NSKK - nichttragbare Siegerplakette - " Sauerländische Geländefahrt 26. Mai 1935 - Motorbrigade Westfalen - Dem Sieger "

Buntmetall versilbert, 55 mm, mit 2 Bohrungen, Zustand 2.
337349
240,00

NSKK - nichttragbare Siegerplakette - " Sauerländische Geländefahrt 26. Mai 1935 - Motorbrigade Westfalen - Dem Sieger "

Die vorliegende Siegerplakette der Sauerländischen Geländefahrt vom 26. Mai 1935 stellt ein bemerkenswertes Zeugnis der motorsportlichen Aktivitäten des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) in der Vorkriegszeit dar. Diese versilberte Buntmetallplakette mit einem Durchmesser von 55 mm und zwei Bohrungen zur Befestigung dokumentiert die intensive Förderung des Motorsports durch nationalsozialistische Organisationen in den 1930er Jahren.

Das NSKK wurde am 1. Mai 1931 zunächst als Unterorganisation der SA gegründet und am 23. August 1934 zu einer eigenständigen Gliederung der NSDAP erhoben. Unter der Führung von Korpsführer Adolf Hühnlein entwickelte sich das NSKK zu einer massenwirksamen Organisation, die 1939 über 500.000 Mitglieder zählte. Die Hauptaufgabe bestand in der kraftfahrtechnischen Ausbildung und Ertüchtigung der deutschen Bevölkerung, wobei motorsportliche Veranstaltungen eine zentrale Rolle spielten.

Die Motorbrigade Westfalen, die diese Veranstaltung ausrichtete, war eine der regionalen Gliederungen des NSKK. Die territoriale Organisation des Korps folgte der Struktur der NSDAP-Gaue und umfasste mehrere Motorstandarten, die wiederum in Motorstürme unterteilt waren. Die Motorbrigade Westfalen deckte ein bedeutendes Industriegebiet ab, in dem die Motorisierung und der Ausbau des Straßennetzes in den 1930er Jahren forciert vorangetrieben wurden.

Geländefahrten stellten eine besondere Kategorie motorsportlicher Wettbewerbe dar, die sowohl fahrpraktische Fähigkeiten als auch technisches Verständnis und Orientierungsvermögen prüften. Diese Veranstaltungen dienten nicht nur der Unterhaltung und dem sportlichen Wettkampf, sondern hatten explizit auch einen wehrpolitischen Ausbildungscharakter. Die Teilnehmer mussten anspruchsvolle Strecken durch unwegsames Gelände bewältigen, Navigationsaufgaben lösen und technische Prüfungen absolvieren. Solche Fähigkeiten waren im militärischen Kontext von erheblicher Bedeutung, insbesondere für die geplante Motorisierung der Wehrmacht.

Das Jahr 1935, in dem diese Veranstaltung stattfand, markierte einen Wendepunkt in der deutschen Geschichte. Am 16. März 1935 verkündete Hitler die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht und den offenen Bruch mit den militärischen Beschränkungen des Versailler Vertrages. In diesem Kontext gewannen paramilitärische Organisationen wie das NSKK zusätzliche Bedeutung für die Vorbereitung der Bevölkerung auf eine mögliche militärische Verwendung.

Die Verleihung von nichttragbaren Plaketten unterschied sich von tragbaren Auszeichnungen und Abzeichen. Während letztere an der Uniform getragen werden konnten, waren Plaketten dieser Art als Erinnerungs- und Ehrenstücke konzipiert, die aufbewahrt oder zur Schau gestellt wurden. Die beiden Bohrungen ermöglichten die Montage auf einem Sockel oder einer Präsentationstafel. Dies entsprach einer verbreiteten Praxis bei Sportveranstaltungen und Wettbewerben.

Die Versilberung der Buntmetallplakette verlieh dem Objekt einen gewissen repräsentativen Charakter, ohne dass kostspielige Edelmetalle verwendet werden mussten. Diese Herstellungstechnik war in den 1930er Jahren bei Massenausfertigungen üblich und ermöglichte eine ansprechende Optik bei vertretbaren Kosten. Die handwerkliche Ausführung solcher Plaketten wurde häufig von spezialisierten Metallwarenfabriken übernommen, die sich auf die Produktion von Abzeichen und Auszeichnungen für nationalsozialistische Organisationen spezialisiert hatten.

Die Inschrift “Dem Sieger” macht deutlich, dass es sich um eine Einzelauszeichnung für den Gewinner der Veranstaltung handelte, nicht um eine Teilnehmerplakette. Dies unterstreicht den Wettkampfcharakter der Geländefahrt und den Leistungsgedanken, der im nationalsozialistischen Sportverständnis zentral war. Der Motorsport wurde als Bewährungsfeld für Mut, Entschlossenheit und technisches Können verstanden und propagandistisch entsprechend inszeniert.

Solche Veranstaltungen wurden in der zeitgenössischen Presse ausführlich gewürdigt und dienten der Selbstdarstellung des Regimes. Sie demonstrierten die vermeintlichen Errungenschaften der nationalsozialistischen Motorisierungspolitik und sollten die Verbundenheit zwischen Volk, Technik und Führung symbolisieren. Die regionale Verwurzelung, hier im Sauerland, betonte zudem die flächendeckende Organisation und Mobilisierung der Bevölkerung.

Aus historischer Perspektive sind solche Objekte heute wichtige Quellen für die Erforschung der alltäglichen Aktivitäten nationalsozialistischer Organisationen jenseits der politischen Großereignisse. Sie dokumentieren die Durchdringung der Gesellschaft mit NS-Strukturen und die Instrumentalisierung von Sport und Freizeitaktivitäten für ideologische und militärische Zwecke.