Preußen tragbare Centenarmedaille zur Jahrhundertfeier des 2. Hannoverschen Infanterie-Regiments Nr. 77, 1813-1913

Buntmetall versilbert. Durchmesser 35 mm. Zustand 2.
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50,00

Preußen tragbare Centenarmedaille zur Jahrhundertfeier des 2. Hannoverschen Infanterie-Regiments Nr. 77, 1813-1913

Die tragbare Centenarmedaille des 2. Hannoverschen Infanterie-Regiments Nr. 77 wurde zur Jahrhundertfeier der Regimentsgeschichte im Jahr 1913 ausgegeben. Diese Medaille dokumentiert die hundertjährige Tradition einer militärischen Einheit, die ihre Wurzeln in den Befreiungskriegen gegen Napoleon hatte.

Das 2. Hannoversche Infanterie-Regiment Nr. 77 wurde ursprünglich 1813 während der Befreiungskriege aufgestellt, als sich die deutschen Staaten gegen die französische Vorherrschaft erhoben. Nach der Annexion des Königreichs Hannover durch Preußen im Jahr 1866 wurde das Regiment in die preußische Armee eingegliedert und erhielt die Nummer 77. Der Verband behielt jedoch seine hannoversche Identität und Tradition bei, was in der offiziellen Bezeichnung zum Ausdruck kam.

Die Medaille besteht aus versilbertem Buntmetall mit einem Durchmesser von 35 Millimetern, was den üblichen Maßen für tragbare Erinnerungsmedaillen dieser Epoche entspricht. Die Wahl des Materials war typisch für Jubiläumsmedaillen, die an eine größere Anzahl von Personen ausgegeben werden sollten – sowohl an aktive Soldaten als auch an Veteranen und möglicherweise an zivile Persönlichkeiten, die mit dem Regiment verbunden waren.

Im Deutschen Kaiserreich war es üblich, dass Regimenter zu bedeutenden Jubiläen, insbesondere Centenarfeiern, Erinnerungsmedaillen ausgaben. Diese Praxis intensivierte sich besonders nach der Reichsgründung 1871 und erreichte ihren Höhepunkt in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg. Die Centenarmedaillen dienten mehreren Zwecken: Sie stärkten den Korpsgeist, dokumentierten die militärische Tradition und festigten die Verbindung zwischen aktiven Soldaten und Veteranen.

Das Jahr 1913 war im Deutschen Kaiserreich von besonderer Bedeutung. Es markierte nicht nur zahlreiche Regimentsjubiläen, sondern auch die Centenarfeier der Völkerschlacht bei Leipzig, des größten militärischen Triumphes der Befreiungskriege. Viele Regimenter, die 1813 aufgestellt worden waren oder an den Befreiungskriegen teilgenommen hatten, feierten in diesem Jahr ihre hundertjährige Geschichte.

Die Verleihung solcher Medaillen unterlag bestimmten Regelungen. In der Regel mussten die Regimenter die Genehmigung der militärischen Behörden einholen, bevor sie Jubiläumsmedaillen ausgaben. Die Stiftung einer solchen Medaille war oft mit umfangreichen Feierlichkeiten verbunden, die mehrere Tage dauern konnten und Paraden, festliche Gottesdienste, Bankette und historische Vorträge umfassten.

Die tragbare Ausführung der Medaille deutet darauf hin, dass sie an einem Band getragen werden konnte, vermutlich an der Uniform oder bei besonderen Anlässen an der Zivilkleidung. Dies unterschied sie von reinen Schaustücken oder Tischmedaillen. Die Berechtigung zum Tragen solcher Erinnerungsmedaillen war in der preußischen Armee genau geregelt und hing von der jeweiligen Verbindung zum Regiment ab.

Das 2. Hannoversche Infanterie-Regiment Nr. 77 war in Celle garnisoniert und gehörte zur 19. Infanterie-Brigade der 10. Division des X. Armee-Korps. Die Einheit hatte eine bedeutende regionale Verankerung in Niedersachsen und rekrutierte ihre Mannschaften hauptsächlich aus dieser Region.

Nur ein Jahr nach der Centenarfeier brach der Erste Weltkrieg aus, der die deutsche Regimentslandschaft grundlegend verändern sollte. Das Regiment nahm am Ersten Weltkrieg teil und erlitt wie die meisten deutschen Infanterieregimenter schwere Verluste. Nach der deutschen Niederlage und der Auflösung der kaiserlichen Armee im Jahr 1918/19 wurde das Regiment aufgelöst.

Heute sind solche Centenarmedaillen wichtige militärhistorische Dokumente, die Einblick in die Traditionskultur der kaiserlichen deutschen Armee geben. Sie dokumentieren nicht nur die Geschichte einzelner Regimenter, sondern auch die Art und Weise, wie das Kaiserreich seine militärische Vergangenheit zelebrierte und die Verbindung zwischen verschiedenen Generationen von Soldaten pflegte.

Für Sammler und Historiker sind solche Medaillen wertvoll, da sie oft kunsthandwerklich hochwertig gestaltet sind und historische Informationen über Regimentsgeschichte, Uniformierung und militärische Tradition vermitteln. Der Erhaltungszustand dieser Medaille wird mit 2 angegeben, was auf ein gut erhaltenes Exemplar mit nur geringen Gebrauchsspuren hinweist.

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