Mützenband "A.1.I. Werf=Division. I.A.1 "

getragen und leicht gekürzt, 114 cm lang. Zustand 2
134846
40,00

Mützenband "A.1.I. Werf=Division. I.A.1 "

Das Mützenband der A.1.I. Werf=Division. I.A.1 repräsentiert ein faszinierendes Stück deutscher Marinegeschichte aus der Zeit der Kaiserlichen Marine. Solche Mützenbänder, auf Deutsch auch als Bandstreifen oder Tellerbandstreifen bezeichnet, dienten als wichtiges Identifikationsmerkmal für Matrosen und gehörten zur Standard-Uniform der deutschen Seestreitkräfte.

Die Bezeichnung “Werf=Division” (Werft-Division) weist auf eine spezialisierte Einheit hin, die mit Werftarbeiten und maritimen Reparaturen befasst war. Diese Divisionen spielten eine entscheidende Rolle in der Organisation der Kaiserlichen Marine, insbesondere in den großen Marinestützpunkten wie Wilhelmshaven, Kiel und Danzig. Die Werft-Divisionen waren verantwortlich für die Instandhaltung, Reparatur und teilweise auch für den Bau von Kriegsschiffen.

Die Geschichte der Mützenbänder in der deutschen Marine reicht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Nach der Gründung der Preußischen Marine im Jahr 1848 und später mit der Etablierung der Kaiserlichen Marine nach der Reichsgründung 1871 wurde die Uniformierung systematisch geregelt. Die Matrosenmütze mit ihrem charakteristischen Band entwickelte sich zu einem der markantesten Erkennungszeichen deutscher Seeleute.

Gemäß den Bekleidungsvorschriften der Kaiserlichen Marine trugen Mannschaftsdienstgrade die Tellermütze mit einem schwarzen Wollband, auf dem in goldgelber Schrift der Name des Schiffes, der Einheit oder der Division aufgestickt war. Die Standardlänge dieser Bänder variierte, wobei die hier vorliegende Länge von 114 cm auf eine leichte Kürzung hindeutet, was in der Praxis häufig vorkam, um eine bessere Passform zu erreichen.

Die organisatorische Struktur der Kaiserlichen Marine war komplex und hochspezialisiert. Die Werft-Divisionen bildeten einen essentiellen Teil der maritimen Infrastruktur des Deutschen Kaiserreichs. Sie waren in verschiedene Abteilungen unterteilt, was durch Bezeichnungen wie “A.1.I.” und “I.A.1” gekennzeichnet wurde. Diese alphanumerischen Codes verwiesen auf spezifische Untergliederungen innerhalb der Werft-Organisation und ermöglichten eine präzise Zuordnung des Personals.

Während der Hochzeit der Kaiserlichen Marine, besonders in der Ära unter Großadmiral Alfred von Tirpitz (1897-1916), erlebte die deutsche Flotte eine massive Expansion. Das Flottengesetz von 1898 und die nachfolgenden Novellierungen führten zu einem beispiellosen Ausbau der Kriegsmarine. Dies hatte direkte Auswirkungen auf die Werft-Divisionen, deren Personal erheblich aufgestockt werden musste, um die wachsende Zahl von Großkampfschiffen, Kreuzern und Torpedobooten zu warten und instand zu halten.

Die Herstellung solcher Mützenbänder erfolgte nach strikten Vorgaben. Sie wurden aus schwarzem Wollstoff gefertigt, wobei die Beschriftung in der Regel maschinell oder von spezialisierten Handwerkern aufgestickt wurde. Die Qualität und Präzision der Ausführung unterlag militärischen Standards und wurde regelmäßig kontrolliert.

Während des Ersten Weltkriegs (1914-1918) gewannen die Werft-Divisionen zusätzlich an Bedeutung. Die intensive Nutzung der Kriegsschiffe, die Schäden durch Seegefechte und die allgemeine Abnutzung durch den Kriegseinsatz erforderten ständige Reparatur- und Wartungsarbeiten. Die Angehörigen der Werft-Divisionen arbeiteten oft unter großem Zeitdruck, um die Einsatzbereitschaft der Flotte zu gewährleisten.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Auflösung der Kaiserlichen Marine durch die Bestimmungen des Versailler Vertrags von 1919 wurden solche Mützenbänder zu historischen Erinnerungsstücken. Viele ehemalige Marinesoldaten bewahrten ihre Uniformteile als persönliche Andenken auf, was erklärt, warum heute noch zahlreiche dieser Objekte in Sammlungen und Museen zu finden sind.

Das vorliegende Mützenband im Zustand 2 zeigt deutliche Gebrauchsspuren, was seine authentische Verwendung dokumentiert. Die leichte Kürzung auf 114 cm ist ein typisches Merkmal, das auf individuelle Anpassung durch den Träger hindeutet. Solche Details machen jedes Mützenband zu einem einzigartigen historischen Zeugnis.

Heute sind Mützenbänder der Kaiserlichen Marine begehrte Sammlerobjekte, die Einblick in die maritime Geschichte Deutschlands geben. Sie dokumentieren nicht nur die organisatorische Struktur der Marine, sondern auch das Alltagsleben der Seeleute und die maritime Tradition des Deutschen Kaiserreichs. Für Militärhistoriker und Sammler bieten sie wertvolle Informationen über Einheitenzugehörigkeit, Organisationsstrukturen und die materielle Kultur der deutschen Seestreitkräfte im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

r