verleiht ihm eine besondere historische Authentizität. Bodenfunde militärischer Artefakte werden häufig in ehemaligen Kampfgebieten, Feldstellungen oder Marschrouten entdeckt. Die Klassifizierung als “Zustand 3” deutet auf sichtbare Gebrauchsspuren, Korrosion und Beschädigungen hin, die das Abzeichen während seiner Nutzung oder der jahrzehntelangen Bodenlagerung erfahren hat.

Solche Traditionsabzeichen wurden üblicherweise an der Feldmütze oder dem Stahlhelm getragen und dienten der schnellen Identifikation von Truppenangehörigen. Sie waren Ausdruck der militärischen Identität und des Zusammenhalts innerhalb der Division. Die Herstellung und Verteilung dieser Abzeichen erfolgte oft durch private Hersteller oder divisonseigene Werkstätten, was zu Variationen in Qualität und Ausführung führte.

Aus heutiger Sicht sind solche militärhistorischen Objekte wichtige Quellen für die Erforschung der Sozial- und Alltagsgeschichte des Zweiten Weltkriegs. Sie dokumentieren nicht nur die materielle Kultur der Wehrmacht, sondern auch die organisatorischen Strukturen, Produktionsbedingungen und den Kriegsverlauf. Gleichzeitig erfordern sie einen sensiblen und wissenschaftlich fundierten Umgang, da sie untrennbar mit einem verbrecherischen Regime und seinen Kriegsverbrechen verbunden sind.