Heer - Urkundengruppe eines Unteroffz. Art. Reg. 292

Verleihungsurkunde zum Eisernen Kreuz 2. Klasse, ausgestellt am 1.12.1943, unterzeichnet vom Generalleutnant Richard John,- Ritterkreuz (20.12.1943), gelocht, Zustand 2-. Verleihungsurkunde zum Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern, ausgestellt am 8.11.1941, unterzeichnet vom Generalmajor Wilhelm Seeger,- Deutsches Kreuz in Gold (2.07.1942), gelocht, Zustand 2-/3. Verleihungsurkunde zur Ostmedaille, ausgestellt am 10.08.1942, gelocht, Zustand 2. Besitzzeugnis zum Verwundetenabzeichen in Schwarz, für seine einmalige Verwundung vom 13.08.1942, ausgestellt am 21.09.1942, leicht fleckig, gelocht Zustand 2-. 
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Heer - Urkundengruppe eines Unteroffz. Art. Reg. 292

Diese Urkundengruppe dokumentiert die militärische Laufbahn eines Unteroffiziers im Artillerie-Regiment 292 während des Zweiten Weltkriegs und bietet einen eindrucksvollen Einblick in das deutsche Auszeichnungswesen der Wehrmacht zwischen 1941 und 1943.

Das Artillerie-Regiment 292 war Teil der 292. Infanterie-Division, die im Januar 1940 aufgestellt wurde. Diese Division nahm am Frankreichfeldzug teil und wurde anschließend an die Ostfront verlegt, wo sie von 1941 bis 1945 in verschiedenen Frontabschnitten kämpfte. Die Division war insbesondere in schweren Kämpfen bei der Heeresgruppe Mitte und später bei der Heeresgruppe Nord eingesetzt.

Die chronologische Abfolge der Verleihungen beginnt mit dem Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern am 8. November 1941, unterzeichnet von Generalmajor Wilhelm Seeger. Diese Auszeichnung wurde gemäß der Stiftungsverordnung vom 18. Oktober 1939 für Verdienste im Kriege verliehen, wobei die Version mit Schwertern speziell militärische Leistungen honorierte. Die Verleihung erfolgte in der frühen Phase des Ostfeldzugs, was darauf hindeutet, dass der Unteroffizier bereits in den ersten Monaten des Russlandfeldzugs Führungsqualitäten oder besondere Fähigkeiten unter Beweis stellte.

Die Ostmedaille (auch Winterschlacht im Osten 1941/42 genannt) wurde am 10. August 1942 verliehen. Diese am 26. Mai 1942 von Hitler gestiftete Auszeichnung würdigte die Teilnahme an der ersten Winterschlacht an der Ostfront vom 15. November 1941 bis 15. April 1942. Diese Periode war geprägt von extremen Wetterbedingungen mit Temperaturen bis minus 50 Grad Celsius und stellte eine der schwersten Prüfungen für die Wehrmacht dar. Die Verleihung dieser Medaille belegt, dass der Träger diese außergewöhnlich harten Bedingungen durchgestanden hatte.

Das Verwundetenabzeichen in Schwarz für eine einmalige Verwundung am 13. August 1942 dokumentiert einen konkreten Kampfeinsatz. Das Verwundetenabzeichen wurde in drei Stufen verliehen: Schwarz für ein- bis zweimalige Verwundung, Silber für drei- bis viermalige Verwundung und Gold für fünfmalige oder besonders schwere Verwundungen. Die Verleihung erfolgte gemäß der Verordnung vom 1. September 1939 und musste durch einen Truppenarzt bestätigt werden.

Die Verleihung des Eisernen Kreuzes 2. Klasse am 1. Dezember 1943, unterzeichnet von Generalleutnant Richard John, der das Ritterkreuz am 20. Dezember 1943 erhielt, stellt den Höhepunkt dieser Urkundengruppe dar. Das Eiserne Kreuz, erneuert durch Hitler am 1. September 1939, war die wichtigste deutsche Tapferkeitsauszeichnung. Die 2. Klasse wurde für Tapferkeit vor dem Feind oder erfolgreiche militärische Führung verliehen. Richard John kommandierte zu dieser Zeit die 292. Infanterie-Division und war ein erfahrener Truppenführer, der seine Einheit durch die schweren Kämpfe des Jahres 1943 führte.

Besonders bemerkenswert ist die Erwähnung des Deutschen Kreuzes in Gold vom 2. Juli 1942 auf der Urkunde zum Eisernen Kreuz. Das Deutsche Kreuz wurde am 28. September 1941 gestiftet und füllte die Lücke zwischen dem Eisernen Kreuz 1. Klasse und dem Ritterkreuz. Es war eine der am höchsten angesehenen deutschen Auszeichnungen und wurde für wiederholte Bewährung im Kampf verliehen. Die Verleihung erfolgte nach einem strengen Punktesystem und erforderte mehrere dokumentierte Einzelleistungen.

Die Lochungen in den Urkunden deuten darauf hin, dass diese in einem Wehrpass oder einer Soldbuchmappe aufbewahrt wurden, wie es in der Wehrmacht üblich war. Der unterschiedliche Erhaltungszustand der Dokumente spiegelt ihre Verwendung unter Feldbedingungen wider.

Diese Urkundengruppe repräsentiert somit die typische Karriere eines bewährten Unteroffiziers in einer Infanteriedivision an der Ostfront: vom Beginn des Russlandfeldzugs 1941 über die Überlebung des ersten Kriegswinters, eine Verwundung im Sommer 1942 und schließlich die Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuz nach mehreren Jahren Fronteinsatz. Sie dokumentiert nicht nur individuelle Tapferkeit, sondern auch die zunehmende Intensität der Kämpfe an der Ostfront zwischen 1941 und 1943.