Nationale, Völkische Verbände und Kampfbünde - Frontbann

Frontbann-Nadel, massiv geprägt, versilbert und getönt, rückseitig "RZM 21" markiert, 20 x 20 mm, an Nadel, Zustand 2.
Der Frontbann war eine Auffangorganisation für verschiedene, nach dem fehlgeschlagenen Hitlerputsch verbotene, rechtsextreme Wehrverbände in der Weimarer Republik. Die Organisation als solche wurde von Ernst Röhm im Mai 1924 aufgezogen. Der Name "Frontbann" als Bezeichnung für den neuen Verband will Röhm seinen Memoiren zufolge am 31. Mai 1924 während einer Fahrt nach Landsberg eingefallen sein. Im September des Jahres soll die Organisation bereits über 30.000 Mitglieder verfügt haben.
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Das Frontbann-Abzeichen (Frontbannabzeichen)

Das Frontbann-Abzeichen gehört zu den selteneren und historisch besonders aufschlussreichen Erinnerungsstücken aus der Zeit der Weimarer Republik und der frühen nationalsozialistischen Bewegung. Als Sammlerstück vereint es die Geschichte einer kurzlebigen paramilitärischen Ersatzorganisation mit der späteren Erinnerungspolitik des NS-Regimes und wirft zugleich interessante Fragen hinsichtlich seiner Herstellung und Datierung auf.

Historischer Hintergrund: Der Frontbann

Der Frontbann wurde im Frühjahr 1924 als Ersatzorganisation für die damals verbotene SA (Sturmabteilung) ins Leben gerufen. Hintergrund des Verbots war der gescheiterte “Bierhallen-Putsch” vom November 1923, in dessen Folge die Regierung der Weimarer Republik die NSDAP mitsamt der SA für illegal erklärte. Um die entwurzelten Mitglieder der SA und anderer rechtsextremer Wehrverbände aufzufangen und organisatorisch zusammenzuhalten, wurde der Frontbann unter der Führung von Ernst Röhm aufgebaut. Die Organisation vereinte zahlreiche der ursprünglichen SA-Mitglieder und diente als Sammelbecken für verschiedene nach dem Putsch verbotene rechtsextreme Wehrverbände.

Die Organisation wuchs rasch an und verfügte über etwa 30.000 Mitglieder in ganz Deutschland. Unter den prominenten Mitgliedern befanden sich Kurt Daluege, der die Frontbann-Einheit in Berlin leitete, sowie Martin Bormann, der der Einheit in Thüringen angehörte. Als das Verbot der NSDAP am 27. Februar 1925 aufgehoben wurde, wurde der Frontbann aufgelöst und seine Mitglieder in die neu formierte SA überführt.

Das Abzeichen: Gestaltung und Bedeutung

Das Frontbann-Abzeichen wurde 1932 von der SA-Gruppe Berlin-Brandenburg geschaffen – also retrospektiv, Jahre nach der Auflösung des Frontbanns selbst. Es handelt sich somit um ein Erinnerungsabzeichen, das die Zugehörigkeit zu dieser frühen Formation der Bewegung dokumentieren und würdigen sollte.

Das Abzeichen besteht aus einem Hakenkreuz mit einem Stahlhelm in der Mitte. Auf den Armen des Hakenkreuzes sind die Worte “WIR WOLLEN FREI WERDEN” (“We want to be free”) eingeprägt. Das vorliegende Exemplar misst 20 x 20 mm, ist massiv geprägt und versilbert auf Grundmetall. Rückseitig ist es mit “RZM 21” markiert und mit einer Nadel zur Befestigung versehen. Bei massiven Ausführungen des Abzeichens befindet sich die Herstellermarke typischerweise auf dem oberen rechten Arm des Hakenkreuzes, während das RZM-Logo auf dem unteren Arm gestempelt sein kann.

Es existieren sowohl massive als auch hohlgeprägte Varianten des Abzeichens. Bekannte Herstellernummern sind 21 und 63. Darüber hinaus sind unmarkierte Exemplare bekannt, die original erscheinen, sowie Stücke mit der Markierung “Z.M. OST”.

Verleihungskriterien

Die Berechtigung zum Erwerb und Tragen des Frontbann-Abzeichens war an strenge Kriterien geknüpft. Der Träger musste dem Frontbann vor dem 31. Dezember 1927 beigetreten sein und zuvor eine Mitgliedschaft in der NSDAP oder einer anderen rechtsextremen paramilitärischen Organisation nachweisen können. Das Abzeichen wurde an Parteigenossen (PG) mit einer Mitgliedsnummer unter 50.000 verliehen, deren Mitgliedschaft ununterbrochen war. Ebenso konnten es Mitglieder nationalistischer Organisationen erhalten, die eine ununterbrochene Mitgliedschaft vom 9. November 1918 bis zum 31. Dezember 1927 nachweisen konnten. Diese strengen Voraussetzungen unterstreichen den Charakter des Abzeichens als Auszeichnung für die “Alte Garde” der Bewegung.

Offizielle Anerkennung und spätere Geschichte

Im Jahr 1933 wurde das Frontbann-Abzeichen als offizielle Dekoration der NSDAP gelistet. Diese Anerkennung war jedoch nur von kurzer Dauer – die Autorisierung wurde noch vor Ende 1934 wieder entzogen.

Die RZM-Markierung: Ein bemerkenswertes Detail

Ein für Sammler besonders interessanter Aspekt dieses Abzeichens betrifft die RZM-Markierung. Die Reichszeugmeisterei (RZM) war das Kontrollsystem der NSDAP für die Herstellung von Parteiinsignien und -ausrüstung. Dieses System wurde erst 1934 eingeführt, obwohl das Frontbann-Abzeichen bereits 1932 geschaffen wurde. Dieser chronologische Widerspruch deutet darauf hin, dass die RZM-markierten Exemplare entweder nach 1934 produziert bzw. nachproduziert wurden oder dass die RZM-Markierungen nachträglich auf bereits existierende Abzeichen aufgebracht wurden. Für Sammler ist diese Diskrepanz ein wichtiges Detail bei der Einordnung und Beurteilung von Exemplaren.

Bedeutung für Sammler

Das Frontbann-Abzeichen ist ein faszinierendes Sammlerstück, das mehrere historische Schichten vereint: die Geschichte der verbotenen paramilitärischen Verbände der Weimarer Republik, die retrospektive Erinnerungspolitik der nationalsozialistischen Bewegung und die Komplexität des RZM-Kontrollsystems. Das vorliegende Exemplar in der massiv geprägten, versilberten Ausführung mit der Herstellermarkierung RZM 21 repräsentiert eine der dokumentierten Hauptvarianten dieses Abzeichens und bietet einen authentischen materiellen Zugang zu einem kurzen, aber bedeutsamen Kapitel der deutschen Geschichte.