Bronzene Adlerstatue für Flugzeugführer der Kaiserlichen Marine "Ehrenpreis für erfolgreiche Sieger im Luftkampf"

Plastische Bronzedarstellung der beiden kämpfenden Adler, wie auch auf dem Ehrenbecher abgebildet. Die 2-teilige Bronze ist montiert auf einem schwarzen 8-eckigen Holzsockel, auf der Vorderseite mit Widmungsplakette  "Dem Sieger im Luftkampf 1. Mai 1917 Ob. Leutnant z.S. Wedel", rückseitig die Plakette "Für Vernichtung eines englischen Handelsdampfers".

Gemäß der offiziellen Abschussliste von 1918 erzielte der Flugzeugführer Oberleutnant zur See Wedel gemeinsam mit seinem Beobachter Leutnant der Reserve M.A. Krüger am 1. Mai 1917 seinen ersten Abschuß eines feindlichen Flugzeuges, weiterhin einen englischen Handelsdampfer.

Gesamthöhe ca. 24,7 cm. Noch ungereinigt, die beiden montierten Adler wie üblich etwas locker, mit einer sehr schönen Patina.
Mit dem Tagesbefehl vom 3. Januar 1917 wurde der Ehrenpreis der Marineflieger gestiftet. Bis Kriegsende wurde von den deutschen Marinefliegern ca. 270 Flugzeuge abgeschossen, darüber hinaus 2 Luftschiffe, 1 Zerstörer 3 U-Boote, 4 Schnellboote und noch weitere Schiffe. Die tatsächliche Zahl der verliehenen Ehrenpreise lag aber mit Sicherheit deutlich unter 100 Stück aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel.

Die Ehrenpreise für Flugzeugführer der Kaiserliche Marine sind extrem selten, in über 35 Jahren ist dies erst das 6. Stück, welches wir anbieten können. 

Preis auf Anfrage.
435550

Bronzene Adlerstatue für Flugzeugführer der Kaiserlichen Marine "Ehrenpreis für erfolgreiche Sieger im Luftkampf"

Der Ehrenpreis für den Sieger im Luftkampf der Kaiserlichen Marine, auch bekannt als Ehrenpreis der Marineflieger, gehört zu den seltensten und begehrtesten Auszeichnungen der deutschen Militärluftfahrt des Ersten Weltkriegs. Gestiftet durch einen Tagesbefehl vom 3. Januar 1917, stellte dieser Preis die eigenständige Anerkennung der Leistungen der Marineflieger durch die Kaiserliche Marine dar – eine Würdigung, die zuvor in dieser Form nicht existiert hatte. Vor der Einführung dieses Ehrenpreises konnten erfolgreiche Marineflieger lediglich den Ehrenbecher der Armee erhalten, doch mit der wachsenden Bedeutung der Marineluftfahrt schuf die Kaiserliche Marine ihre eigene, unverwechselbare Auszeichnung.

Der Ehrenpreis nimmt die Form einer plastischen Bronzedarstellung zweier kämpfender Adler an, ein Motiv, das auch auf dem Ehrenbecher für Heeresflieger Verwendung fand. Die zweiteilige Bronzekonstruktion ist auf einem schwarzen, achteckigen Holzsockel montiert. Individuell gravierte Metallplaketten auf dem Sockel verewigen den Namen des Empfängers, das Datum der ausgezeichneten Leistung sowie den konkreten Anlass der Verleihung – sei es die Vernichtung eines feindlichen Flugzeuges, die Versenkung eines Kriegs- oder Handelsschiffes oder ein anderer dokumentierter Kampferfolg. Es handelte sich um eine nicht tragbare Auszeichnung, die nicht an der Uniform getragen, sondern als Ehrenmal aufbewahrt wurde. Die Überreichung erfolgte in einem großen, aufklappbaren Präsentationsetui.

