Deutsches Reich 1. Weltkrieg Stahlhelm M 1916 in Mimikri-Tarnanstrich

Um 1918. Ausführung mit Blechbund mit rechteckigen Ösen und dem sehr selten erhaltenen Kinnriemen M18 (die Knöpfe 91 sind bei diesem Modell deswegen entfallen). Die originale Lackierung mit schwarz abgegrenzten Feldern und Tarnfarben zu ca. 75% erhalten. Innen mit dem dreiteiligen Futter am Blechbund, die Füllungen erhalten. Seitlich gestempelt «T.J.66» (C. Thiel & Söhne, Lübeck). Zustand 2.

Sehr selten! Eines der letzten produzierten Exemplare. Der zweiteilige Kinnriemen M18 wurde erst am 1.8.1918 in der Truppe eingeführt.
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2.800,00

Deutsches Reich 1. Weltkrieg Stahlhelm M 1916 in Mimikri-Tarnanstrich

Der deutsche Stahlhelm M 1916 mit Tarnbemalung stellt einen bedeutsamen Meilenstein in der Entwicklung des militärischen Kopfschutzes während des Ersten Weltkriegs dar. Diese Helme, die gegen Kriegsende in geringen Stückzahlen produziert wurden, verkörpern die fortschrittlichsten Konzepte sowohl im Bereich des Schutzes als auch der Tarnung.

Die Entwicklung des deutschen Stahlhelms begann 1915 unter der Leitung von Professor Friedrich Schwerd von der Technischen Hochschule Hannover. Nach umfangreichen ballistischen Tests wurde das Design im Januar 1916 offiziell als “Helm M 1916” eingeführt. Die charakteristische Form mit ihrer ausgeprägten Krempe und dem tiefen Nackenschutz bot überlegenen Schutz gegen Granatsplitter und herabfallende Objekte.

Die hier beschriebene Variante mit Mimikri-Tarnanstrich repräsentiert eine späte Kriegsentwicklung. Erste Tarnversuche begannen bereits 1917, als die deutsche Heeresleitung erkannte, dass die standardmäßige feldgraue Lackierung im Schützengraben zu auffällig war. Die Tarnbemalung folgte meist einem Muster aus dunklen geometrischen Feldern, die mit grünen, braunen und ockerfarbenen Tönen ausgefüllt wurden.

Besonders bemerkenswert ist der erwähnte Kinnriemen M18, der erst durch die Verfügung vom 1. August 1918 in der Truppe eingeführt wurde. Diese zweiteilige Konstruktion ersetzte das frühere System mit den charakteristischen Knöpfen 91 und bot verbesserten Tragekomfort. Die Einführung so spät im Krieg erklärt die extreme Seltenheit dieser Kombination.

Der Herstellerstempel “T.J.66” verweist auf C. Thiel & Söhne aus Lübeck, eines der Unternehmen, die an der Stahlhelmproduktion beteiligt waren. Die deutsche Rüstungsindustrie produzierte zwischen 1916 und 1918 etwa 7,5 Millionen Stahlhelme, wobei getarnte Exemplare nur einen winzigen Bruchteil ausmachten.

Diese Helme mit Tarnbemalung wurden hauptsächlich an Sturmtruppen, Scharfschützen und Spähtrupps ausgegeben, die besonders auf Tarnung angewiesen waren. Die Bemalung wurde oft direkt in den Feldwerkstätten oder sogar von den Soldaten selbst vorgenommen, wodurch jeder Helm einzigartige Charakteristika aufwies.