Reichsbund Deutsche Jägerschaft ( RDJ ) - Dienstabzeichen für Berufsjäger und Jagdaufseher

Großes Steckabzeichen aus Feinzink, mit eingeschlagener Matrikelnummer " 24247 ", oben zwei Bohrungen sonst Zustand 2.
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280,00

Reichsbund Deutsche Jägerschaft ( RDJ ) - Dienstabzeichen für Berufsjäger und Jagdaufseher

Reichsbund Deutsche Jägerschaft (RDJ) - Dienstabzeichen für Berufsjäger und Jagdaufseher

Das vorliegende Dienstabzeichen repräsentiert ein bedeutendes Kapitel der deutschen Jagdgeschichte während der nationalsozialistischen Ära. Der Reichsbund Deutsche Jägerschaft (RDJ) wurde im Juli 1934 als Dachorganisation aller deutschen Jäger gegründet und unterstand direkt dem Reichsjägermeister Hermann Göring, der zugleich auch Reichsforstmeister und preußischer Ministerpräsident war.

Die Gründung des RDJ war Teil der umfassenden Gleichschaltungspolitik des NS-Regimes, die alle gesellschaftlichen Bereiche erfasste. Göring, selbst ein passionierter Jäger, nutzte seine Position, um das deutsche Jagdwesen zu zentralisieren und nach nationalsozialistischen Prinzipien neu zu organisieren. Das Reichsjagdgesetz vom 3. Juli 1934 bildete die rechtliche Grundlage für diese Neuordnung und gilt bis heute als eines der umfassendsten Jagdgesetze seiner Zeit.

Das Dienstabzeichen für Berufsjäger und Jagdaufseher stellte ein offizielles Rangabzeichen innerhalb der hierarchischen Struktur des RDJ dar. Diese Abzeichen wurden aus Feinzink gefertigt, einem Material, das während der 1930er Jahre häufig für Hoheitsabzeichen und Dienstauszeichnungen verwendet wurde. Die Herstellung in Feinzink ermöglichte eine detaillierte Ausarbeitung bei gleichzeitig kostengünstiger Produktion.

Ein charakteristisches Merkmal dieser Dienstabzeichen war die individuelle Matrikelnummer, die jedem Träger eine eindeutige Identifikation zuordnete. Das vorliegende Exemplar trägt die eingeschlagene Nummer 24247, was auf eine umfangreiche Ausgabe dieser Abzeichen schließen lässt. Diese Nummerierung diente der administrativen Kontrolle und Erfassung aller im Reichsbund organisierten Berufsjäger und Jagdaufseher.

Die Funktion der Berufsjäger und Jagdaufseher im System des RDJ war von erheblicher Bedeutung. Sie waren nicht nur für die praktische Ausübung der Jagd und die Wildhege zuständig, sondern fungierten auch als Kontrollorgane zur Durchsetzung der neuen Jagdgesetzgebung. Ihre Aufgaben umfassten die Überwachung von Jagdrevieren, die Wildbestandspflege, die Bekämpfung der Wilderei und die Aufsicht über die Einhaltung der jagdrechtlichen Bestimmungen.

Das Abzeichen wurde als Steckabzeichen konzipiert, erkennbar an den zwei Bohrungen im oberen Bereich, durch die es an der Uniform oder Dienstkleidung befestigt werden konnte. Diese Trageweise unterschied es von anderen NS-Abzeichen, die häufig als Anstecknadeln mit Pin-Verschluss gestaltet waren.

Die organisatorische Struktur des RDJ war straff hierarchisch aufgebaut und spiegelte die militärische Prägung des NS-Staates wider. Der Reichsbund gliederte sich in Landesjägerschaften, die wiederum in Kreisjägerschaften und Hegegemeinschaften unterteilt waren. Berufsjäger und Jagdaufseher bildeten das professionelle Rückgrat dieser Organisation und waren oft auf großen Staatsjagden, Forstrevieren oder privaten Großgrundbesitzen tätig.

Hermann Görings persönliche Leidenschaft für die Jagd prägte die Entwicklung des RDJ erheblich. Er ließ umfangreiche Wildreservate anlegen, darunter das berühmte Reichsjagdrevier Schorfheide nördlich von Berlin. Die dort beschäftigten Berufsjäger genossen hohes Ansehen und trugen Dienstabzeichen wie das vorliegende als Zeichen ihrer offiziellen Funktion.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Reichsbund Deutsche Jägerschaft durch die Alliierten aufgelöst. Die Jagdgesetzgebung wurde in der Bundesrepublik Deutschland föderalisiert und den einzelnen Bundesländern übertragen. Dennoch blieben viele fachliche Grundlagen des Reichsjagdgesetzes in modifizierter Form erhalten.

Heute sind solche Dienstabzeichen bedeutende zeitgeschichtliche Dokumente, die Einblick in die Organisation und Verwaltung des deutschen Jagdwesens während der NS-Zeit geben. Sie werden von Sammlern und Historikern als Zeugnisse einer komplexen Epoche betrachtet, in der auch traditionelle Bereiche wie das Jagdwesen der nationalsozialistischen Ideologie und Kontrolle unterworfen wurden. Die Matrikelnummer erlaubt theoretisch eine Rückverfolgung zum ursprünglichen Träger, was das historische Forschungspotenzial solcher Objekte unterstreicht.