Verwundetenabzeichen in Schwarz 1939 - Miniatur
Das Verwundetenabzeichen in Schwarz gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen des Zweiten Weltkrieges und stellt eine direkte Fortsetzung der im Ersten Weltkrieg eingeführten Tradition dar. Diese Miniaturversion mit einem Durchmesser von lediglich 9 mm repräsentiert eine besondere Variante dieser Auszeichnung, die für spezielle Trageweisen vorgesehen war.
Die rechtliche Grundlage für das Verwundetenabzeichen des Zweiten Weltkrieges bildete die Verordnung vom 1. September 1939, erlassen durch Wilhelm Keitel als Chef des Oberkommandos der Wehrmacht. Diese Verordnung reaktivierte das bereits im Ersten Weltkrieg eingeführte Abzeichen und passte es an die Erfordernisse der neuen Zeit an. Das Verwundetenabzeichen wurde in drei Stufen verliehen: Schwarz für ein- bis zweimalige Verwundung, Silber für drei- bis viermalige Verwundung und Gold für fünfmalige oder mehr Verwundungen.
Das schwarze Verwundetenabzeichen wurde Soldaten verliehen, die im Kampf verwundet wurden oder durch direkte Kriegseinwirkungen wie Bombenangriffe Verletzungen erlitten hatten. Auch Erfrierungen an der Ostfront oder andere kriegsbedingte Gesundheitsschäden konnten zur Verleihung führen. Die Auszeichnung war ein sichtbares Zeichen des persönlichen Opfers und wurde von den Trägern oft mit besonderem Stolz getragen.
Die hier beschriebene Miniaturausführung mit 9 mm Durchmesser unterscheidet sich deutlich von der regulären Ausführung, die etwa 38 mm maß. Miniaturen wurden vor allem für die Trageweise an der Zivilkleidung, an Frackketten oder in Kombination mit anderen Auszeichnungen in Miniaturform verwendet. Sie dienten dazu, die Auszeichnung auch bei festlichen Anlässen oder in Situationen zu tragen, wo die reguläre Größe als unangemessen groß erschien.
Das Design des Abzeichens zeigte traditionell einen Stahlhelm über zwei gekreuzten Schwertern, umgeben von einem Lorbeerkranz. Bei der schwarzen Stufe war das Abzeichen entsprechend in schwarz gehalten, wobei der Helm und die Schwerter plastisch hervortraten. Die magnetische Eigenschaft des beschriebenen Exemplars deutet auf eine Fertigung aus Eisen oder einer eisenhaltigen Legierung hin, was für die Kriegsproduktion typisch war, da Edelmetalle zunehmend knapp wurden.
Die Nadelkonstruktion ermöglichte das Befestigen an der Uniform oder Kleidung. Im Gegensatz zu größeren Ausführungen waren Miniaturen oft für die Verwendung an Ordensschnallen oder speziellen Miniaturketten vorgesehen. Die Fertigung erfolgte durch verschiedene Hersteller, die meist keine Herstellermarkierungen auf den Miniaturen anbrachten, was die Zuordnung zu spezifischen Produzenten heute erschwert.
Die Verleihungspraxis war streng geregelt. Eine Verwundung musste ärztlich attestiert werden, und die Verleihung erfolgte durch den zuständigen Truppenführer. Das Abzeichen wurde zusammen mit einem Besitzzeugnis übergeben, das die Umstände der Verwundung dokumentierte. Die Auszeichnung konnte auch posthum verliehen werden, wenn ein Soldat seinen Verwundungen erlegen war.
Im militärhistorischen Kontext nimmt das Verwundetenabzeichen eine besondere Stellung ein, da es nicht für besondere Tapferkeit oder militärische Leistungen verliehen wurde, sondern als Anerkennung für erlittenes Leid im Dienst. Dies unterschied es von anderen Auszeichnungen wie dem Eisernen Kreuz oder Kriegsverdienstkreuz.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen von 1957 in der Bundesrepublik Deutschland geregelt, dass Verwundetenabzeichen in “entnazifizierter” Form weiter getragen werden durften, sofern Hakenkreuze oder andere NS-Symbole entfernt wurden. Dies unterstreicht die Bedeutung, die dieser Auszeichnung auch in der Nachkriegszeit beigemessen wurde.
Sammlerstücke wie die beschriebene Miniatur sind heute wichtige Zeitdokumente, die Einblick in die Auszeichnungspraxis und das militärische Ehrensystem der damaligen Zeit geben. Der Zustand 2 deutet auf eine gut erhaltene Miniatur mit geringen Gebrauchsspuren hin, was bei einem über 80 Jahre alten Objekt bemerkenswert ist.