Preußen tragbare Medaille zum 100. Jubiläum 1813-1913 des Infanterie Regiment Prinz Friedrich der Niederlande (2. Westfälisches) Nr. 15

Standort Minden, um 1913, ohne Öse und ohne Band. Zustand 2.
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40,00

Preußen tragbare Medaille zum 100. Jubiläum 1813-1913 des Infanterie Regiment Prinz Friedrich der Niederlande (2. Westfälisches) Nr. 15

Die tragbare Medaille zum 100. Jubiläum des Infanterie-Regiments Prinz Friedrich der Niederlande (2. Westfälisches) Nr. 15 stellt ein bedeutendes Zeugnis preußischer Militärgeschichte und Erinnerungskultur dar. Diese Medaille wurde anlässlich des hundertjährigen Bestehens des Regiments im Jahr 1913 geschaffen und erinnert an die Gründung und die Verdienste dieser traditionsreichen Einheit während der Befreiungskriege gegen Napoleon.

Das Infanterie-Regiment Nr. 15 hatte seinen Standort in Minden, einer strategisch wichtigen Stadt in Westfalen. Das Regiment führte den Ehrennamen “Prinz Friedrich der Niederlande” und trug die Bezeichnung 2. Westfälisches, was seine regionale Verankerung und Rekrutierungsbasis verdeutlichte. Die Namensgebung ehrte Prinz Friedrich der Niederlande, der als Chef des Regiments fungierte und die enge dynastische Verbindung zwischen dem preußischen Königshaus und dem niederländischen Königshaus symbolisierte.

Die historischen Wurzeln des Regiments reichen zurück in das Jahr 1813, ein Schicksalsjahr für Preußen und Deutschland. Nach der verheerenden Niederlage Napoleons in Russland ergriff Preußen die Initiative und schloss im Februar 1813 das Bündnis von Kalisch mit Russland. König Friedrich Wilhelm III. rief sein Volk in der berühmten Proklamation “An mein Volk” vom 17. März 1813 zu den Waffen. In dieser Zeit der nationalen Erhebung wurden zahlreiche neue Regimenter aufgestellt, darunter auch das spätere Regiment Nr. 15.

Die Jubiläumsmedaille von 1913 entstand in einer Zeit, in der das Deutsche Kaiserreich auf dem Höhepunkt seiner Macht stand. Die Hundertjahrfeiern der Befreiungskriege hatten besondere Bedeutung, da sie die militärischen Traditionen und den patriotischen Geist jener Epoche heraufbeschworen. Solche Jubiläumsmedaillen wurden typischerweise in begrenzter Auflage hergestellt und an aktive und ehemalige Regimentsangehörige, aber auch an verdiente Bürger und Förderer des Regiments verliehen.

Die Gestaltung derartiger Regimentsmedaillen folgte in der preußischen Armee bestimmten Konventionen. Üblicherweise zeigten sie auf der Vorderseite das Regiment betreffende Symbole, Wappen oder Porträts, während die Rückseite häufig Inschriften mit Jahreszahlen und Widmungen trug. Die Medaillen waren normalerweise aus Bronze, Silber oder anderen Metallen gefertigt und wurden an charakteristischen Bändern in den Regimentsfarben getragen.

Das vorliegende Exemplar wird ohne Öse und ohne Band beschrieben, was darauf hindeutet, dass diese Elemente im Laufe der Zeit verloren gingen oder entfernt wurden. Dies ist bei historischen Militaria nicht ungewöhnlich, da viele Stücke über mehr als ein Jahrhundert hinweg verschiedene Besitzer und Verwendungszwecke durchliefen. Der angegebene Zustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, das trotz seines Alters von über 110 Jahren seine wesentlichen Merkmale bewahrt hat.

Das Regiment selbst spielte während seiner Geschichte eine wichtige Rolle in der preußischen und später deutschen Armee. Nach seiner Gründung 1813 nahm es an den entscheidenden Schlachten der Befreiungskriege teil, darunter möglicherweise die Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813, die als größte Schlacht der Napoleonischen Kriege in die Geschichte einging. In den folgenden Jahrzehnten war das Regiment in verschiedene militärische Konflikte involviert, darunter die Einigungskriege von 1864, 1866 und 1870/71, die zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs führten.

Die Stadt Minden als Garnisonsstadt hatte eine lange militärische Tradition. Die Anwesenheit des Infanterie-Regiments Nr. 15 prägte das städtische Leben erheblich. Militärische Paraden, Manöver und gesellschaftliche Veranstaltungen des Regiments waren feste Bestandteile des lokalen Kalenders. Die Jubiläumsfeierlichkeiten von 1913 dürften in Minden mit großem Pomp begangen worden sein, einschließlich Gottesdiensten, Festakten und militärischen Zeremonien.

Nur ein Jahr nach diesem stolzen Jubiläum brach der Erste Weltkrieg aus, der die alte Ordnung Europas grundlegend verändern sollte. Das Infanterie-Regiment Nr. 15 marschierte im August 1914 in den Krieg und kämpfte an verschiedenen Fronten. Die Jubiläumsmedaille von 1913 erinnert somit an eine Epoche, die kurz darauf für immer enden sollte – das wilhelminische Kaiserreich mit seinen prächtigen Militärtraditionen und seinem Selbstverständnis als Nachfolger der Befreiungskämpfer von 1813.

Heute sind solche Jubiläumsmedaillen wichtige historische Artefakte, die Einblicke in die Militär- und Erinnerungskultur des Deutschen Kaiserreichs bieten. Sie dokumentieren nicht nur die Geschichte einzelner Regimenter, sondern auch die Art und Weise, wie militärische Traditionen gepflegt und an nachfolgende Generationen weitergegeben wurden. Für Sammler und Historiker stellen sie wertvolle Quellen zur Erforschung der preußisch-deutschen Militärgeschichte dar.

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