Heer - Nachkriegsunterschrift vom Ritterkreuzträger Major Wolfram Kertz, Wach. Rgt Großdeutschland
Die vorliegende Sammlung besteht aus zwei Nachkriegsunterschriften des Major Wolfram Kertz, einem Ritterkreuzträger des Wach-Regiments Großdeutschland, jeweils auf Nachdrucken historischer Fotografien angebracht. Diese Objekte repräsentieren eine bedeutende Kategorie militärhistorischer Sammlerstücke aus der Zeit nach 1945.
Wolfram Kertz diente während des Zweiten Weltkrieges im Wach-Regiment Großdeutschland, einer Elite-Einheit der Wehrmacht, die zunächst als Wachbataillon in Berlin stationiert war und später zu einem Regiment und schließlich zu einer Division ausgebaut wurde. Das Regiment Großdeutschland genoss einen besonderen Ruf als militärische Eliteformation und wurde an verschiedenen Fronten eingesetzt, insbesondere an der Ostfront.
Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes war eine der höchsten militärischen Auszeichnungen des Deutschen Reiches während des Zweiten Weltkrieges. Es wurde am 1. September 1939 durch Adolf Hitler als Erneuerung des Eisernen Kreuzes gestiftet und in verschiedenen Stufen verliehen. Das Ritterkreuz wurde für außergewöhnliche Tapferkeit im Angesicht des Feindes oder herausragende militärische Führungsleistungen verliehen. Die Träger dieser Auszeichnung genossen hohes Ansehen und wurden häufig für Propaganda-Zwecke eingesetzt.
Nach dem Kriegsende 1945 entwickelte sich ein spezialisierter Sammlermarkt für militärische Erinnerungsstücke. Viele ehemalige Soldaten, insbesondere Träger hoher Auszeichnungen wie des Ritterkreuzes, wurden von Sammlern kontaktiert mit der Bitte um Autogramme und Unterschriften. Diese Praxis begann bereits in den 1950er Jahren und intensivierte sich in den folgenden Jahrzehnten. Veteranen signierten häufig Fotografien, Karteikarten oder andere Dokumente, die ihre militärische Laufbahn dokumentierten.
Die Nachkriegsunterschriften von Ritterkreuzträgern stellen eine eigene Sammelkategorie dar. Im Gegensatz zu zeitgenössischen Unterschriften aus der Kriegszeit wurden diese Signaturen oft Jahrzehnte nach den dargestellten Ereignissen angefertigt. Sammler schätzten diese Autogramme als direkte Verbindung zu den historischen Persönlichkeiten und den militärischen Ereignissen des Zweiten Weltkrieges. Viele Veteranenorganisationen organisierten Treffen, bei denen Sammler die Möglichkeit hatten, Autogramme zu erhalten.
Die Tatsache, dass die Unterschriften auf Nachdrucken von Fotografien angebracht wurden, ist typisch für die Sammlerpraxis der Nachkriegszeit. Originale historische Fotografien waren oft selten und wertvoll, sodass Nachdrucke für Autogrammzwecke verwendet wurden. Dies ermöglichte es Sammlern, mehrere signierte Exemplare zu erhalten, ohne historische Originaldokumente zu gefährden.
Der Zustand der Objekte wird mit 2+ angegeben, was in der Bewertungsskala für militärhistorische Sammlerstücke einen sehr guten bis nahezu neuwertigen Erhaltungszustand bezeichnet. Diese Bewertungsskala orientiert sich häufig an numismatischen Bewertungssystemen, wobei 1 für neuwertig und höhere Zahlen für zunehmende Gebrauchsspuren stehen.
Die historische Einordnung solcher Sammlerstücke ist komplex. Einerseits dokumentieren sie die Nachkriegszeit und die Art und Weise, wie die Gesellschaft mit ihrer militärischen Vergangenheit umging. Andererseits werfen sie Fragen zur Erinnerungskultur auf. Die Tatsache, dass ehemalige Soldaten der Wehrmacht, einschließlich derjenigen, die in Elite-Einheiten dienten, nach dem Krieg Autogramme gaben, spiegelt die Entwicklung der deutschen Nachkriegsgesellschaft und den Umgang mit der militärischen Vergangenheit wider.
Das Wach-Regiment Großdeutschland wurde 1939 aus dem Wachbataillon Berlin gebildet und nahm an zahlreichen Kampfhandlungen teil, darunter der Westfeldzug 1940, der Balkanfeldzug 1941 und vor allem die Kämpfe an der Ostfront ab 1941. Die Einheit wurde mehrfach erweitert und umorganisiert, bis sie schließlich zur Panzergrenadier-Division Großdeutschland ausgebaut wurde.
Für Militärhistoriker und Sammler bieten solche Nachkriegsunterschriften wichtige Einblicke in die Erinnerungskultur und die Veteranengemeinschaften der Nachkriegszeit. Sie dokumentieren nicht nur die militärische Geschichte selbst, sondern auch deren Rezeption und Weitergabe in den Jahrzehnten nach 1945. Die wissenschaftliche Aufarbeitung solcher Objekte erfordert eine kritische Auseinandersetzung mit ihrer Entstehungsgeschichte und ihrem historischen Kontext.