III.Reich Handelsmarine Nachlass vom Schiffsjungen bis Matrosen und Offiziers-Anwärter, zuletzt bei der Kriegsmarine und 1945 in Alliierter Kriegsgefangenschaft in Norwegen. 

Seefahrtbuch, ausgestellt am 16.04.1942 in Hamburg, mit Eintragungen über diverse Etappen der Ausbildung auf dem Schulschiff Großherzogin Elisabeth und dem Schulschiff Deutschland sowie den anschließenden Einsätzen auf den Schiffen Wiegand, Porta und Robert Möhring. Bei Kriegsende befand sich der Inhaber auf der Rotenfels in Norwegen. Zugehörig ist ein Personalausweis des Schulschiffs Deutschland mit dem Diensteintrittsdatum vom 06.05.1942. Ebenfalls enthalten sind die Heuerabrechnungen des Norddeutschen Lloyds Bremen und der Deutschen Dampfschifffahrt-Gesellschaft „Hansa“, deren Eintragungen bis zum 10.12.1945 reichen. Es liegt kein einziges Dokument der Kriegsmarine vor, was historisch korrekt ist, da die zivile Handelsmarine der Kriegsmarine für den Kriegseinsatz lediglich operativ unterstellt wurde, die Seeleute jedoch formell Angestellte ihrer jeweiligen Reedereien blieben.

Dienstvertrag für Offiziersanwärter der Handelsmarine. 
Fotoalbum, modernes Einband, mit ca.280 Fotos und Postkarten, von seiner Anfangszeit noch in Marine HJ Uniform, Ausbildung an Bord und am Land, erstes Kommando auf See, bildliche Abbildung seiner Orden, Kriegsverdienst Kreuz II. Klasse mit Schwertern und Blockadebrecher, bei Kriegsende sehen wir noch die Matrosen der Rotenfels in Kriegsmarine Uniformen, anschließend Fotos aus der Nachkriegszeit, Veteranen-Treffen unsw...
Blaues Matrosenhemd, sehr wahrscheinlich aus Beständen der Kriegsmarine, mit Ärmelwinkel als Matrose und Offiziers-Anwärter, und Ärmelabzeichen R-SBG, die Abkürzung steht sehr wahrscheinlich für See-Berufsgenossenschaft. Trägeretiketts im Nacken, und 2 Wechselkragen,   
Effekten: Mützenbänder seiner Dienstzeit: Großherzogin Elisabeth, Deutsche Handelsmarine, 2 x Schulschiff Deutschland, Kriegsmarine. 
 Ärmelwinkel für ein Schiffsjungen als Offiziersanwärter, Ärmelband in Metallfaden handgestickte Ausführung für Offizier-Anwärter. Norddeutscher Lloyd Mützenabzeichen, Miniatur zum Blockadebrecher in der 57. Ausführung. 
Einige Schriftstücke  aus der Nachkriegszeit (80. und 90.Jahre)
526947
€ 1.650,00

III.Reich Handelsmarine Nachlass vom Schiffsjungen bis Matrosen und Offiziers-Anwärter, zuletzt bei der Kriegsmarine und 1945 in Alliierter Kriegsgefangenschaft in Norwegen. 

Diese umfangreiche Sammlung dokumentiert den bemerkenswerten Werdegang eines deutschen Handelsmarine-Angehörigen von seiner Ausbildung als Schiffsjunge im April 1942 bis zum Kriegsende im Mai 1945, als er sich an Bord der Rotenfels in Norwegen befand und anschließend in alliierte Kriegsgefangenschaft geriet. Die Sammlung umfasst ein Seefahrtbuch, das am 16. April 1942 in Hamburg ausgestellt wurde, sowie einen Personalausweis des Schulschiffs Deutschland mit dem Diensteintrittsdatum vom 6. Mai 1942, Heuerabrechnungen bis zum 10. Dezember 1945, einen Dienstvertrag für Offiziers-Anwärter, ein Fotoalbum mit circa 280 Fotografien und Postkarten, ein blaues Matrosenhemd mit Ärmelwinkeln und verschiedene Mützeneffekten.

