Deutscher Kriegerbund Mitgliedsabzeichen mit Kreuz " Für Koenig und Vaterland " 

mit Nadel, Zustand 2.
486250
25,00

Deutscher Kriegerbund Mitgliedsabzeichen mit Kreuz " Für Koenig und Vaterland " 

Das Mitgliedsabzeichen des Deutschen Kriegerbundes mit der Inschrift “Für König und Vaterland” repräsentiert ein bedeutendes Kapitel der deutschen Veteranenorganisationen im Kaiserreich und der Weimarer Republik. Diese Abzeichen wurden an Mitglieder des Deutschen Kriegerbundes verliehen, einer der größten und einflussreichsten Veteranenvereinigungen in der deutschen Geschichte.

Der Deutsche Kriegerbund wurde im Jahr 1899 als Dachverband zahlreicher lokaler Kriegervereine gegründet. Die Ursprünge dieser Bewegung reichen jedoch bis in die Zeit nach den Befreiungskriegen gegen Napoleon (1813-1815) zurück, als die ersten Veteranenvereinigungen entstanden. Nach der Reichsgründung 1871 und den erfolgreichen Kriegen von 1864, 1866 und 1870/71 wuchs die Zahl der Kriegervereine rapide an. Bis zur Gründung des Kriegerbundes existierten bereits über 20.000 lokale Vereine mit mehr als einer Million Mitgliedern.

Das vorliegende Abzeichen trägt die patriotische Devise “Für König und Vaterland”, die tief in der preußisch-deutschen Militärtradition verwurzelt ist. Diese Losung verkörperte die Treue zum Monarchen und die Vaterlandsliebe, die als höchste Tugenden des deutschen Soldaten galten. Das Kreuz als zentrales Gestaltungselement verweist auf die christliche Prägung der deutschen Militärkultur und erinnert an das Eiserne Kreuz, die bedeutendste preußische und später deutsche Militärauszeichnung.

Die Mitgliedsabzeichen des Kriegerbundes wurden in verschiedenen Ausführungen hergestellt, abhängig von der Mitgliedschaftsdauer, besonderen Verdiensten oder regionalen Untergliederungen. Sie bestanden üblicherweise aus Metall (Buntmetall, versilbert oder vergoldet) und wurden mittels einer Nadel an der Kleidung befestigt. Die Abzeichen dienten nicht nur als Erkennungszeichen, sondern auch als sichtbarer Ausdruck der Kameradschaft und des Stolzes auf den geleisteten Militärdienst.

Der Deutsche Kriegerbund verfolgte mehrere Ziele: die Pflege des Andenkens an gefallene Kameraden, die Unterstützung von Kriegsveteranen und deren Familien, die Förderung des Wehrgedankens und die Stärkung des Nationalbewusstseins. Die Organisation war hierarchisch strukturiert und spiegelte die militärische Ordnung wider. An der Spitze stand der Bundesvorstand, der eng mit dem preußischen Kriegsministerium und später dem Reichswehrministerium zusammenarbeitete.

Während des Ersten Weltkrieges (1914-1918) spielte der Kriegerbund eine wichtige Rolle bei der Mobilisierung der Heimatfront und der Unterstützung der kämpfenden Truppen. Nach der Niederlage und dem Zusammenbruch des Kaiserreiches 1918 musste sich die Organisation neu orientieren. In der Weimarer Republik blieb der Kriegerbund bestehen, wurde jedoch zunehmend zum Sammelbecken monarchistischer und nationalistischer Kräfte. Die Mitgliederzahl erreichte in den 1920er Jahren ihren Höhepunkt mit über vier Millionen Mitgliedern.

Die politische Ausrichtung des Kriegerbundes war konservativ bis monarchistisch. Viele Mitglieder standen der demokratischen Republik skeptisch gegenüber und sehnten sich nach der vermeintlichen Ordnung und Größe des Kaiserreiches zurück. Dies machte die Organisation anfällig für nationalistische Propaganda und trug zur Destabilisierung der Weimarer Demokratie bei.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde der Deutsche Kriegerbund, wie alle anderen Veteranenorganisationen, gleichgeschaltet und schließlich 1935 in den NS-Reichskriegerbund (ab 1938 NS-Reichskriegerbund Kyffhäuser) überführt. Damit endete die eigenständige Geschichte dieser traditionsreichen Organisation.

Heute sind solche Mitgliedsabzeichen wichtige Sammlerstücke und historische Dokumente, die Einblick in die Veteranenkultur des Deutschen Kaiserreichs und der Weimarer Republik geben. Sie zeugen von einer Zeit, in der militärische Werte und Traditionen eine zentrale Rolle in der Gesellschaft spielten. Der Zustand 2 des beschriebenen Abzeichens deutet auf eine gute Erhaltung mit leichten Gebrauchsspuren hin, was bei einem über hundert Jahre alten Objekt bemerkenswert ist.