Frankreich "Médaille d'Outre Mer" mit Spange "Liban"

dazu mit Bandspange, Zustand 2.  
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Die Médaille d'Outre-Mer mit Spange «Liban» – Frankreichs Anerkennung für den Libanon-Einsatz

Die hier vorliegende Médaille d'Outre-Mer (Übersee-Medaille) mit der Spange «Liban» gehört zu den bedeutendsten französischen Einsatzauszeichnungen der Nachkriegszeit. Sie dokumentiert die Teilnahme französischer Militärangehöriger an Friedensmissionen und militärischen Operationen im Libanon und verbindet damit die koloniale Ordenstradition Frankreichs mit den modernen internationalen Friedenseinsätzen unter dem Dach der Vereinten Nationen.

Historische Ursprünge: Von der Médaille Coloniale zur Médaille d'Outre-Mer

Die Geschichte dieser Auszeichnung reicht bis in das späte 19. Jahrhundert zurück. Am 26. Juli 1893 wurde per Gesetz die Médaille Coloniale geschaffen, um französische Militärangehörige für ihren Einsatz in den Kolonialfeldzügen zu ehren. Über die Jahrzehnte hinweg wurde diese Medaille millionenfach verliehen – mehr als eine Million Exemplare wurden vor der Umbenennung im Jahr 1962 ausgegeben.

Mit dem Ende des französischen Kolonialreiches und der Dekolonisierungsphase unter Präsident Charles de Gaulle wurde die Auszeichnung am 6. Juni 1962 durch das Dekret Nr. 62-660 in Médaille d'Outre-Mer umbenannt. Die grundlegenden Verleihungsprinzipien blieben dabei erhalten, doch der Name reflektierte nun die veränderte geopolitische Realität Frankreichs. Die Medaille wird seither vom Verteidigungsminister an Militärangehörige und bestimmte dem Verteidigungsministerium unterstellte Zivilpersonen verliehen, die an Operationen oder Missionen im Ausland oder außerhalb des europäischen Territoriums Frankreichs teilgenommen haben.

Die Spange «Liban» und der UNIFIL-Einsatz

Die Spange «Liban» wurde am 14. Dezember 1979 durch die Entscheidung Nr. 205843 eingeführt. Ihre Schaffung steht in direktem Zusammenhang mit der Gründung der UNIFIL (Force Intérimaire des Nations Unies au Liban – Interimstruppe der Vereinten Nationen im Libanon). Diese Friedenstruppe wurde am 19. März 1978 durch die UN-Resolutionen 425 und 426 ins Leben gerufen, als Reaktion auf die israelische Invasion im Südlibanon im Rahmen der Operation Litani.

Die Libanon-Spange wird allen Militärangehörigen und assoziierten Zivilpersonen verliehen, die an Einsätzen auf dem Territorium der Republik Libanon ab dem 22. März 1978 teilgenommen haben. Dieses Datum markiert die Aufstellung der UNIFIL. Frankreich war von Beginn an einer der wichtigsten Truppensteller für diese Mission und entsandte über die Jahrzehnte hinweg Hunderte von Soldaten zur Friedenssicherung entlang der israelisch-libanesischen Grenze.

Die Verleihungskriterien haben sich im Laufe der Zeit gewandelt. Vom 22. März 1978 bis zum 1. Juli 2015 galt keine Mindestaufenthaltsdauer. Ab dem 2. Juli 2015 ist eine Mindestpräsenz von 15 Tagen (durchgehend oder unterbrochen) erforderlich. Von dieser Anforderung ausgenommen sind Angehörige, die verwundet, lobend erwähnt oder gefallen sind, sowie solche, die auf Befehl des operativen Kommandeurs medizinisch evakuiert wurden.

Physische Beschreibung der Auszeichnung

Die Medaille präsentiert sich als runde Prägung mit einem Durchmesser von 30 mm. Sie ist aus versilberter Bronze (bronze argenté) gefertigt. Die Vorderseite zeigt eine behelmte Darstellung der Marianne (der Republik) mit Lorbeerkranz, umgeben von der Inschrift «REPUBLIQUE FRANÇAISE». Die Rückseite zeigt einen Erdglobus über militärischen Trophäen mit der Inschrift «MEDAILLE D'OUTRE-MER». Die Medaille hängt an einer Öse (bélière), die aus zwei gekreuzten Lorbeerzweigen gebildet wird. Das Band ist himmelblau mit drei vertikalen weißen Streifen: einem mittleren Streifen von 7 mm und zwei seitlichen Streifen von je 2 mm Breite, bei einer Gesamtbandbreite von 36 mm. Die Spange selbst ist aus Vermeil (vergoldetem Silber) gefertigt und trägt die Inschrift «LIBAN». Das Design stammt vom Graveur Georges Lemaire nach einer Zeichnung des Marinemalers Marie Saulnier de la Pinelais.

Klassifikation und Varianten

Die Médaille d'Outre-Mer existiert in zwei Hauptformen: mit Spange (avec agrafe) für Personal, das an spezifischen militärischen Operationen in bestimmten Gebieten teilgenommen hat, und ohne Spange (sans agrafe) für Militärangehörige mit längerer verdienstvoller Auslandsdienstzeit. Die Libanon-Spange ist eine von etwa 14 derzeit autorisierten Spangen für die moderne Übersee-Medaille. Empfänger können mehrere verschiedene Spangen erhalten, jedoch nicht dieselbe Spange zweimal.

Aktualität und jüngste Entwicklungen

Die Médaille d'Outre-Mer befindet sich nach wie vor in aktivem Gebrauch. Eine bedeutende Aktualisierung erfolgte durch das Dekret Nr. 2024-927 vom 10. Oktober 2024, das die Anspruchsberechtigung für die Medaille ohne Spange auf jeglichen Militärdienst außerhalb des europäischen Territoriums Frankreichs ausweitete (wirksam ab dem 1. Januar 2023, nicht rückwirkend). Die Libanon-Spange wird weiterhin an französisches Personal verliehen, das im Rahmen von UNIFIL und anderen Operationen im Libanon dient. Frankreich unterhält im Rahmen der UNIFIL-Operationen weiterhin etwa 700 Soldaten im Libanon.

Das vorliegende Exemplar, das zusammen mit einer Bandspange angeboten wird, stellt ein aussagekräftiges Sammlungsstück dar, das die jahrzehntelange französische Militärpräsenz im Libanon bezeugt und die Brücke zwischen kolonialer Ordenstradition und moderner Friedenssicherung schlägt.