Zerstörerkriegsabzeichen - JFS
Das Zerstörerkriegsabzeichen der Kriegsmarine
Das Zerstörerkriegsabzeichen stellt eine bedeutende militärische Auszeichnung der deutschen Kriegsmarine während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese Tapferkeitsauszeichnung wurde speziell für Besatzungsmitglieder von Zerstörern, Torpedobooten und verwandten Schnellbooteinheiten geschaffen.
Die offizielle Stiftung erfolgte am 4. Juni 1940 durch Großadmiral Erich Raeder, den damaligen Oberbefehlshaber der Kriegsmarine. Das Abzeichen sollte die besonderen Leistungen und den außerordentlichen Einsatz der Besatzungen dieser wendigen und gefährlichen Kampfschiffe würdigen. Die Verleihungskriterien waren präzise definiert: Besatzungsmitglieder mussten entweder an mehreren Kampfeinsätzen teilgenommen haben oder sich durch besondere Tapferkeit auszeichnen.
Das Design des Abzeichens zeigt einen Zerstörer in voller Fahrt, umrahmt von einem ovalen Eichenlaubkranz, der traditionell für militärische Ehre und Tapferkeit steht. Oberhalb des Kriegsschiffes thront der deutsche Reichsadler mit ausgebreiteten Schwingen und Hakenkreuz. Die Darstellung symbolisiert die Geschwindigkeit, Manövrierfähigkeit und Kampfkraft dieser Schiffsklasse.
Die Herstellung erfolgte bei verschiedenen autorisierten Herstellern, die jeweils ihre spezifischen Herstellermarken auf der Rückseite anbrachten. Die Markierung “JFS” steht für die Firma Josef Feix & Söhne aus Gablonz an der Neiße (heute Jablonec nad Nisou in Tschechien). Gablonz war ein bedeutendes Zentrum für die Herstellung von Militaria und Orden, mit einer langen Tradition in der Metall- und Schmuckverarbeitung.
Das beschriebene Exemplar wurde aus Feinzink gefertigt, einem Material, das besonders in den späteren Kriegsjahren häufiger verwendet wurde, als strategische Metalle wie Bronze zunehmend knapp wurden. Die Verwendung von Zink ermöglichte eine kostengünstigere Produktion bei gleichzeitig befriedigender Qualität und Detailtreue. Die Befestigung erfolgte mittels einer dünnen runden Eisennadel auf der Rückseite, die typische Konstruktion für diese Art von Ansteckabzeichen.
Die Trageweise war in den Anzugordnungen der Wehrmacht genau geregelt. Das Zerstörerkriegsabzeichen wurde auf der linken Brustseite der Uniform getragen, unterhalb eventueller höherer Auszeichnungen. Es genoss hohes Ansehen unter den Marineangehörigen, da es konkrete Kampferfahrung dokumentierte.
Die Geschichte der deutschen Zerstörer im Zweiten Weltkrieg war von intensiven und verlustreichen Einsätzen geprägt. Diese Schiffe waren in allen Kriegsschauplätzen aktiv, von den norwegischen Fjorden über die Nordsee bis zum Ärmelkanal. Besonders verlustreich waren die Kämpfe während des Unternehmens Weserübung (der Invasion Norwegens 1940), wo zahlreiche Zerstörer versenkt wurden. Die Besatzungen dieser Schiffe standen unter permanentem Stress durch feindliche See- und Luftstreitkräfte.
Nach Kriegsende 1945 wurden durch das Kontrollratsgesetz Nr. 46 alle nationalsozialistischen Orden und Ehrenzeichen offiziell abgeschafft. Das Tragen dieser Auszeichnungen wurde in Deutschland verboten, wobei spätere gesetzliche Regelungen das Tragen von “entnazifizierten” Versionen ohne Hakenkreuz unter bestimmten Umständen erlaubten.
Heute sind authentische Zerstörerkriegsabzeichen begehrte Sammlerobjekte im Bereich der Militaria. Der Zustand wird üblicherweise auf einer Skala von 1 (neuwertig) bis 6 (stark beschädigt) bewertet. Ein Zustand 2 bezeichnet ein sehr gut erhaltenes Stück mit nur minimalen Gebrauchsspuren, was bei einem über 80 Jahre alten Objekt bemerkenswert ist.
Die wissenschaftliche Beschäftigung mit solchen Objekten dient der historischen Dokumentation und dem Verständnis der Militärgeschichte. Sie erinnern an die Schicksale der Soldaten und die verheerenden Folgen des Zweiten Weltkriegs. Museen und historische Sammlungen bewahren diese Zeugnisse als Mahnmal und Lehrmaterial für zukünftige Generationen.