Kriegsmarine Doppelfernhörer

Kopfhörer aus Bakelit, mit Markierung "Kriegsmarine". Stecker wurde entfernt, Zustand 2-.
518348
€ 120,00

Kriegsmarine Doppelfernhörer

Der Kriegsmarine Doppelfernhörer repräsentiert ein charakteristisches Stück Kommunikationsausrüstung der deutschen Wehrmacht, das von 1935 bis 1945 während des Zweiten Weltkriegs produziert wurde. Als Standardausrüstung für sämtliche Nachrichten- und Funkgeräte der Wehrmacht war dieses Kopfhörermodell in allen Bereichen der deutschen Streitkräfte allgegenwärtig, wobei spezielle Varianten mit der Markierung KRIEGSMARINE auf beiden Ohrmuscheln für den Einsatz in der deutschen Marine bestimmt waren.

Die Konstruktion des Doppelfernhörers bestand aus schwarzen Bakelit-Ohrmuscheln mit Metallrückplatten aus Legierung, verbunden durch ein mit Leder überzogenes Kopfband aus magnetischem Stahlblech. Die Fertigung erfolgte durch verschiedene Hersteller, darunter Hagenuk aus Kiel, Nex, bmm (Herstellercode), SABA, Erpees und weitere Unternehmen. Die technische Ausführung variierte je nach Einsatzzweck: Jede Ohrmuschel verfügte über ein stoffüberzogenes Verbindungskabel am unteren Rand, das zusammengeführt wurde, um an einen Endstecker angeschlossen zu werden. Die ursprünglichen Stecker trugen die Kennzeichnung DRGM (Deutsches Reichsgebrauchsmuster).

Verschiedene Klassifikationen des Doppelfernhörers wurden für spezifische militärische Anwendungen entwickelt. Das Dfh.a-Modell diente als grundlegendes Headset für den allgemeinen Gebrauch, während das Dfh.b-Modell speziell in gepanzerten Fahrzeugen und Panzern zum Einsatz kam. Das Dfh.f-Modell war für Feldfunkgeräte vorgesehen. Die äußere Rückplatte der Ohrmuschel trug die eingeprägte Bezeichnung 'Dfh' gefolgt vom Modellbuchstaben sowie Datumsmarkierungen und Waffenamt-Abnahmestempel wie etwa WaA 770.

Ab 1935 nutzten Funkoperateure das Dfh.b-Modell, da sie direkt an den Empfänger mit ausreichender Signalstärke anschließen konnten. Eine bedeutende Veränderung trat 1941 mit der Einführung der neuen Sprechanlage, des Panzerkasten 20, ein, welche die Verwendungsmuster von Kopfhörern in gepanzerten Fahrzeugen grundlegend veränderte. Nach diesem Upgrade konnten alle Besatzungsmitglieder einschließlich des Richtschützen auf die 2000-Ohm-Dfh.b-Headsets aufgerüstet werden. Während des Krieges mussten Besatzungen desselben Panzers zwei deutlich verschiedene Headset-Modelle ('b' und 'd') verwenden, abhängig von ihrer Rolle oder Position im Panzer, obwohl die äußeren Designs identisch waren mit nur sichtbaren Unterschieden bei Steckern und Markierungen. Nach 1941 wurden Dfh.d-Headsets aus deutschen Panzern ausgemustert und fanden in späteren Jahren begrenzten Einsatz in Polizeipanzerwagen.

Die für die Kriegsmarine bestimmten Varianten kamen in verschiedenen Feldeinsätzen zum Einsatz sowie auf Schiffen, U-Booten und in Küstenanlagen. Sie wurden in Verbindung mit verschiedenen Funksystemen wie dem Ha5K39a und PhiUK43 verwendet sowie bei Sonar- und Radarstationen. Kriegsmarine-Personal nutzte diese Kopfhörer unter anderem an U-Boot-Sonarstationen. Das Dfh.b-Modell erwies sich als besonders geeignet für lärmintensive Umgebungen wie Panzer und gepanzerte Fahrzeuge und konnte mit jedem deutschen Wehrmacht-Signalübertragungsgerät verwendet werden.

Nach Kriegsende 1945 wurden viele Exemplare modifiziert. Die Kabellänge wurde meist von der ursprünglichen Länge von 1,8 Metern gekürzt. Einige Exemplare wurden durch Überdeckung ihrer roten Abnahmestempel und Adlermarkierungen mit einem aufgedruckten roten Querbalken “entnazifiziert”. Viele überlebende Exemplare auf dem Sammlermarkt fehlen die Originalstecker. Trotz oder gerade wegen dieser historischen Bedeutung werden diese Kopfhörer weiterhin von Sammlern deutscher Militärkommunikationsausrüstung des Zweiten Weltkriegs gesucht.