Vorläufiges Besitzzeugnis zum Spanienkreuz in Bronze

gerichtet an einen Unteroffizier, datiert den 31. Mai 1939, Stempel: Oberkommando der Wehrmacht Sonderstab 19. Anbei ein Trägerfoto vom Unteroffizier im Format: 5,7 x 8,9 cm. 
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Vorläufiges Besitzzeugnis zum Spanienkreuz in Bronze

Das Vorläufige Besitzzeugnis zum Spanienkreuz in Bronze ist ein bemerkenswertes Zeitdokument aus der unmittelbaren Nachkriegsphase des Spanischen Bürgerkriegs. Dieses provisorische Zertifikat, ausgestellt am 31. Mai 1939 an einen ungenannten Unteroffizier der Wehrmacht, trägt den Stempel des Oberkommando der Wehrmacht Sonderstab. Als temporäres Dokument erlaubte es dem Empfänger das Tragen der Auszeichnung, bevor die formelle Besitzurkunde mit Adolf Hitlers faksimilierter Unterschrift ausgehändigt werden konnte.

Das Spanienkreuz wurde am 14. April 1939 durch Adolf Hitler per offizieller Verordnung gestiftet. Diese Auszeichnung würdigte deutsches Militärpersonal, das mit der Legion Condor und anderen deutschen Einheiten die nationalistische Fraktion unter General Francisco Franco während des Spanischen Bürgerkriegs unterstützt hatte. Der Konflikt dauerte von Juli 1936 bis März 1939 und diente als Erprobungsfeld für neue Waffen und Taktiken, die später im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kommen sollten, einschließlich strategischer Bombenangriffe.

Die Legion Condor bestand offiziell aus Freiwilligen der Luftwaffe und Wehrmacht, unterstand jedoch direkt deutschem Militärkommando. Ungefähr 19.000 deutsche Soldaten dienten in Spanien. Wegen des halboffiziellen Status der deutschen Beteiligung wurden während des Krieges selbst keine Auszeichnungen gestiftet – das Spanienkreuz wurde erst nach der Rückkehr der Legion Condor nach Deutschland im Jahr 1939 geschaffen.

Das Spanienkreuz in Bronze konnte sowohl mit als auch ohne Schwerter verliehen werden. Die Version ohne Schwerter wurde an Kurierpiloten, an Wehrmachtsangehörige, die mindestens drei Monate mit der Legion Condor in Spanien oder auf Kriegsmarineschiffen in spanischen Gewässern dienten, sowie an deutsche zivile Freiwillige der Legion Condor und verwandter offizieller deutscher Stellen verliehen. Die Version mit Schwertern wurde an Kampfteilnehmer vergeben, die während des Spanischen Bürgerkriegs militärische Aktionen zur Unterstützung der nationalistischen Streitkräfte durchgeführt hatten. Die Mindestanforderung bestand in drei Monaten Dienst in der Kampfzone oder der Teilnahme an entscheidenden Schlachten.

Insgesamt wurden 26.116 Spanienkreuze aller Stufen verliehen. Die Aufschlüsselung zeigt: Bronze ohne Schwerter: 7.869; Bronze mit Schwertern: 8.462; Silber ohne Schwerter: 327; Silber mit Schwertern: 8.304; Gold mit Schwertern: 1.126; Gold mit Schwertern und Brillanten: 28; sowie 315 Versionen für Hinterbliebene.

Das Datum dieses Zertifikats, der 31. Mai 1939, fällt mit der Zeremonie in Hamburg zusammen, bei der Reichsmarschall Hermann Göring das Spanienkreuz in Gold mit Brillanten an 28 Empfänger überreichte. Die Auszeichnungen wurden mit erheblichem Aufwand präsentiert, einschließlich einer Siegesparade durch Berlin am 6. Juni 1939.

Provisorische Besitzzeugnisse gelten unter Sammlern als besonders selten und wertvoll, da sie als temporäre Dokumente oft nach Erhalt der formellen Urkunde entsorgt wurden. Das System der vorläufigen Zeugnisse wurde im gesamten Dritten Reich für verschiedene Auszeichnungen verwendet und blieb nach April 1943 die einzige offizielle Dokumentation für einige hohe Auszeichnungen, als die Produktion aufwendiger formeller Urkunden unpraktisch wurde.

Dem vorliegenden Dokument liegt ein Trägerfoto des Unteroffiziers in Uniform bei, im Format 5,7 x 8,9 cm, das die persönliche Verbindung zwischen Auszeichnung und Empfänger dokumentiert. Nach 1945 gehört das Spanienkreuz zu den nationalsozialistischen Auszeichnungen, deren Zurschaustellung in Deutschland nach dem Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 in jeder Form verboten ist.