Die Ausbildung des Inhabers begann auf dem Schulschiff Großherzogin Elisabeth, einem 1901 von Joh.C. Tecklenborg in Bremerhaven-Geestemünde vom Stapel gelaufenen Vollschiff, das zur Jahrhundertwende zur Ausbildung junger Seeleute diente. Der deutsche Schulschiff-Verein wurde am 12. Januar 1900 gegründet, um der Notwendigkeit von Ausbildungsplätzen für rund 2.000 Seeleute jährlich gerecht zu werden. Die Ausbildung setzte sich auf dem Schulschiff Deutschland fort, das am 14. Juni 1927 von Joh. C. Tecklenborg in Geestemünde vom Stapel lief und bis 1939 zwölf Überseereisen sowie siebzehn Sommerausbildungsfahrten in der Nord- und Ostsee durchführte.

Das Schulschiff Deutschland verfügte über eine Besatzung von 158 Mann, darunter 8 Offiziere, 10 Unteroffiziere und 140 Mannschaftsdienstgrade sowie Handelsmarineoffiziersanwärter. Trotz der kriegsbedingten Umstände und der dezimierten regulären Besatzung wurden während des Krieges etwa 800 Offiziers-Anwärter ausgebildet. Am 15. April 1940 wurde das Schiff in die Ostsee verlegt, und ab November 1941 erfolgten von Lübeck aus Ausbildungsfahrten bis zum 1. Oktober 1944. Das Schiff diente schließlich als schwimmendes Lazarettschiff und nach Kriegsende als Wohnschiff für alliierte deutsche Minenräumeinheiten in Cuxhaven.

Die im Seefahrtbuch dokumentierten Einsätze umfassen die Handelsschiffe Wiegand, Porta und Robert Möhring, bevor der Inhaber auf der Rotenfels diente, einem 1927 vom Stapel gelaufenen Schiff, das bei der Deutschen Dampfschifffahrt-Gesellschaft "Hansa" im Einsatz war. Zu Kriegsende befand sich der Inhaber auf diesem Schiff in Norwegen, wo er in alliierte Gefangenschaft geriet.

Von besonderer historischer Bedeutung ist die Tatsache, dass in dieser Sammlung kein einziges Dokument der Kriegsmarine vorliegt. Dies ist historisch korrekt, da die zivile Handelsmarine der Kriegsmarine für den Kriegseinsatz lediglich operativ unterstellt wurde, die Seeleute jedoch formell Angestellte ihrer jeweiligen Reedereien blieben. Die Heuerabrechnungen stammen vom Norddeutschen Lloyd Bremen und der Deutschen Dampfschifffahrt-Gesellschaft "Hansa", was diese administrative Realität bestätigt.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges verfügte die deutsche Handelsflotte über 2.416 Schiffe mit 4,4 Millionen BRT. Bei Kriegsende waren nur noch 420 Schiffe mit rund 1 Million BRT verblieben, viele davon schwer beschädigt und in verschiedenen Häfen verstreut. Diese Zahlen verdeutlichen die verheerenden Verluste der deutschen Handelsmarine während des Konflikts.

Das in der Sammlung enthaltene Fotoalbum dokumentiert den Werdegang vom Anfang in Marine-HJ-Uniform über die Ausbildung an Bord und an Land bis zum ersten Kommando auf See. Besonders bemerkenswert sind die fotografischen Abbildungen der verliehenen Auszeichnungen, darunter das Kriegsverdienstkreuz II. Klasse mit Schwertern und das Blockadebrecher-Abzeichen. Letzteres wurde am 1. April 1941 für den Dienst auf Kriegsschiffen oder Handelsschiffen gestiftet, die versuchten, die britische Blockade Deutschlands zu durchbrechen, mit erster Verleihung am 1. Juli 1941. Eine kleinere Version in halber Größe wurde für Zivilisten und Angehörige der Handelsmarine verliehen. Das Kriegsverdienstkreuz war vergleichbar mit dem Eisernen Kreuz, wurde jedoch für nichtkämpferische Leistungen verliehen.

Die Fotografien vom Kriegsende zeigen die Matrosen der Rotenfels in Kriegsmarine-Uniformen, gefolgt von Aufnahmen aus der Nachkriegszeit und von Veteranentreffen aus den 1980er und 1990er Jahren. Dies belegt, dass der Inhaber den Krieg überlebte und mit maritimen Veteranengemeinschaften verbunden blieb. Die textile Sammlung umfasst Mützenbänder der Großherzogin Elisabeth, Deutsche Handelsmarine, Schulschiff Deutschland und Kriegsmarine, sowie Ärmelwinkel für Schiffsjungen als Offiziers-Anwärter und ein handgesticktes Ärmelband in Metallfadenausführung.