Die Kaiserliche Marine unterhielt während des Ersten Weltkriegs eigene Luftstreitkräfte, die Marineflieger, die unabhängig vom Heeresluftwesen operierten. Diese Einheiten waren an Küstenstationen stationiert, darunter Zeebrügge, Ostende, Norderney und weitere Stützpunkte. Ihre Aufgaben umfassten die Aufklärung, den Luftkampf über der Nordsee, dem Ärmelkanal und der Ostsee sowie – von besonderer strategischer Bedeutung – Angriffe auf feindliche Schifffahrt. Bis Kriegsende erzielten die deutschen Marineflieger etwa 270 Flugzeugabschüsse sowie die Vernichtung von 2 Luftschiffen, 1 Zerstörer, 3 U-Booten, 4 Schnellbooten und weiteren Schiffen.

Das vorliegende Exemplar ist dem Oberleutnant zur See Hans Albrecht Wedel (1888–1917) gewidmet, dem Kommandeur der Torpedo-Staffel II der 1. Marine-Feldflieger-Abteilung mit Stützpunkt in Zeebrügge. Die vorderseitige Plakette lautet “Dem Sieger im Luftkampf 1. Mai 1917 Ob. Leutnant z.S. Wedel”, während die rückseitige Plakette die Inschrift “Für Vernichtung eines englischen Handelsdampfers” trägt. Gemäß der offiziellen Abschussliste von 1918 erzielte Wedel gemeinsam mit seinem Torpedooffizier Leutnant der Reserve Wulf Krüger am 1. Mai 1917 seinen ersten Abschuss eines feindlichen Flugzeuges und versenkte zudem den britischen Frachter “Gena” mit 2.784 BRT vor der Küste von Suffolk. Die Versenkung der “Gena” stellte zu jenem Zeitpunkt den größten Erfolg deutscher Torpedoflieger dar.

Wedels Staffel verzeichnete weitere bedeutende Erfolge, darunter die Versenkung der “Kankakee” (3.718 BRT) am 14. Juni 1917, des größten von deutschen Marinefliegern während des gesamten Krieges versenkten Schiffes. Hans Albrecht Wedel selbst sollte diese Erfolge jedoch nicht lange überleben: Er kam am 30. September 1917 bei einem Landeunfall in Zeebrügge ums Leben. Sein früher Tod im Alter von nur 29 Jahren unterstreicht die außerordentlichen Gefahren, denen die Marineflieger nicht nur im Luftkampf, sondern auch bei den alltäglichen Operationen ausgesetzt waren.

Als weiterer dokumentierter Empfänger des Ehrenpreises ist Flugzeug-Leutnant Hermann Becker bekannt, dessen Auszeichnung auf den 26. Juli 1918 datiert. Becker diente später in der Luftwaffe und wurde 1945 hingerichtet.

Der Verleihungszeitraum des Ehrenpreises erstreckte sich von Januar 1917 bis November 1918. Nach der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg wurden die Luftfahrteinheiten der Kaiserlichen Marine bis Ende 1920 gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrages vollständig aufgelöst. Die Kaiserliche Marine selbst wurde durch die Reichsmarine der Weimarer Republik ersetzt. Die überlebenden Ehrenpreise wurden zu historischen Artefakten. In der Zeit des Dritten Reiches schuf die Luftwaffe später eine ähnliche, wenngleich andersartige Auszeichnung, den Ehrenpokal für besondere Leistungen im Luftkrieg, der von den Ehrungen der Flieger des Ersten Weltkriegs inspiriert war.

Die extreme Seltenheit dieser Auszeichnung auf dem Sammlermarkt ist hinlänglich dokumentiert. Bedeutende Militariahändler berichten, in über 30 bis 35 Jahren Geschäftstätigkeit lediglich fünf bis sechs Exemplare angeboten zu haben. Diese Seltenheit, verbunden mit der persönlichen Zuordnung zu einem identifizierbaren und historisch bedeutsamen Empfänger wie Oberleutnant zur See Wedel, macht den vorliegenden Ehrenpreis zu einem Sammlerstück von höchstem Rang und einem einzigartigen Zeugnis der Geschichte der deutschen Marineluftfahrt im Ersten Weltkrieg.

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