Preußen Ärmelabzeichens für Fahnenträger der Infanterie für nicht-preußische Kontingente innerhalb der preußischen Armee
Zu den nicht-preußischen Kontingenten gehörten die Regimenter von Anhalt, Reuß, Thüringen etc.
Dieses handgestickte Ärmelabzeichen für Fahnenträger repräsentiert die ausgefeilte zeremonielle Kultur von Der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, der bedeutendsten paramilitärischen Veteranenorganisation der Weimarer Republik. Die am 25. Dezember 1918 gegründete Organisation entwickelte ein umfangreiches System von Uniformen und Abzeichen, die bei massiven Aufmärschen getragen wurden und die monarchistische, nationalistische und antirepublikanische Ausrichtung des Bundes visuell zum Ausdruck brachten.
Das Abzeichen wurde in der Zeitspanne von etwa 1925 bis 1933 für die Fahnenträger der Stahlhelm-Einheiten hergestellt. In Stil und Ausführung orientiert es sich bewusst an den Fahnenträgerabzeichen der preußischen Infanterie aus der kaiserlichen Ära, verzichtet jedoch auf die königliche Chiffre „WII" (Wilhelm II.), die auf den originalen preußischen Militärabzeichen erschien. Diese bewusste Auslassung unterscheidet die Stahlhelm-Version von den kaiserlichen Vorbildern und passt das Design für den organisatorischen Gebrauch einer Veteranenvereinigung in der republikanischen Nachkriegszeit an. Die Fertigung erfolgte durch handgesticktes Garn auf dunkelblauem Wollstoff, wobei die Rückseite mit Stoffunterlegung zur Befestigung an der Uniform versehen war.
Die Fahnenträger des Stahlhelm trugen diese Ärmelabzeichen bei Paraden, Zeremonien und besonders bei den jährlichen Reichsfrontsoldatentagen, den Massenkundgebungen der Organisation. Die Position des Fahnenträgers stellte eine Ehrenstellung innerhalb der lokalen Stahlhelm-Gruppen dar; diese Personen trugen die Einheitsstandarten bei offiziellen Veranstaltungen. Die Organisation war paramilitärisch strukturiert, und ab 1928 bestand für körperlich geeignete Mitglieder eine verpflichtende Wehrsport-Dienstpflicht.
Der Stahlhelm wuchs zu einer beeindruckenden Größe heran und erreichte bis 1930 etwa 500.000 Mitglieder, die in zahlreichen lokalen Ortsgruppen organisiert waren. Die Organisation unterstützte die DNVP und schloss sich 1931 mit der NSDAP zur Harzburger Front zusammen. Zu den bemerkenswerten Personen, die mit den Zeremonien des Stahlhelm in Verbindung standen, gehörten Franz Seldte, der Gründer und Bundesführer, Theodor Duesterberg, stellvertretender Führer von 1924 bis 1933, sowie der ehemalige Kronprinz Wilhelm von Preußen, der die Organisation öffentlich unterstützte.
Nach Hitlers Machtübernahme im Januar 1933 begann die erzwungene Integration der Organisation: Gründer Franz Seldte wurde Reichsarbeitsminister und trat der NSDAP bei. Im Jahr 1934 wurde die Organisation in Nationalsozialistischer Deutscher Frontkämpfer-Bund umbenannt und in die SA eingegliedert. Die endgültige Auflösung erfolgte am 7. November 1935.
Nach der Auflösung 1935 wurden Stahlhelm-Abzeichen zu historischen Artefakten. Die Organisation wurde 1951 in Westdeutschland als Der Stahlhelm e.V. unter der Schirmherrschaft von Generalfeldmarschall Albert Kesselring neu gegründet. Diese wiedergegründete Organisation bestand bis zum Jahr 2000 als rechtsextreme Randgruppe. Originale Stahlhelm-Abzeichen aus der Weimarer Zeit bleiben gesuchte Sammlerstücke der Militaria.