Infanteriesturmabzeichen - pillow crimp

Feinzink
510549
250,00

Infanteriesturmabzeichen - pillow crimp

Das Infanteriesturmabzeichen gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Diese spezielle Kampfabzeichen wurde am 20. Dezember 1939 durch Adolf Hitler gestiftet und sollte die besonderen Leistungen der Infanteristen im direkten Kampfeinsatz würdigen.

Die vorliegende Ausführung in Feinzink mit Pillow Crimp-Befestigung repräsentiert eine typische Produktionsvariante der Kriegsjahre. Der Begriff “Pillow Crimp” bezeichnet dabei eine spezielle Befestigungsmethode, bei der die Nadel durch ein kissenförmiges, gebogenes Plättchen am Rücken des Abzeichens gehalten wird. Diese Konstruktion wurde von verschiedenen Herstellern verwendet und bot eine sichere Befestigung an der Uniform.

Die Verleihungskriterien für das Infanteriesturmabzeichen wurden in der ursprünglichen Stiftungsurkunde präzise festgelegt. Ein Infanterist musste an mindestens drei Sturmangriffen an verschiedenen Tagen teilgenommen haben, um die Auszeichnung zu erhalten. Alternativ konnte das Abzeichen auch für besondere Tapferkeit im Nahkampf oder nach Verwundung während eines Sturmangriffs verliehen werden. Diese strengen Kriterien unterstrichen den hohen Stellenwert der Auszeichnung.

Die Gestaltung des Abzeichens folgte einem standardisierten Muster: Zentral dargestellt ist ein Gewehr mit aufgepflanztem Seitengewehr, umgeben von einem Eichenlaubkranz. Über dem Gewehr prangt der deutsche Adler mit ausgebreiteten Schwingen. Diese Symbolik sollte die Wehrhaftigkeit und den Angriffsgeist der Infanterie verkörpern. Die Abmessungen waren auf etwa 6,5 x 4,5 Zentimeter festgelegt.

Die Produktion in Feinzink war besonders während der späteren Kriegsjahre verbreitet, als kriegswichtige Materialien wie Bronze und andere Metalle zunehmend knapp wurden. Feinzink bot eine kostengünstige Alternative, die dennoch eine befriedigende Detailwiedergabe ermöglichte. Die Abzeichen wurden zunächst gegossen oder geprägt und anschließend meist versilbert, um eine hochwertigere Optik zu erzielen.

Zahlreiche Hersteller waren an der Produktion beteiligt, darunter bekannte Firmen wie Friedrich Linden aus Lüdenscheid, Josef Feix & Söhne aus Gablonz, und Wilhelm Deumer aus Lüdenscheid. Jeder Hersteller hatte leicht variierende Produktionsmethoden und Qualitätsstandards, was zu einer bemerkenswerten Vielfalt an Ausführungen führte. Die meisten Stücke trugen Herstellermarken, wobei die Kennzeichnungspflicht im Laufe des Krieges unterschiedlich gehandhabt wurde.

Die historische Bedeutung des Infanteriesturmabzeichens liegt nicht nur in seiner militärischen Funktion, sondern auch in seiner Rolle als Zeugnis der Kriegsführung. Die Verleihungszahlen stiegen mit der Intensivierung der Kampfhandlungen dramatisch an. Besonders an der Ostfront, wo erbitterte Kämpfe den Kriegsalltag prägten, wurde das Abzeichen in großer Zahl verliehen.

Im Jahr 1943 wurden zusätzliche Stufen des Abzeichens eingeführt: Das Infanteriesturmabzeichen in Silber für 25 Sturmtage, 50 Nahkampftage oder entsprechende Verwundungen, und in Gold für 50 beziehungsweise 100 Kampftage. Diese Erweiterung spiegelte die Härte und Dauer der Kampfhandlungen wider.

Aus heutiger Sicht sind diese Objekte wichtige historische Artefakte, die Einblick in die Auszeichnungspraxis, Produktionstechniken und Materialverwendung der Zeit geben. Sammler und Historiker unterscheiden minutiös zwischen verschiedenen Herstellervarianten, Produktionszeiträumen und Qualitätsstufen. Die Pillow Crimp-Befestigung ist dabei ein charakteristisches Merkmal, das bei der Authentifizierung und zeitlichen Einordnung hilft.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit solchen militärhistorischen Objekten erfolgt heute im Kontext einer kritischen Geschichtsbetrachtung, die den historischen Wert der Artefakte anerkennt, ohne deren ideologischen Hintergrund zu glorifizieren.