Kyffhäuserbund Konvolut von 5 Kriegsdenkmedaillen 1914-18 

ohne Band, Zustand 2.
490250
80,00

Kyffhäuserbund Konvolut von 5 Kriegsdenkmedaillen 1914-18 

Der Kyffhäuserbund war eine der bedeutendsten deutschen Veteranenorganisationen des frühen 20. Jahrhunderts, die nach dem Ersten Weltkrieg eine zentrale Rolle in der Erinnerungskultur spielte. Das vorliegende Konvolut von fünf Kriegsdenkmünzen 1914-18 repräsentiert ein typisches Beispiel der Gedenkprägungen, die von diesem Bund für seine Mitglieder herausgegeben wurden.

Der Kyffhäuserbund, offiziell als Kyffhäuserbund der Deutschen Landeskriegerverbände bezeichnet, wurde 1900 gegründet und entwickelte sich zur größten Vereinigung ehemaliger Soldaten im Deutschen Reich. Benannt nach dem legendenumwobenen Kyffhäuser-Gebirge in Thüringen, wo der Sage nach Kaiser Friedrich Barbarossa schläft, symbolisierte der Name die Verbindung von militärischer Tradition und nationaler Identität. Bis 1914 hatte der Bund bereits über 2,8 Millionen Mitglieder in mehr als 30.000 Ortsvereinen.

Die Kriegsdenkmünzen, die der Kyffhäuserbund nach dem Ersten Weltkrieg prägen ließ, dienten mehreren Zwecken. Sie waren Erinnerungsstücke für die Veteranen, Zeichen der Kameradschaft und Instrumente der Geschichtspolitik. Anders als staatliche Orden und Ehrenzeichen waren diese Medaillen private Prägungen, die ohne königliche oder kaiserliche Genehmigung verliehen werden konnten. Sie ergänzten die offiziellen Auszeichnungen und waren besonders bei denjenigen beliebt, die keine oder nur wenige staatliche Auszeichnungen erhalten hatten.

Die Jahre 1914-18 markieren den Zeitraum des Ersten Weltkriegs, der das Deutsche Reich und Europa grundlegend veränderte. Der Krieg forderte fast 2 Millionen deutsche Gefallene und Millionen Verwundete. Nach Kriegsende 1918 und dem Zusammenbruch des Kaiserreichs wurde die Erinnerung an den Krieg zu einem kontrovers diskutierten Thema. Der Kyffhäuserbund positionierte sich als Bewahrer der militärischen Tradition und als Organisation, die den Veteranen eine Stimme gab.

Die typischen Kriegsdenkmünzen des Kyffhäuserbundes zeigten verschiedene Motive: häufig das Kyffhäuser-Denkmal selbst, Eichenlaub als Symbol deutscher Stärke, Schwerter, Helme oder patriotische Inschriften. Die Jahreszahlen 1914-18 waren fast immer prominent dargestellt. Die Medaillen wurden meist aus Metallen wie Bronze, Eisen oder versilbertem Material gefertigt. Sie waren in der Regel ohne Band konzipiert, da sie als Erinnerungsstücke und nicht als tragbare Auszeichnungen gedacht waren.

Ein Konvolut von fünf solcher Medaillen könnte verschiedene Ausgaben repräsentieren: Möglicherweise Prägungen für verschiedene Kriegsjahre, für spezifische Schlachten oder Frontabschnitte, oder Jubiläumsausgaben, die in den Jahren nach dem Krieg herausgegeben wurden. Der Kyffhäuserbund gab auch regionale Varianten heraus, die von einzelnen Landesverbänden geprägt wurden.

In der Weimarer Republik (1919-1933) wuchs die Bedeutung des Kyffhäuserbundes weiter. Die Organisation wurde zu einem wichtigen Faktor in der politischen Landschaft, wobei sie zunehmend konservative und nationalistische Positionen vertrat. Die Erinnerungsmedaillen spielten eine Rolle bei der Konstruktion einer Dolchstoßlegende, wonach das deutsche Heer im Felde unbesiegt geblieben sei und nur durch innere Feinde zum Waffenstillstand gezwungen wurde.

Die Sammlung solcher Medaillen durch Veteranen und ihre Familien war weit verbreitet. Sie wurden bei Treffen der Kameradschaftsvereine getragen oder in Vitrinen ausgestellt. Für die Sammler heute bieten diese Konvolute einen Einblick in die materielle Kultur der Veteranenbewegung und die Art und Weise, wie der Erste Weltkrieg in Deutschland erinnert wurde.

Der Zustand 2 (sehr gut) dieser Medaillen deutet darauf hin, dass sie gut erhalten sind, mit nur geringen Gebrauchsspuren. Dies ist bemerkenswert für Objekte, die über ein Jahrhundert alt sind. Das Fehlen der Bänder ist typisch, da viele dieser Medaillen nie mit Bändern ausgestattet wurden oder diese im Laufe der Zeit verloren gingen.

Nach 1933 wurde der Kyffhäuserbund wie alle anderen Veteranenorganisationen in das NS-Reichskriegerbund eingegliedert und verlor seine Eigenständigkeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Organisation in Westdeutschland 1952 neu gegründet, existiert aber in deutlich veränderter Form und mit anderer Ausrichtung.