Luftwaffe Eiserne Ehrenplakette des Feldluftgau Norwegen

Rechteckige Plakette aus Zink bronziert, Maße 110 x 160 mm. Darstellung: großer Luftwaffenadler, mit umlaufendem Hakenkreuzband, Text "Für besondere Leistung Der Kommandierende General und Befehlshaber im Feldluftgau Norwegen". Rückseitig mit Verleihungsnummer 8995, rückseitig mit Halteöse. Plakette ist leicht verzogen, Zustand 2.
Sehr selten.
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1.500,00

Luftwaffe Eiserne Ehrenplakette des Feldluftgau Norwegen

Die Eiserne Ehrenplakette des Feldluftgau Norwegen gehört zu den seltensten und historisch bedeutsamsten Auszeichnungen der deutschen Luftwaffe während des Zweiten Weltkriegs. Diese rechteckige, bronzierte Zinkplakette mit den Maßen 110 x 160 mm wurde von dem Kommandierenden General und Befehlshaber im Feldluftgau Norwegen für besondere Leistungen verliehen.

Der Feldluftgau Norwegen wurde nach der deutschen Besetzung Norwegens im April 1940 (Unternehmen Weserübung) eingerichtet. Diese Luftwaffenverwaltungseinheit war für die gesamte Luftwaffeninfrastrtur in Norwegen verantwortlich, einschließlich Flugplätze, Nachschubwesen, Flugabwehr und technische Dienste. Norwegen hatte für die deutsche Kriegführung eine immense strategische Bedeutung: Es sicherte die Erzzufuhr aus Schweden, diente als Basis für Operationen gegen alliierte Nordmeergeleitzüge und bildete einen wichtigen Teil der “Festung Europa”.

Die Plakette zeigt den charakteristischen Luftwaffenadler mit umschlingendem Hakenkreuzband, ein ikonographisches Element, das in verschiedenen Variationen auf Luftwaffenauszeichnungen und -abzeichen verwendet wurde. Die Inschrift “Für besondere Leistung - Der Kommandierende General und Befehlshaber im Feldluftgau Norwegen” weist auf den offiziellen Charakter dieser Auszeichnung hin.

Die hohe Verleihungsnummer 8995 auf der Rückseite könnte zunächst auf eine große Anzahl von Verleihungen hindeuten, jedoch ist bei militärischen Auszeichnungen zu beachten, dass Nummerierungssysteme oft mit hohen Zahlen begannen oder mehrere Objektkategorien umfassten. Die extreme Seltenheit dieser Plaketten auf dem Sammlermarkt deutet darauf hin, dass tatsächlich nur eine begrenzte Anzahl verliehen wurde.

Solche Ehrenplaketten wurden typischerweise an Zivilpersonen, Angehörige der Organisation Todt, Mitarbeiter von Rüstungsbetrieben oder einheimische Hilfskräfte verliehen, die sich durch außergewöhnliche Leistungen beim Aufbau und Betrieb der Luftwaffeninfrastruktur verdient gemacht hatten. Dies unterschied sie von militärischen Orden und Ehrenzeichen, die an Soldaten für Tapferkeit oder Dienstzeit verliehen wurden.

Die Verwendung von bronziertem Zink als Material ist typisch für Kriegsauszeichnungen aus der mittleren und späten Kriegsphase, als strategische Metalle wie Bronze und Kupfer knapp wurden. Die Materialbeschränkungen führten dazu, dass viele Auszeichnungen aus Ersatzmaterialien gefertigt wurden, was jedoch ihre Bedeutung für die Empfänger nicht schmälerte.

Der Zeitraum der Verleihung lässt sich auf die Jahre 1940 bis 1945 eingrenzen, wobei die meisten Verleihungen wahrscheinlich in den Jahren 1941 bis 1943 erfolgten, als der Ausbau der Luftwaffeninfrastruktur in Norwegen seinen Höhepunkt erreichte. In dieser Zeit wurden zahlreiche Flugplätze angelegt oder erweitert, darunter wichtige Stützpunkte wie Bardufoss, Banak, Trondheim-Værnes und Stavanger-Sola.

Die militärische Präsenz in Norwegen band erhebliche deutsche Kräfte. Zeitweise waren über 300.000 deutsche Soldaten in Norwegen stationiert, darunter bedeutende Luftwaffenverbände. Die Luftwaffe operierte von norwegischen Basen aus gegen die alliierten Geleitzüge nach Murmansk und Archangelsk, was zu schweren Verlusten auf beiden Seiten führte.

Nach Kriegsende 1945 wurden viele solcher Auszeichnungen vernichtet, da der Besitz von NS-Symbolen in den Besatzungszonen verboten war. Dies erklärt die außerordentliche Seltenheit dieser Plaketten heute. Überlebende Exemplare befinden sich meist in Museumssammlungen oder bei spezialisierten Sammlern militärhistorischer Objekte.

Aus wissenschaftlicher Sicht sind solche Objekte wichtige Zeugnisse der Verwaltungs- und Anerkennungspraxis der deutschen Luftwaffe. Sie dokumentieren die Bemühungen, auch zivile Mitarbeiter und Hilfskräfte in das militärische Ehrungssystem zu integrieren und deren Leistungen anzuerkennen. Die Plakette steht exemplarisch für die umfassende Organisation und Bürokratie der Wehrmacht, die selbst in besetzten Gebieten ein formalisiertes System von Auszeichnungen aufrechterhielt.

Heute sind solche Objekte ausschließlich von historischem und musealen Interesse. Sie dienen der Erforschung und Dokumentation dieser dunklen Periode der europäischen Geschichte und helfen, die Strukturen und Mechanismen der NS-Herrschaft zu verstehen.