Nationalsozialistischer Deutscher Marinebund ( NSDMB ) - Goldene Ehrennadel für 25 jährige Mitgliedschaft
Die Goldene Ehrennadel für 25-jährige Mitgliedschaft des Nationalsozialistischen Deutschen Marinebundes (NSDMB) stellt ein bemerkenswertes Zeugnis der maritimen Organisationsstruktur im Dritten Reich dar. Diese Auszeichnung wurde an verdiente Mitglieder verliehen, die dem Bund ein Vierteljahrhundert lang die Treue gehalten hatten.
Der Nationalsozialistische Deutsche Marinebund entstand 1933 aus der Gleichschaltung des ursprünglichen Deutschen Marinebundes, der bereits 1891 gegründet worden war. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die Organisation nach den Prinzipien des Führerstaates umstrukturiert und in das System der NS-Massenorganisationen eingegliedert. Der NSDMB diente als Bindeglied zwischen der Kriegsmarine und der Zivilbevölkerung und sollte maritime Tradition pflegen sowie Verständnis für die Belange der Marine in der Öffentlichkeit fördern.
Die vorliegende Ehrennadel zeichnet sich durch ihre Ausführung in Gold aus, was die besondere Wertschätzung für langjährige Mitgliedschaft dokumentiert. Die rückseitige Markierung GES.GESCH. steht für “Gesetzlich Geschützt” und war eine übliche Kennzeichnung für geschützte Abzeichen und Auszeichnungen in Deutschland. Dies sollte Fälschungen vorbeugen und die Exklusivität der Auszeichnung wahren.
Das Abzeichensystem des NSDMB war gestaffelt und umfasste verschiedene Stufen der Mitgliedschaftsjubiläen. Neben der goldenen Nadel für 25 Jahre existierten auch Ausführungen für kürzere Mitgliedschaftszeiten, typischerweise in Silber für 10 Jahre und in Bronze oder anderem Material für kürzere Perioden. Die 25-jährige Mitgliedschaft war besonders bemerkenswert, da sie bedeutete, dass das betreffende Mitglied bereits seit der Zeit der Weimarer Republik oder sogar dem Kaiserreich dem Deutschen Marinebund angehört hatte und den Übergang in die NS-Zeit mitgemacht hatte.
Der NSDMB organisierte eine Vielzahl von Aktivitäten: maritime Vorträge, Kameradschaftsabende, Gedenkveranstaltungen für gefallene Seeleute und Unterstützung für Marineangehörige und deren Familien. Die Organisation verfügte über Ortgruppen in ganz Deutschland, besonders stark vertreten in den Küstenstädten und Hafenorten. Mitglieder waren sowohl aktive und ehemalige Marineangehörige als auch zivile Förderer der Marine.
Die Verleihung solcher Ehrennadeln folgte einem formellen Prozedere. Die Mitgliedsjahre mussten nachgewiesen werden, und die Verleihung erfolgte häufig im Rahmen von feierlichen Veranstaltungen oder Kameradschaftstreffen. Die Auszeichnungen wurden in der Regel vom jeweiligen Ortsgruppen- oder Gauführer übergeben und mit einem entsprechenden Dokument bestätigt.
Aus numismatischer und militärhistorischer Sicht sind solche Ehrennadeln heute wichtige Zeitdokumente. Sie bezeugen nicht nur die Organisationsstruktur des Dritten Reiches, sondern auch die Kontinuität maritimer Traditionsverbände über verschiedene politische Systeme hinweg. Der Zustand dieser spezifischen Nadel wird mit 2/2+ angegeben, was auf eine gut erhaltene Ausführung mit nur geringen Gebrauchsspuren hinweist.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurde der NSDMB zusammen mit allen anderen NS-Organisationen aufgelöst. Die Abzeichen und Auszeichnungen wurden Teil der historischen Überlieferung und sind heute Gegenstand sammlerischen und wissenschaftlichen Interesses. Sie dienen der historischen Forschung als materielle Quellen für das Verständnis der Organisationsstrukturen und Ehrungssysteme der NS-Zeit.
Die handwerkliche Ausführung solcher Nadeln erfolgte durch verschiedene autorisierte Hersteller, die oft keine individuellen Herstellermarken anbrachten. Die Qualität variierte je nach Produktionszeit und Hersteller, wobei frühere Ausführungen häufig eine höhere handwerkliche Qualität aufwiesen als spätere Kriegsproduktionen.