Luftwaffe-Schirmmütze für Mannschaften und Unteroffiziere im Regiment “General Göring”
Die vorliegende Schirmmütze gehört zu den eindrucksvollsten Kopfbedeckungen der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Sie wurde von Mannschaften und Unteroffizieren des Regiments General Göring getragen – einer Eliteeinheit, die eine besondere Stellung innerhalb der Luftwaffe einnahm und deren Geschichte eng mit dem Aufstieg Hermann Görings verknüpft ist.
Historischer Hintergrund: Vom Polizeibataillon zur Elitedivision
Die Wurzeln der Einheit reichen bis in die frühen Jahre des nationalsozialistischen Regimes zurück. Im Juni 1933 vergrößerte Göring das Bataillon und unterstellte es der Landespolizei. Die Einheit wurde zunächst zur Landespolizeigruppe Wecke z.b.V. und im Januar 1934 in Landespolizeigruppe General Göring umbenannt. Als Göring 1935 zum Oberbefehlshaber der Luftwaffe ernannt wurde, wollte er seine “Lieblingseinheit” unter seiner direkten Kontrolle behalten. Im September 1935 wurde sie daher zur Luftwaffe transferiert und als Regiment General Göring neu aufgestellt.
Das Regiment bezog einen brandneuen, eigens errichteten Kasernenkomplex in Berlin-Reinickendorf. Von Anfang an war es der Anspruch der Einheit, ihre Reihen mit ausgewähltem Personal zu füllen, um sich mit den konkurrierenden Eliteformationen der Wehrmacht messen zu können: dem Infanterie-Regiment “Großdeutschland” des Heeres und der Leibstandarte-SS Adolf Hitler der Waffen-SS.
Die adrett gekleideten Soldaten des Regiments General Göring mit ihren charakteristischen Uniformen, den weißen Kragenspiegel und dem besonderen Ärmelstreifen der Einheit gehörten bald zum gewohnten Bild auf den Straßen Berlins. Sie stellten die Ehrenwache für das Hauptquartier von Reichsmarschall Hermann Göring, wobei die Wachablösung häufig mit vollem militärischem Zeremoniell und unter Beteiligung des regimentseigenen Musikkorps durchgeführt wurde.
Im Mai bis Juli 1942 wurde das Regiment auf Brigadestärke erweitert und in Brigade Hermann Göring umbenannt. Bereits im Oktober 1942, während die Brigade noch in der Bretagne reformiert wurde, fiel die Entscheidung, die Einheit auf Divisionsstärke zu erweitern. Sie erhielt die Bezeichnung Division Hermann Göring. Die Einheit kämpfte in Frankreich, Nordafrika, Sizilien, Italien und an der Ostfront. Am 1. Mai 1944 wurde die Division mit der Fallschirm-Panzergrenadier-Division 2 Hermann Göring zu einem Panzerkorps unter dem Namen “Reichsmarschall” zusammengelegt. Das Korps kapitulierte am 8. Mai 1945 in der Nähe von Dresden vor der Roten Armee.
Die Schirmmütze: Form, Material und Ausstattung
Die Mütze zeigt die elegante, extra hohe Sattelform, die für Schirmmützen dieser Epoche charakteristisch ist. Das Tuch besteht aus dem typischen blaugrauen Fliegerblau der Luftwaffe in Mannschaftsqualität. Die Vorderseite ziert der Hoheitsadler sowie die Mützenschwinge (Kokarde mit Eichenlaubkranz), beide aus Aluminium gefertigt und auf dem schwarzen Mützenband montiert. Der schwarze Lacklederriemen an schwarzen Knöpfen unterscheidet diese Mannschafts- und Unteroffiziermütze klar von Offiziersausführungen, die silberne oder aluminiumfarbene Kinnkordeln aufwiesen.
Besonders bedeutsam ist die weiße Waffenfarbe, die als Paspelierung an der Mütze angebracht ist. Weiß war die Waffenfarbe der Division Hermann Göring und wurde für Kragenspiegel und Schulterstückpaspelierung verwendet. Es sei darauf hingewiesen, dass Weiß auch die Waffenfarbe für Offiziere im Generalsrang war – ein Umstand, der die besondere Stellung dieser Einheit zusätzlich unterstrich.
Frühere Exemplare aus den Jahren 1935 bis 1938 hätten den Adler des ersten Musters getragen, während spätere Produktionen das überarbeitete Abzeichen aufwiesen.
Eigentumsstück versus Kammerstück
Die vorliegende Mütze wird als Eigentumsstück beschrieben, also als privat beschaffte Kopfbedeckung, die sich von den behördlich ausgegebenen Kammerstücken unterschied. Dies war bei Soldaten nicht ungewöhnlich, die Wert auf eine besonders hochwertige Ausführung legten. Im Inneren befindet sich ein braunes Schweißleder, ein schwarzes Tuchfutter sowie unter dem Zelluloidtrapez der Herstellername “Otto Dittmann Mützenfabrik Dresden N15” und der Trägername. Die Größe ist mit 54 angegeben.
Bedeutung für Sammler
Eine Schirmmütze des Regiments bzw. der Division Hermann Göring stellt ein bedeutendes Sammlerstück dar, das die Geschichte einer der bekanntesten und kontroversesten Einheiten der Luftwaffe dokumentiert. Die weiße Waffenfarbe, die elegante Sattelform und die Verbindung zu einer Einheit, die vom einfachen Polizeibataillon zu einer vollwertigen Panzerdivision heranwuchs, machen diese Mütze zu einem aussagekräftigen Zeitdokument des Zweiten Weltkriegs.