Preußen Uniform eines Gefreiten im Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 3

Standort Colmar i.E., um 1910. Helm Modell 1905 für Mannschaften Jäger zu Pferde. Kammerstück in Friedensqualität, um 1915. Die Helmglocke aus Stahl schwarz brüniert, komplett mit allen Beschlägen. Der Helmadler, Spitze, Nieten und Randeinfassung in Nickelausführung, gewölbte gelbe Schuppenkette an Knopf 94, komplett mit beiden Kokarden in der großen Ausführung. Innen mit gelaschtem Lederfutter, der Vorderschirm grün lackiert, der Nackenschirm schwarz brüniert. Helmgröße 57, innen mit Hersteller "C. E. Juncker 1915". Leicht getragen, Zustand 2.
Koller Modell 1905. Feldgraues Tuch in der besonderen Farbe der Jäger zu Pferde, dunkelgrüner Stehkragen und Ärmelaufschläge mit grün/gelb/grüner Kollerborte. Auf dem Kragen mit den vernickelten Gefreiten-Knöpfen. Dunkelgrüne Schulterklappen mit Schulterknöpfen der 1. Eskadron, auf dem rechten Ärmel ein Winkel für gutes Lanzenfechten. Innen mit dem klassischen Leinenfutter, Trägeretikett "Jäger zu Pferde Stubbendick 1. Esk. Jäger-Regt. zu Pferde Nr. 3". Getragen, aber sehr gut erhalten.
Lange Keilhose für Mannschaften Jäger zu Pferde. Fertigung aus Gabardine, seitlich mit grünen Biesen. Getragen, Zustand 2-.
Die Stulpenstiefel in braun für Jäger zu Pferde, hinten mit eingenähen Reißverschlüssen, mit den passenden original Anschnallsporen. Das Säbelkoppel für Mannschaften der Jäger zu Pferde mit Säbelschlepper und anhängender Kartentasche. Dazu noch das seltene Bandelier für Jäger zu Pferde, komplett mit neusilbernem Räumnadelbeschlag und großem Kartuschkasten, innen noch mit der Einteilung für die Patronen, im Deckel mit Kammerstempel "J.R.z.P. 3 1905 3 E", Hersteller Stempel Becker & Co., Elberfeld". Das Bandelier innen ebenfalls mit Trägeretikett "Jäger zu Pferde Stubbendick [1.] Esk. Jäger-Regt. zu Pferde Nr. 3."

Alle Teile in gutem Erhaltungszustand mit nur minimalen Gebrauchs- und Alterungsspuren. Zustand 2.

Die Stücke stammen aus einem Nachlass. In seiner Vollständigkeit bildet das Ensemble ein unvergleichliches historisches Zeugnis seiner Zeit.



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Preußen Uniform eines Gefreiten im Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 3

Diese vollständige Uniformgarnitur eines Gefreiten (Lanzenkorporals) im Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 3 der preußischen Armee repräsentiert ein außergewöhnliches historisches Zeugnis der kaiserlichen Kavallerie im frühen 20. Jahrhundert. Das Regiment wurde am 1. Oktober 1905 durch Verfügung des preußischen Kriegsministeriums vom 4. April 1905 aufgestellt und in Colmar im Elsass garnisioniert, das damals zum Deutschen Kaiserreich gehörte. Die Einheit war Teil der 39. Kavallerie-Brigade des XV. Armee-Korps in Straßburg.

Die Jäger zu Pferde (berittene Jäger) entwickelten sich aus den Meldereiter-Abteilungen, die in den späten 1890er Jahren geschaffen wurden. Der preußische Landtag genehmigte 1905 die Aufstellung von drei Regimentern. Das Regiment Nr. 3 wurde aus den unabhängigen Eskadrons VII, XIV und XV sowie Personal des Dragoner-Regiments Nr. 14 und des Ulanen-Regiments Nr. 15 gebildet und bestand bei seiner Gründung aus fünf Eskadrons. Zwischen 1901 und 1913 wurden insgesamt dreizehn preußische Jäger-zu-Pferde-Regimenter geschaffen, die letzten sieben davon im Jahr 1913.

