Hausser - großes Halbkettenfahrzeug WH 731, Selten!

mit dem seltenen Wagenheber anbei, mit 11 Mann Besatzung, Grau-lackiert, Gummireifen, Faltverdeck aus grauem Stoff, mit Gangschaltung, ein Stander vorne, Beleuchtung mit Lämpchen (Funktion nicht geprüft), dazu elf Elastolin-Heeressoldaten sitzend, 7 cm-Serie, davon acht Mann sitzend hinten sowie ein Fahrer, ein Offizier die Karte lesend und ein General grüßend. Der Fahrzeuglack ist sehr gut erhalten insgesamt mit nur leichten Altersspuren. Das Verdeck mit kleinen Löchern und Altersspuren 

in den 30er Jahren wurden nur wenige Modelle in den Spielwarengeschäften verkauft, daher ist das Fahrzeug heute sehr selten! Nach über 30 Jahren zum ersten mal bei uns im Angebot!

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8.500,00

Hausser - großes Halbkettenfahrzeug WH 731, Selten!

Das Hausser Halbkettenfahrzeug WH 731 repräsentiert ein faszinierendes Kapitel der deutschen Spielzeugindustrie der 1930er Jahre und spiegelt zugleich die militärische Realität der Vorkriegszeit wider. Die Firma Hausser, besser bekannt unter ihrem Markennamen Elastolin, gehörte zu den führenden Herstellern von Militärspielzeug im Deutschen Reich und produzierte hochwertige Zinnfiguren und Fahrzeugmodelle, die sowohl bei Kindern als auch Sammlern große Beliebtheit genossen.

Die historischen Vorbilder dieser Spielzeug-Halbkettenfahrzeuge waren die in den 1930er Jahren entwickelten deutschen Schützenpanzerwagen und Zugmaschinen. Nach dem Ersten Weltkrieg begann die Reichswehr mit der Entwicklung moderner gepanzerter Fahrzeuge, wobei das Halbkettenkonzept – eine Kombination aus gelenkten Vorderrädern und Kettenlaufwerk am Heck – sich als besonders geländegängig erwies. Fahrzeuge wie der Sd.Kfz. 251 (Sonderkraftfahrzeug 251) wurden ab 1939 zur Standardausrüstung der motorisierten Infanterie der Wehrmacht.

Die Firma Hausser wurde 1904 in Ludwigsburg gegründet und spezialisierte sich auf die Herstellung von Masse-Figuren und Spielzeug. In den 1930er Jahren expandierte das Unternehmen erheblich und produzierte eine breite Palette militärischer Spielzeuge, die die zeitgenössische Aufrüstung der Wehrmacht widerspiegelten. Die Modelle waren erstaunlich detailgetreu und enthielten oft funktionale Elemente wie Gangschaltungen, Beleuchtung und bewegliche Teile.

Das vorliegende Modell WH 731 zeichnet sich durch mehrere bemerkenswerte Merkmale aus: Die graue Wehrmachtslackierung entspricht der ab 1935 standardisierten Farbgebung deutscher Militärfahrzeuge. Das Faltverdeck aus Stoff imitiert die Plane der Originalfahrzeuge, die zum Schutz der Besatzung diente. Die funktionale Gangschaltung und die elektrische Beleuchtung demonstrieren den hohen technischen Anspruch dieser Spielzeuge. Besonders bemerkenswert ist der mitgelieferte Wagenheber, ein seltenes Zubehörteil, das die Detailtreue unterstreicht.

Die elf Elastolin-Soldaten der 7-cm-Serie repräsentieren verschiedene Ränge und Funktionen: acht sitzende Mannschaften im Transportraum, ein Fahrer, ein kartenlesender Offizier und ein grüßender General. Diese Figurenkombination spiegelt die militärische Hierarchie und die typische Besatzung eines Mannschaftstransportwagens wider. Die Elastolin-Figuren wurden aus einer Masse auf Kaseinbasis hergestellt und waren für ihre detaillierte Bemalung und realistische Posen bekannt.

Die Seltenheit dieses Modells ist historisch begründet: In den 1930er Jahren waren solch aufwendige Spielzeuge teuer und nur für wohlhabende Familien erschwinglich. Die Produktion wurde zudem durch den Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 stark eingeschränkt, da Rohstoffe und Produktionskapazitäten für die Rüstungsindustrie benötigt wurden. Viele dieser Spielzeuge wurden im Laufe der Jahrzehnte durch intensive Nutzung oder Kriegseinwirkungen zerstört, was überlebende Exemplare zu begehrten Sammlerstücken macht.

Aus kulturhistorischer Perspektive dokumentieren solche Spielzeuge die Militarisierung der Gesellschaft im nationalsozialistischen Deutschland. Militärspielzeug diente nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der ideologischen Erziehung und der Vorbereitung der Jugend auf den Wehrdienst. Die detailgetreue Nachbildung zeitgenössischer Militärtechnik sollte Bewunderung für die Wehrmacht wecken und militärische Werte vermitteln.

Heute haben solche Objekte einen bedeutenden sammlungs- und dokumentarischen Wert. Sie sind Zeugnisse der Spielzeugkunst, der Industriegeschichte und der gesellschaftlichen Verhältnisse ihrer Entstehungszeit. Für Sammler militärischer Antiquitäten und Spielzeughistoriker sind gut erhaltene Hausser-Modelle besonders wertvoll, da sie Einblicke in Produktionstechniken, Materialverwendung und zeitgenössische Ästhetik bieten. Der ausgezeichnete Erhaltungszustand des beschriebenen Fahrzeugs mit nur leichten Altersspuren macht es zu einem besonders bedeutenden Beispiel seiner Art.