Arbeitsdienst - Deutscher Frauenarbeitsdienst

Brosche, mit eingeschlagener Trägernummer " 39881 ", an Nadel, Zustand 2. Dazu das original Foto der Trägerin.
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120,00

Arbeitsdienst - Deutscher Frauenarbeitsdienst

Die Brosche des Deutschen Frauenarbeitsdienstes stellt ein bedeutendes Zeugnis der nationalsozialistischen Arbeitspolitik und der Rolle der Frau im Dritten Reich dar. Dieses spezielle Exemplar trägt die eingeschlagene Trägernummer 39881 und wird von einem Originalfoto seiner Trägerin begleitet, was es zu einem besonders wertvollen historischen Dokument macht.

Der Reichsarbeitsdienst (RAD) wurde am 26. Juni 1935 durch das “Gesetz für den Reichsarbeitsdienst” als staatliche Pflichtorganisation etabliert. Während der RAD zunächst hauptsächlich für männliche Arbeitskräfte konzipiert wurde, entstand parallel dazu der Arbeitsdienst für die weibliche Jugend, der später als Deutscher Frauenarbeitsdienst bezeichnet wurde. Ab 1939, mit Beginn des Zweiten Weltkrieges, wurde auch für junge Frauen die Arbeitsdienstpflicht eingeführt.

Die Arbeitsdienstbrosche diente als offizielles Abzeichen zur Identifikation der Trägerinnen und symbolisierte ihre Zugehörigkeit zur Organisation. Die Broschen wurden aus verschiedenen Materialien gefertigt, meist aus versilbertem oder vernickeltem Metall. Das Design zeigte typischerweise das Emblem des Frauenarbeitsdienstes, welches sich durch spezifische nationalsozialistische Symbolik auszeichnete.

Die eingeschlagene Trägernummer auf diesem Exemplar ist von besonderer historischer Bedeutung. Jede Arbeitsmaid erhielt eine individuelle Nummer, die ihre Registrierung im System dokumentierte. Diese Nummerierung ermöglichte eine systematische Erfassung und Verwaltung der Dienstleistenden. Die Nummer 39881 deutet auf eine mittlere Registrierungsphase hin, vermutlich aus den späten 1930er oder frühen 1940er Jahren.

Der Frauenarbeitsdienst hatte mehrere Aufgabenbereiche. Junge Frauen im Alter von 17 bis 25 Jahren wurden für sechs Monate zum Dienst verpflichtet. Sie arbeiteten hauptsächlich in der Landwirtschaft, in der Hauswirtschaft, in sozialen Einrichtungen und später zunehmend in kriegswichtigen Bereichen. Die Arbeitsmaiden trugen Uniformen, lebten in Lagern und unterlagen einer paramilitärischen Disziplin. Der Dienst sollte nicht nur praktische Arbeitskraft bereitstellen, sondern auch ideologische Erziehung im Sinne der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft vermitteln.

Die Organisation wurde von der Reichsarbeitsführung geleitet, und die weibliche Abteilung stand unter besonderer Aufsicht. Die Struktur war hierarchisch aufgebaut mit verschiedenen Rängen und Dienstgraden. Die Arbeitsmaiden erhielten eine minimale Vergütung, Unterkunft und Verpflegung sowie die vorgeschriebene Uniform und Ausrüstung.

Das beiliegende Originalfoto der Trägerin erhöht den historischen und dokumentarischen Wert dieses Objektes erheblich. Solche fotografischen Dokumente sind selten erhalten geblieben und bieten einen unmittelbaren visuellen Zugang zur Geschichte. Sie ermöglichen es, die abstrakte Organisationsgeschichte mit einem individuellen Schicksal zu verbinden und zeigen die realen Menschen hinter den historischen Strukturen.

Der Zustand 2 der Brosche deutet auf eine gut erhaltene Qualität hin, was bei Objekten dieser Art und aus dieser Zeit bemerkenswert ist. Die Erhaltung sowohl der Brosche mit ihrer Nadel als auch der eingeschlagenen Nummer zeugt von sorgfältiger Aufbewahrung über mehr als acht Jahrzehnte.

Aus historischer Perspektive dokumentieren solche Objekte die systematische Mobilisierung der Gesellschaft im Nationalsozialismus. Der Frauenarbeitsdienst war Teil der umfassenden Gleichschaltung und Militarisierung der deutschen Gesellschaft. Er spiegelt auch die ambivalente Rolle der Frau im NS-Staat wider: einerseits propagierte das Regime ein traditionelles Frauenbild, andererseits wurden Frauen zunehmend in den Arbeitsprozess und die Kriegswirtschaft eingebunden.

Für Sammler und Historiker sind solche personalisierten Objekte mit Trägernummer und fotografischer Dokumentation von besonderem Interesse, da sie über die reine Materialkultur hinaus individuelle Geschichten erzählen können. Sie ermöglichen potentiell genealogische Forschungen und die Rekonstruktion persönlicher Biografien im historischen Kontext.