NSFK Schulterstück für Anwärter bis Obertruppführer der NSFK Fliegergruppe 16

mit Metallauflagen in Aluminium vergoldet "16", für die Fliegergruppe "Südwest Karlsruhe", zum einnähen, Mottenschäden, Zustand 3.
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70,00

NSFK Schulterstück für Anwärter bis Obertruppführer der NSFK Fliegergruppe 16

Das vorliegende Schulterstück repräsentiert ein bedeutendes Ausbildungs- und Rangabzeichen des Nationalsozialistischen Fliegerkorps (NSFK), einer paramilitärischen Organisation des nationalsozialistischen Deutschlands. Dieses spezifische Exemplar wurde für Angehörige der NSFK Fliegergruppe 16 “Südwest” mit Sitz in Karlsruhe gefertigt und war für die Verwendung durch Ränge vom Anwärter bis zum Obertruppführer bestimmt.

Das Nationalsozialistische Fliegerkorps wurde am 17. April 1937 als Nachfolgeorganisation des Deutschen Luftsportverbandes (DLV) gegründet. Diese Umstrukturierung erfolgte auf direkten Befehl von Reichsluftfahrtminister Hermann Göring und diente der verstärkten vormilitärischen Luftfahrtausbildung der deutschen Jugend. Das NSFK unterstand formal der SA-Führung unter Viktor Lutze und später Wilhelm Schepmann, während die fachliche Leitung beim Reichsluftfahrtministerium lag. Generaloberst Friedrich Christiansen wurde zum Korpsführer des NSFK ernannt.

Die organisatorische Gliederung des NSFK erfolgte in verschiedenen territorialen Einheiten. Die Fliegergruppen bildeten dabei wichtige regionale Untereinheiten, die jeweils bestimmte geografische Bereiche abdeckten. Die Fliegergruppe 16 mit dem Beinamen “Südwest” war im Raum Karlsruhe stationiert und gehörte zum südwestdeutschen Organisationsbereich. Diese Fliegergruppen waren wiederum in kleinere Einheiten wie Stürme, Trupps und Scharen unterteilt.

Das Schulterstück selbst folgte den präzisen Uniformvorschriften des NSFK, die in mehreren Verordnungen zwischen 1937 und 1945 festgelegt wurden. Die Kennzeichnung bestand aus einer metallenen Auflage mit der Zahl “16” in vergoldetem Aluminium, welche die Zugehörigkeit zur entsprechenden Fliegergruppe eindeutig identifizierte. Diese Nummernauflagen wurden auf einem Stoffträger angebracht, der auf die Schulterklappen der Uniform aufgenäht wurde. Die Vergoldung des Aluminiums war charakteristisch für bestimmte Ranggruppen innerhalb des NSFK.

Die Rangstruktur des NSFK war komplex und orientierte sich teilweise an der SA-Hierarchie. Der Anwärter stellte die unterste Stufe dar und bezeichnete Personen, die sich in der Ausbildung befanden. Der Aufstieg erfolgte über Flieger, Oberflieger, Truppführer bis zum Obertruppführer. Diese Ränge entsprachen etwa den militärischen Dienstgraden vom einfachen Soldaten bis zum Unteroffizier. Für jeden Rang existierten spezifische Uniformvorschriften und Abzeichen.

Die Hauptaufgabe des NSFK bestand in der fliegerischen Vorschulung und der Vorbereitung junger Männer auf den Dienst in der Luftwaffe. Dies umfasste theoretischen Unterricht in Aerodynamik, Navigation und Wetterkunde sowie praktische Flugausbildung auf Segelflugzeugen und Motorflugzeugen. Die Organisation betrieb zahlreiche Flugschulen, Segelfluggelände und Werkstätten. Bis 1944 hatte das NSFK etwa 1,5 Millionen Mitglieder, von denen hunderttausende eine fliegerische Grundausbildung erhielten.

Die Fliegergruppe 16 in Karlsruhe nutzte wahrscheinlich die lokalen Flugplätze und Segelfluggelände in der Region Baden für ihre Ausbildungsaktivitäten. Der Raum Karlsruhe bot mit seinen geografischen Gegebenheiten günstige Bedingungen für die Fliegerei. Die Organisation führte regelmäßig Schulungen, Wettbewerbe und Propagandaveranstaltungen durch, um das Interesse an der Luftfahrt zu fördern und Nachwuchs zu rekrutieren.

Die Uniformierung des NSFK war detailliert geregelt. Die Grundfarbe der Uniform war Braungrau, wobei verschiedene Abzeichen, Ärmelstreifen und Schulterstücke die Funktion und den Rang des Trägers anzeigten. Die Schulterstücke wurden paarweise getragen und mussten fest auf die Schulterpartie der Uniformjacke aufgenäht werden. Die Metallauflagen wurden sorgfältig befestigt, um ein einheitliches Erscheinungsbild zu gewährleisten.

Mit dem Kriegsverlauf änderte sich die Rolle des NSFK. Viele Mitglieder wurden direkt zur Wehrmacht eingezogen, und die Organisation konzentrierte sich zunehmend auf kriegswichtige Aufgaben wie die Ausbildung von Kriegsversehrten, die Unterstützung der Luftabwehr und den Kurierdienst. Nach der bedingungslosen Kapitulation im Mai 1945 wurde das NSFK wie alle nationalsozialistischen Organisationen durch das Kontrollratsgesetz Nr. 2 vom 10. Oktober 1945 aufgelöst und verboten.

Heute sind Schulterstücke und andere Uniformteile des NSFK gesuchte Sammlerstücke für Militärhistoriker und Sammler, die sich mit der Geschichte der deutschen Luftfahrt und der paramilitärischen Organisationen des Dritten Reiches befassen. Sie dienen als materielle Zeugnisse einer dunklen Epoche deutscher Geschichte und helfen, die organisatorischen Strukturen und die Rolle der vormilitärischen Ausbildung im nationalsozialistischen System zu dokumentieren und zu verstehen.