Elastolin - Generalfeldmarschall von Mackensen stehend

7,5 cm , Zustand 2-.
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€ 50,00

Elastolin - Generalfeldmarschall von Mackensen stehend

Die vorliegende Elastolin-Figur des Generalfeldmarschalls August von Mackensen repräsentiert ein faszinierendes Stück deutscher Spielzeug- und Militärgeschichte aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit einer Höhe von 7,5 cm gehört diese stehende Figur zur klassischen Standardgröße der Elastolin-Massefiguren, die das Unternehmen O. & M. Hausser aus Ludwigsburg weltberühmt machten.

August von Mackensen (1849-1945) war einer der prominentesten deutschen Militärführer des Ersten Weltkriegs. Seine charakteristische Erscheinung mit dem Totenkopf-Husarenhelm machte ihn zu einer der markantesten Persönlichkeiten der deutschen Armee. Mackensen führte erfolgreiche Operationen an der Ostfront, auf dem Balkan und in Rumänien, wo er 1916 mit der Eroberung Bukarests seinen größten militärischen Triumph feierte. Seine Ernennung zum Generalfeldmarschall erfolgte 1915, und er blieb bis zum Ende des Kaiserreichs eine zentrale militärische Figur.

Die Firma Hausser begann 1904 mit der Produktion von Spielzeugfiguren und entwickelte in den 1920er Jahren die revolutionäre Elastolin-Masse, eine Mischung aus Knochenleim, Kasein, Zellulosefasern und verschiedenen Füllstoffen. Diese Innovation ermöglichte die Herstellung detaillierter, relativ bruchfester und dennoch leichter Figuren, die der traditionellen Bleifigur überlegen waren. Der Name “Elastolin” wurde zum Markenzeichen und Synonym für hochwertige Massefiguren.

In der Zwischenkriegszeit und besonders während des Dritten Reiches erlebten militärische Spielzeugfiguren einen enormen Aufschwung. Persönlichkeiten wie Mackensen, die das kaiserliche Deutschland verkörperten und gleichzeitig nationale Kontinuität symbolisierten, waren beliebte Motive. Die Figuren dienten nicht nur dem Spiel, sondern auch der militärischen Erziehung und Glorifizierung. Mackensen selbst lebte bis 1945 und wurde vom NS-Regime als lebendes Symbol preußisch-deutscher Militärtradition instrumentalisiert.

Die Produktion solcher Figuren erfolgte in mehreren Schritten: Zunächst wurden detaillierte Metallformen erstellt, in die die flüssige Elastolin-Masse gegossen wurde. Nach dem Trocknen erfolgte die aufwendige Handbemalung durch geschulte Arbeiterinnen und Arbeiter. Die Qualitätsstufe 2- bei der vorliegenden Figur deutet auf einen gut erhaltenen Zustand mit minimalen Gebrauchsspuren hin, was bei Material und Alter bemerkenswert ist.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verbot die amerikanische Besatzungsmacht zunächst die Produktion militärischer Spielzeuge. Die Firma Hausser stellte daraufhin auf zivile Themen um, nahm aber später die Produktion historischer Figuren wieder auf. Heute sind Elastolin-Figuren begehrte Sammlerobjekte, wobei Persönlichkeiten wie Mackensen aufgrund ihrer historischen Bedeutung besonders gesucht sind.

Die kulturhistorische Bedeutung solcher Figuren ist ambivalent: Sie dokumentieren einerseits hervorragende handwerkliche Fertigung und die Spielzeugkultur ihrer Zeit, andererseits reflektieren sie die Militarisierung der Gesellschaft und die Glorifizierung militärischer Führung. Als museale Objekte und Sammlerstücke ermöglichen sie heute Einblicke in Mentalitätsgeschichte, Alltagskultur und die Wandlung gesellschaftlicher Werte im 20. Jahrhundert.