Der Helm Modell 1905 für Mannschaften der Jäger zu Pferde zeigt die charakteristische Lobsterschwanz-Form mit gestuftem Vorderschirm und Nackenschutz. Die Helmglocke aus schwarz brüniertem Stahl trägt vollständige Beschläge in Nickelausführung, darunter der preußische Helmadler, die Spitze, Nieten und Randeinfassung. Die gewölbte gelbe Schuppenkette und beide Kokarden in großer Ausführung komplettieren die Garnitur. Der Hersteller C. E. Juncker aus Berlin, einer der bedeutenden preußischen Helmfabrikanten während des Ersten Weltkriegs, fertigte dieses Exemplar 1915 in der Helmgröße 57. Die Regimenter 1-4 trugen Helme mit Neusilberbeschlägen und Schuppenketten aus Tombak (Messing).

Der Koller Modell 1905 zeigt das feldgraue Tuch in der besonderen Farbe der Jäger zu Pferde mit dunkelgrünem Stehkragen und Ärmelaufschlägen. Die charakteristische grün-gelb-grüne Kollerborte identifiziert das Regiment Nr. 3, wobei Gelb die Regimentsunterscheidungsfarbe war. Jedes Regiment hatte eigene Kollerborten-Farben als Erkennungsmerkmal. Der Koller wurde 1905 eingeführt, aber 1910 offiziell durch den Waffenrock ersetzt, obwohl beide Uniformstücke parallel weitergetragen wurden. Für die 1913 aufgestellten Regimenter 8-13 wurde eine andere graugrüne Uniform nach Dragoner-Mustern ausgegeben.

Die vernickelten Gefreiten-Knöpfe am Kragen und die Schulterknöpfe der 1. Eskadron auf den dunkelgrünen Schulterklappen kennzeichnen den Dienstgrad und die Zugehörigkeit des Trägers. Besonders bemerkenswert ist der Winkel auf dem rechten Ärmel für gutes Lanzenfechten, ein Leistungsabzeichen, das die Ausbildung im Lanzenkampf dokumentiert. Das innere Trägeretikett nennt den Namen Stubbendick, 1. Eskadron des Jäger-Regiments zu Pferde Nr. 3, und identifiziert damit den ursprünglichen Besitzer dieser Uniform.

Das seltene Bandelier für Jäger zu Pferde mit neusilbernem Räumnadelbeschlag und großem Kartuschkasten zeigt im Deckel den Kammerstempel "J.R.z.P. 3 1905 3 E" sowie den Herstellerstempel "Becker & Co., Elberfeld". Der Kasten enthält innen noch die originale Einteilung für Patronen. Das Säbelkoppel für Mannschaften der Jäger zu Pferde mit Säbelschlepper und anhängender Kartentasche sowie die Stulpenstiefel in Braun mit eingenähten Reißverschlüssen und Anschnallsporen vervollständigen die Ausrüstung.

Die Jäger zu Pferde erfüllten Aufklärungs-, Patrouille-, Sicherungs- und Spähaufgaben und wurden trotz ihrer leichten Kavallerierolle als schwere Kavallerie eingestuft, was sich in den Metallhelmen ähnlich den Kürassieren zeigt. Sie waren mit Karabinern, Säbeln (Pallasch) und Lanzen bewaffnet.

Nach der Mobilmachung im Juli 1914 diente das Regiment im Ersten Weltkrieg zunächst bei Mülhausen im Elsass und bei Saint-Quentin. Bis November 1914 operierten sie um Arras und Ypern, bevor sie an die Ostfront verlegt wurden. Von Herbst 1914 bis Anfang 1916 kämpften sie an der Ostfront an Weichsel, Rawka, Bzura und Düna sowie bei Operationen gegen Kowno und Wilna. Von Februar 1916 bis Februar 1919 versah das Regiment Polizei- und Sicherungsdienst in Russisch-Polen unter der Etappen-Inspektion 12. Die Einheit behielt ihren Kavalleriecharakter während des gesamten Krieges. Ab September 1915 wurden Befehle erteilt, Helmspitzen nicht mehr an der Front zu tragen; das Modell 1905 wurde ab 1916 schrittweise durch den Stahlhelm ersetzt.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Jäger-zu-Pferde-Regimenter aufgelöst. Die Tradition des Regiments Nr. 3 wurde auf die Ausbildungseskadron des 11. (Preußischen) Kavallerie-Regiments in Ohlau in der Reichswehr übertragen. Das Elsass mit Colmar fiel durch den Versailler Vertrag an Frankreich zurück, weshalb das Regiment ab 22. Februar 1919 in Spangenberg aufgelöst wurde. Diese vollständige Uniformgarnitur aus einem Nachlass bildet ein unvergleichliches historisches Zeugnis seiner Zeit.

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