NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Bayer. Ostmark Orientierungs-Fahrt 8. Mai 1938 "

Buntmetall vergoldet, teilweise emailliert, 47 x 78 mm, Hersteller : Carl Poellath Schrobenhausen, Zustand 2.
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350,00

NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Bayer. Ostmark Orientierungs-Fahrt 8. Mai 1938 "

Die vorliegende NSKK-Teilnehmerplakette zur Bayerischen Ostmark Orientierungsfahrt vom 8. Mai 1938 stellt ein bedeutendes zeithistorisches Dokument aus der nationalsozialistischen Ära dar. Diese nicht-tragbare Plakette wurde vom renommierten Hersteller Carl Poellath aus Schrobenhausen gefertigt, einem Unternehmen, das für seine hochwertigen Abzeichen und Plaketten bekannt war.

Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) wurde 1931 als motorisierte Einheit der NSDAP gegründet und entwickelte sich zu einer der wichtigsten paramilitärischen Organisationen des Dritten Reiches. Nach der Machtübernahme 1933 übernahm das NSKK die Aufgabe, die deutsche Bevölkerung im Kraftfahrwesen zu schulen und die Motorisierung voranzutreiben. Die Organisation diente gleichzeitig der vormilitärischen Ausbildung und sollte im Kriegsfall geschultes Personal für die Wehrmacht bereitstellen.

Die Bayerische Ostmark war eine nationalsozialistische Verwaltungsbezeichnung für die östlichen Gebiete Bayerns, insbesondere den Grenzraum zu Böhmen und Österreich. Der 8. Mai 1938 als Datum dieser Orientierungsfahrt liegt zeitlich unmittelbar nach dem Anschluss Österreichs am 13. März 1938, einem entscheidenden Ereignis in der Expansionspolitik des NS-Regimes. Die Veranstaltung hatte daher nicht nur sportlichen Charakter, sondern war auch Teil der politischen Inszenierung dieser Zeit.

Orientierungsfahrten waren zentrale Veranstaltungen des NSKK und dienten mehreren Zwecken: Sie sollten die fahrerischen Fähigkeiten der Mitglieder schulen, den Korpsgeist stärken und die motorisierte Leistungsfähigkeit des Deutschen Reiches demonstrieren. Solche Veranstaltungen wurden oft mit großem propagandistischem Aufwand durchgeführt und zogen zahlreiche Teilnehmer an.

Die technische Ausführung der Plakette zeigt die typischen Merkmale der Zeit: Buntmetall vergoldet mit partieller Emaillierung, was eine aufwendige Herstellungstechnik erforderte. Mit den Maßen von 47 x 78 mm handelt es sich um eine repräsentative Größe für eine Erinnerungsplakette. Die Firma Carl Poellath war einer der führenden Hersteller von Orden, Ehrenzeichen und Plaketten im Dritten Reich. Das 1778 gegründete Unternehmen aus Schrobenhausen hatte sich auf die Herstellung hochwertiger metallener Auszeichnungen spezialisiert und produzierte sowohl staatliche als auch private Abzeichen.

Nicht-tragbare Plaketten wie diese wurden typischerweise als Erinnerungsstücke oder Wandschmuck konzipiert und unterschieden sich damit von den tragbaren Abzeichen, die an der Uniform befestigt wurden. Sie dienten der persönlichen Erinnerung an die Teilnahme an bedeutenden Veranstaltungen und wurden oft in Vitrinen oder auf Schreibtischen ausgestellt.

Die Herstellungstechnik umfasste mehrere komplexe Schritte: Zunächst wurde das Grundmetall geprägt, dann vergoldet und schließlich wurden bestimmte Bereiche mit farbigem Email versehen. Diese Emaillierung erforderte großes handwerkliches Geschick, da das Schmelzglas bei hohen Temperaturen aufgetragen und eingebrannt werden musste. Die Kombination aus Vergoldung und Email verlieh den Plaketten eine besondere optische Wirkung und Haltbarkeit.

Im Kontext der NS-Motorisierungspolitik spielten solche Veranstaltungen eine wichtige Rolle. Das Regime förderte aktiv den Automobilbau und die Verbreitung von Kraftfahrzeugen, sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus militärischen Gründen. Das NSKK war in dieser Strategie ein zentrales Instrument zur Massenmobilisierung und technischen Schulung.

Nach 1945 wurden alle NS-Organisationen aufgelöst, und ihre Symbole und Abzeichen verloren ihre offizielle Bedeutung. Heute sind solche Objekte ausschließlich von historischem und sammlertechnischem Interesse. Sie dienen als materielle Zeugnisse einer dunklen Epoche deutscher Geschichte und ermöglichen es Historikern und Museen, die Propaganda- und Organisationsstrukturen des NS-Regimes zu dokumentieren und zu erforschen.

Der Erhaltungszustand dieser Plakette wird als “Zustand 2” angegeben, was in der Sammlerterminologie einen sehr guten bis guten Zustand mit minimalen Gebrauchsspuren bedeutet. Dies spricht für die Qualität der ursprünglichen Herstellung und eine sorgfältige Aufbewahrung über die Jahrzehnte hinweg.