Allgemeines Sturmabzeichen - Frank & Reif

Feinzink, rückseitig Markierung des Herstellers, oberflächlich korrodiert.
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250,00

Allgemeines Sturmabzeichen - Frank & Reif

Das Allgemeine Sturmabzeichen war eine bedeutende militärische Auszeichnung der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Diese Auszeichnung wurde am 1. Juni 1940 durch den Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, gestiftet und sollte die aktive Teilnahme an Kampfhandlungen würdigen.

Die Stiftung dieser Auszeichnung erfolgte in einer Phase intensiver militärischer Operationen, insbesondere während des Westfeldzugs gegen Frankreich und die Benelux-Staaten. Das Abzeichen war gedacht für Soldaten aller Waffengattungen, die nicht bereits durch andere spezifische Sturmabzeichen ausgezeichnet werden konnten, wie etwa das Infanterie-Sturmabzeichen oder das Panzerkampfabzeichen.

Verleihungsbedingungen: Um das Allgemeine Sturmabzeichen zu erhalten, musste ein Soldat an mindestens drei Sturmangriffstagen an verschiedenen Tagen teilgenommen haben. Als Sturmangriff galt dabei die aktive Beteiligung an Gefechtshandlungen unter Feindfeuer. Alternativ konnte das Abzeichen auch für eine Verwundung während eines solchen Einsatzes verliehen werden.

Herstellung und Hersteller: Das hier beschriebene Exemplar stammt von der Firma Frank & Reif aus Stuttgart, einem der zahlreichen autorisierten Hersteller militärischer Auszeichnungen während des Krieges. Die Kennzeichnung der Hersteller auf der Rückseite war üblich und erfolgte meist durch Herstellercodes oder Firmennamen. Frank & Reif produzierte verschiedene militärische Abzeichen und Orden in unterschiedlichen Qualitätsstufen.

Das Material Feinzink (Feinzink) war während des Kriegsverlaufs ein häufig verwendetes Material für militärische Auszeichnungen. Zu Beginn des Krieges wurden viele Abzeichen noch aus Bronze oder anderen hochwertigen Materialien gefertigt. Mit fortschreitender Kriegsdauer und zunehmender Ressourcenknappheit ging man jedoch verstärkt zu günstigeren Materialien wie Zink über. Diese Abzeichen wurden in der Regel versilbert oder mit einer anderen Oberflächenbehandlung versehen.

Gestaltung: Das Allgemeine Sturmabzeichen zeigt ein ovales Eichenlaubkranz, in dessen Zentrum sich eine stilisierte Granate mit Flügeln befindet - ein Symbol für die Dynamik und Geschwindigkeit des modernen Krieges. Diese Gestaltung sollte die Verbindung zwischen traditionellen militärischen Werten (dargestellt durch das Eichenlaub) und moderner Kampfführung symbolisieren.

Erhaltungszustand: Die beschriebene oberflächliche Korrosion ist bei Zinkabzeichen ein häufig auftretendes Phänomen. Zink reagiert auf Feuchtigkeit und Luftsauerstoff und bildet im Laufe der Zeit eine Oxidschicht. Diese sogenannte “Zinkpest” kann bei unsachgemäßer Lagerung oder ungünstigen Umweltbedingungen auftreten und ist bei vielen erhaltenen Exemplaren zu beobachten.

Historische Bedeutung: Das Allgemeine Sturmabzeichen dokumentiert die militärische Auszeichnungspraxis des Dritten Reiches und die Bestrebungen, die Kampfmoral der Truppen durch Ehrungen und sichtbare Anerkennung zu fördern. Gleichzeitig spiegelt es die industrielle Massenproduktion von Auszeichnungen wider, die notwendig war, um den Bedarf der Millionenheere zu decken.

Heute sind solche Abzeichen wichtige zeitgeschichtliche Objekte, die in Museen und Sammlungen die Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts dokumentieren. Sie dienen der historischen Forschung und Bildung und helfen, die Mechanismen militärischer Motivation und Ehrung zu verstehen. Der Handel und die Sammlung solcher Objekte unterliegen in Deutschland strengen gesetzlichen Regelungen, insbesondere hinsichtlich der Darstellung verfassungswidriger Symbole.