Diese Sammlung von Verleihungsurkunden dokumentiert die außergewöhnliche Karriere des Oberfunkmaaten Ludwig Rappold an Bord von U-552, einem der erfolgreichsten deutschen U-Boote des Zweiten Weltkriegs. Die fünf Dokumente, die zwischen Januar 1941 und Januar 1945 ausgestellt wurden, zeichnen den kontinuierlichen Frontdienst eines Funkoffiziers während der gesamten Dauer der Atlantikschlacht nach und spiegeln sowohl die frühen deutschen Erfolge als auch die zunehmend schwierigen späteren Kriegsjahre wider.
Die Dokumentensammlung beginnt mit der Verleihungsurkunde zum Eisernen Kreuz 2. Klasse vom 25. Januar 1941, unterschrieben vom Admiral der Marinestation Nordsee. Diese Auszeichnung wurde für individuelle Tapferkeitshandlungen gegenüber dem Feind oder für Handlungen über die normale Pflicht hinaus verliehen. Als Einstiegsauszeichnung für Kampfverdienste markiert sie Rappolds ersten dokumentierten Erfolg im U-Boot-Krieg, zu einer Zeit, als U-552 unter dem Kommando von Erich Topp seine anfänglichen Operationen durchführte.
Das zweite Dokument, die Verleihungs-Urkunde für das U-Boot-Kriegsabzeichen vom 28. November 1941 mit Faksimile-Unterschrift von Karl Dönitz, bestätigt Rappolds Qualifikation als vollwertiger U-Boot-Fahrer. Dieses am 13. Oktober 1939 eingeführte Abzeichen wurde für die Absolvierung von zwei oder mehr Kriegsfahrten oder für Verwundung beziehungsweise Tod im Einsatz verliehen. Das Datum fällt in die Periode nach dem 31. Oktober 1941, als U-552 die USS Reuben James versenkte – das erste im Zweiten Weltkrieg verlorene Kriegsschiff der US-Marine.
Die Verleihungsurkunde zum Eisernen Kreuz 1. Klasse vom 16. Juli 1943 trägt die Faksimile-Unterschrift von Hans-Rudolf Rösing, Kapitän zur See und ehemaliger Kommandant von U-48, der von Juli 1942 bis Herbst 1944 als FdU West (Führer der Unterseeboote West) diente. Diese höhere Stufe derselben Auszeichnung setzte typischerweise den vorherigen Besitz der 2. Klasse voraus und wurde für wiederholte außergewöhnliche Leistungen verliehen. Das Jahr 1943 markierte eine Wende in der Atlantikschlacht, als alliierte Gegenmaßnahmen die deutschen U-Boot-Operationen zunehmend erschwerten.
Das bemerkenswerteste Dokument der Sammlung ist die große Verleihungsurkunde für das Deutsche Kreuz in Gold vom 8. Mai 1944, die die originale Unterschrift von Großadmiral Karl Dönitz trägt. Diese am 28. September 1941 eingeführte Auszeichnung wurde für wiederholte außergewöhnliche Tapferkeitshandlungen oder Kampfführung verliehen und rangierte zwischen dem Eisernen Kreuz 1. Klasse und dem Ritterkreuz. Voraussetzung war der Besitz des Eisernen Kreuzes 1. Klasse. Von den etwa 25.964 verliehenen Deutschen Kreuzen in Gold während des gesamten Krieges stellt Rappolds Auszeichnung eine bedeutende Anerkennung seiner Leistungen als Oberfunkmaat dar.
Die letzte Urkunde, die Verleihungs-Urkunde für die U-Boots-Frontspange in Bronze vom 24. Januar 1945 mit Faksimile-Unterschrift von Admiral von Friedeburg, dokumentiert Rappolds anhaltenden Dienst in der letzten Kriegsphase. Diese am 15. Mai 1944 eingeführte Auszeichnung wurde auf Grundlage der Anzahl der Kriegsfahrten, des Grades der Gefährdung und der persönlichen Tapferkeit verliehen, im Allgemeinen nach etwa 90 Seetagen. Die Verleihung erfolgte auf Empfehlung der U-Boot-Kommandanten und musste von Karl Dönitz genehmigt werden.
U-552, ein U-Boot des Typs VIIC, wurde am 4. Dezember 1940 in Dienst gestellt und erhielt den Spitznamen “Roter Teufel”. Das Boot versenkte 35 alliierte Schiffe mit insgesamt 164.276 BRT während seines kontinuierlichen Dienstes bis zur Selbstversenkung am 5. Mai 1945. Es nahm an 21 Wolfsrudel-Operationen teil, wobei die erfolgreichste Periode unter dem Kommando von Erich Topp stattfand, der von Dezember 1940 bis September 1942 Kommandant war und später Admiral in der Bundesmarine wurde.
Der Rang des Oberfunkmaat entsprach einem mittleren Unteroffiziersrang und erforderte umfassende technische Kenntnisse in Funkübertragung, Morsezeichen und komplexer Kommunikationsausrüstung – entscheidend für die Koordinationstaktiken der Wolfsrudel. Die Chronologie der Auszeichnungen von 1941 bis 1945 spiegelt die gesamte Entwicklung des U-Boot-Krieges wider, von den frühen “glücklichen Zeiten” bis zur zunehmend gefährlichen Endphase des Krieges.
Nach der deutschen Kapitulation am 8. Mai 1945 und der Auflösung der Kriegsmarine wurde das Tragen von Militärauszeichnungen der NS-Zeit mit verbotenen Symbolen durch die Alliierten untersagt. U-552 wurde am 5. Mai 1945 in der Helgoländer Bucht selbstversenkt, um eine Eroberung zu verhindern. Im Jahr 1957 autorisierte die Bundesrepublik Deutschland entnazifizierte Ersatzversionen vieler Auszeichnungen, bei denen Hakenkreuze durch alternative Symbole ersetzt wurden. Solche Dokumentensammlungen wurden zu historischen Artefakten und Militaria-Sammlerstücken und dienen heute als Primärquellen für militärhistorische Forschung.