Ritterkreuz des Eisernen Kreuz 1939 - Miniatur 10 mm
Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 1939 stellt eine der bedeutendsten militärischen Auszeichnungen des Zweiten Weltkrieges dar und wurde von Adolf Hitler am 1. September 1939 wieder eingeführt. Die rechtliche Grundlage bildete die “Verordnung über die Erneuerung des Eisernen Kreuzes” vom selben Tag. Anders als seine preußischen Vorgänger wurde das Eiserne Kreuz 1939 als deutsche, nicht mehr als preußische Dekoration konzipiert. Die erste Verleihung erfolgte am 30. September 1939, nach dem deutschen Überfall auf Polen, der den Beginn des Zweiten Weltkrieges in Europa markierte.
Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes bildete die mittlere Stufe in einem dreiteiligen Dekorationssystem, das aus dem Eisernen Kreuz (niedrigste Stufe), dem Ritterkreuz (Mittelstufe) und dem Großkreuz (höchste Stufe) bestand. Es ersetzte den preußischen Pour le Mérite, auch als “Blauer Max” bekannt. Das Ritterkreuz wurde für außergewöhnliche Tapferkeit oder herausragende Führungsleistungen angesichts des Feindes verliehen, unabhängig vom Dienstgrad des Empfängers. Die Bandbreite der Auszeichnungsgründe reichte von der geschickten Führung der Truppen durch hochrangige Kommandeure bis hin zu einzelnen Akten militärischer Tapferkeit niederrangiger Soldaten.
Voraussetzung für den Erhalt des Ritterkreuzes war der vorherige Besitz beider Klassen des Eisernen Kreuzes 1939, wobei in einigen Fällen das Eiserne Kreuz Erster Klasse gleichzeitig mit dem Ritterkreuz verliehen wurde. Die Auszeichnung wurde an Mitglieder der Wehrmacht (Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine) sowie der Waffen-SS vergeben. Insgesamt wurden 7.313 Ritterkreuze verliehen. Höhere Stufen der Auszeichnung umfassten das Ritterkreuz mit Eichenlaub (eingeführt am 3. Juni 1940), mit Eichenlaub und Schwertern (15. Juli 1941), mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten (15. Juli 1941) sowie mit Goldenem Eichenlaub, Schwertern und Brillanten (29. Dezember 1944).
Das vorliegende Objekt ist eine Miniaturversion von 10 mm Größe, die zusammen mit Miniaturen des Eisernen Kreuzes 1. und 2. Klasse an einer langen Nadel befestigt ist. Diese Miniatursets wurden nicht als offizielle Auszeichnungen verwendet, sondern dienten dem privaten Erwerb und dem Tragen in Zivilkleidung. Aufgrund des Prestiges der Auszeichnung entschieden sich Empfänger, die es sich leisten konnten, häufig für den Kauf von Juweliersnachbildungen für den täglichen Gebrauch, während die eigentliche Auszeichnung sicher aufbewahrt wurde.
Die Fertigung stammt von der Firma Steinhauer & Lück aus Lüdenscheid, einem der bekanntesten Hersteller von Ritterkreuzen. Die Kreuze dieser Firma wurden aus 800er Silber gefertigt, was auf der Rückseite durch die Ziffer “800” gekennzeichnet wurde. Das Stück trägt den LDO-Code L/16, der auf dem originalen Verkaufskärtchen rückseitig gestempelt ist. Die LDO (Leistungsgemeinschaft der Deutschen Ordenshersteller) war eine Organisation, die ab 1941 die Herstellung sämtlicher deutscher Orden und Ehrenzeichen regulierte. Ab November 1941 durften Firmen keine hochrangigen Auszeichnungen mehr für den privaten Verkauf herstellen. Bestehende Lagerbestände wurden der Präsidialkanzlei übergeben, und Stücke mit “L/”-Nummern wurden den offiziellen Auszeichnungsbeständen hinzugefügt.
Zu den bekanntesten Trägern höherer Stufen des Ritterkreuzes gehörten Werner Mölders und Adolf Galland als erste Empfänger der Brillanten. Hans-Ulrich Rudel erhielt als einziger das Goldene Eichenlaub am 1. Januar 1945. Insgesamt erhielten nur 883 das Eichenlaub, 160 das Eichenlaub mit Schwertern und 27 das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten.
Die letzte rechtmäßige Verleihung des Ritterkreuzes musste vor 23:01 Uhr mitteleuropäischer Zeit am 8. Mai 1945 erfolgen, dem Zeitpunkt des Inkrafttretens der deutschen Kapitulation. Nach 1945 verbot die Bundesrepublik Deutschland das Tragen von NS-Insignien. Am 26. Juli 1957 genehmigte die Bundesregierung eine Ersatzversion des Ritterkreuzes mit Eichenlaub anstelle des Hakenkreuzes, die von Empfängern aus dem Zweiten Weltkrieg getragen werden durfte.