III. Reich Polizei Ärmelabzeichen für ehemalige Angehörige der kaiserlichen Schutztruppe

das sogenannte "Kreuz des Südens", Bevo-gewebte Ausführung für Mannschaften, leicht getragen, Zustand 2. Selten.
Das Ärmelabzeichen wurde nur von den ehemaligen Angehörigen der kaiserliche Schutztruppe auf dem linken Unterarm getragen.
480548
300,00

III. Reich Polizei Ärmelabzeichen für ehemalige Angehörige der kaiserlichen Schutztruppe

Das Ärmelabzeichen für ehemalige Angehörige der kaiserlichen Schutztruppe, auch bekannt als das “Kreuz des Südens”, stellt ein faszinierendes Bindeglied zwischen der deutschen Kolonialgeschichte und der Polizeiorganisation des Dritten Reiches dar. Dieses Abzeichen symbolisiert die Anerkennung und Ehrung jener Männer, die in den deutschen Kolonialgebieten Afrikas und des Pazifiks gedient hatten.

Die kaiserlichen Schutztruppen waren die militärischen Verbände des Deutschen Kaiserreichs in den überseeischen Kolonien zwischen 1891 und 1918. Sie wurden in Deutsch-Ostafrika (heute Tansania, Ruanda, Burundi), Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia), Kamerun und Deutsch-Neuguinea eingesetzt. Diese Truppen bestanden aus deutschen Offizieren und Unteroffizieren sowie einheimischen Soldaten, den sogenannten Askaris. Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Verlust aller deutschen Kolonien durch den Versailler Vertrag von 1919 wurden diese Truppen aufgelöst.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde den ehemaligen Kolonialkriegern besondere Aufmerksamkeit zuteil. Das Regime versuchte, die koloniale Vergangenheit für propagandistische Zwecke zu instrumentalisieren und die Rückgabe der ehemaligen Kolonien zu fordern. In diesem Kontext wurde ehemaligen Schutztruppenangehörigen, die nun im Polizeidienst des Dritten Reiches tätig waren, gestattet, ihre koloniale Vergangenheit durch das Tragen eines speziellen Ärmelabzeichens sichtbar zu machen.

Das Abzeichen zeigt das Sternbild des Kreuzes des Südens (Crux), das charakteristische Sternbild der südlichen Hemisphäre, welches für Seefahrer und Reisende in den Tropen als Orientierungshilfe diente. Diese Symbolik verband die deutschen Kolonialgebiete in Afrika und im Pazifik miteinander und wurde zum identitätsstiftenden Zeichen für alle Schutztruppenangehörigen, unabhängig davon, in welcher Kolonie sie gedient hatten.

Die hier beschriebene Bevo-gewebte Ausführung war für Mannschaften bestimmt. Die Bezeichnung “Bevo” bezieht sich auf das Herstellungsverfahren der Bandfabrik Ewald Vorsteher aus Wuppertal-Barmen, die eine spezielle Webtechnik entwickelt hatte. Diese Technik ermöglichte die Herstellung von detaillierten, mehrfarbigen Abzeichen direkt im Webverfahren, was zu einer hohen Qualität und Haltbarkeit führte. Bevo-Abzeichen waren während der Zeit des Dritten Reiches weit verbreitet und wurden für verschiedene militärische und paramilitärische Organisationen hergestellt.

Das Abzeichen wurde gemäß den Bestimmungen auf dem linken Unterarm getragen, wodurch es für andere Polizeiangehörige und die Öffentlichkeit deutlich sichtbar war. Diese Trageweise unterschied es von anderen Dienstgradabzeichen und Auszeichnungen und unterstrich seinen besonderen Status als Erinnerungszeichen an eine vergangene Ära.

Die Seltenheit solcher Abzeichen erklärt sich durch mehrere Faktoren: Erstens war die Anzahl der ehemaligen Schutztruppenangehörigen, die nach dem Ersten Weltkrieg noch lebten und später in den Polizeidienst eintraten, naturgemäß begrenzt. Der Erste Weltkrieg hatte in den Kolonien zu schweren Kämpfen geführt, besonders in Deutsch-Ostafrika unter Führung von Paul von Lettow-Vorbeck, wo die Schutztruppe bis Kriegsende Widerstand leistete. Viele Veteranen waren bereits in fortgeschrittenem Alter oder verstorben, als diese Abzeichen in den 1930er Jahren eingeführt wurden.

Zweitens war die Trageberichtigung sehr spezifisch und nur einem kleinen, exklusiven Personenkreis vorbehalten. Dies führte zu einer geringen Produktionszahl. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele dieser Abzeichen vernichtet oder gingen verloren, was ihre heutige Seltenheit zusätzlich erhöht.

Aus historischer Perspektive dokumentiert dieses Ärmelabzeichen mehrere Aspekte der deutschen Geschichte: Es erinnert an die koloniale Vergangenheit des Deutschen Kaiserreichs, zeigt die Kontinuität militärischer Traditionen über Systemgrenzen hinweg und illustriert, wie das NS-Regime historische Symbolik für seine Zwecke nutzte. Gleichzeitig wirft es Fragen über Kolonialismus, imperiale Nostalgie und die Instrumentalisierung von Geschichte auf.

Für Sammler und Historiker stellt dieses Abzeichen ein wichtiges Zeitdokument dar, das die komplexen Verflechtungen zwischen deutscher Kolonialgeschichte, dem Ende des Kaiserreichs, der Weimarer Republik und dem Dritten Reich veranschaulicht. Es zeigt, wie militärische Traditionen und Identitäten über politische Umbrüche hinweg bewahrt und transformiert wurden.