Ehrenliste der Deutschen Luftwaffe - Ausgabe vom 07.September 1942 Verleihungen DK in Gold

DinA4 Doppelblatt im gebrauchten Zustand. gelochtes Exemplar
410551
70,00

Ehrenliste der Deutschen Luftwaffe - Ausgabe vom 07.September 1942 Verleihungen DK in Gold

Die Ehrenliste der Deutschen Luftwaffe vom 7. September 1942 stellt ein bedeutendes zeithistorisches Dokument dar, das die Verleihung des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten (umgangssprachlich als DK in Gold oder Diamanten bezeichnet) dokumentiert. Diese offiziellen Ehrenlisten wurden während des Zweiten Weltkriegs vom Oberkommando der Wehrmacht herausgegeben und dienten der öffentlichen Bekanntmachung militärischer Auszeichnungen.

Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes wurde am 1. September 1939 durch Adolf Hitler als höchste Auszeichnung der Wehrmacht gestiftet. Die Stufung umfasste das einfache Ritterkreuz, das Ritterkreuz mit Eichenlaub, mit Eichenlaub und Schwertern sowie die höchste Stufe mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten. Letztere wurde erstmals am 15. Juli 1941 verliehen und blieb während des gesamten Krieges eine außerordentlich seltene Auszeichnung.

Bis September 1942 waren nur wenige Träger dieser höchsten Stufe ernannt worden. Die erste Verleihung erfolgte an Werner Mölders, den legendären Jagdflieger der Luftwaffe, am 15. Juli 1941. Die zweite ging posthum an Mölders nach seinem Unfalltod im November 1941. Adolf Galland erhielt die Auszeichnung am 28. Januar 1942 als dritter lebender Träger. Die Ehrenliste vom 7. September 1942 dokumentiert höchstwahrscheinlich die Verleihung an Gordon Gollob, der als vierter Offizier und zweiter nach Galland diese Auszeichnung lebend erhielt.

Die Ehrenlisten wurden im DIN A4-Format als Doppelblatt gedruckt und dienten mehreren Zwecken: Sie waren offizielle Verlautbarungen für militärische Dienststellen, Propagandamaterial für die Öffentlichkeit und historische Dokumentation der Ordensverleihungen. Die Lochung deutet darauf hin, dass dieses Exemplar in einem Ordner oder einer Sammlung aufbewahrt wurde, was für militärische Archive oder Dienststellen typisch war.

Der Aufbau solcher Ehrenlisten folgte einem standardisierten Format: Sie enthielten die genaue Bezeichnung der Auszeichnung, den Namen des Beliehenen, seinen Dienstgrad, seine Funktion sowie eine kurze Begründung der Verleihung. Bei Luftwaffenoffizieren wurden häufig die Anzahl der Luftsiege, erfolgreiche Einsätze oder besondere Führungsleistungen genannt.

Die Verleihung der Brillanten war an außergewöhnliche militärische Leistungen gebunden. Bei Jagdfliegern waren in der Regel weit über 100 bestätigte Luftsiege erforderlich, verbunden mit herausragender Führungsfähigkeit und strategischer Bedeutung. Die geringe Anzahl der Verleihungen unterstreicht den exklusiven Charakter dieser Auszeichnung.

Das Dokument stammt aus einer Zeit, in der die deutsche Kriegsführung noch von Erfolgen geprägt schien, insbesondere an der Ostfront. September 1942 markiert einen Zeitpunkt kurz vor der Wende des Krieges bei Stalingrad. Die Luftwaffe spielte zu diesem Zeitpunkt noch eine zentrale Rolle in der deutschen Kriegsstrategie, auch wenn sich bereits erste Anzeichen der zunehmenden alliierten Luftüberlegenheit abzeichneten.

Solche Dokumente wurden in mehrfacher Ausfertigung gedruckt und an verschiedene Stellen verteilt: an die Truppenteile zur Bekanntgabe, an Propagandakompanien, an Archive und manchmal an die Beliehenen selbst oder ihre Familienangehörigen. Der “gebrauchte Zustand” des vorliegenden Exemplars zeugt von seiner tatsächlichen Verwendung in der militärischen Verwaltung.

Aus heutiger historischer Perspektive sind diese Ehrenlisten wichtige Primärquellen für die Militärgeschichtsforschung. Sie ermöglichen die präzise Datierung von Ordensverleihungen, dokumentieren die Propaganda- und Anerkennungspraktiken des NS-Regimes und liefern biografische Informationen über Militärangehörige. Gleichzeitig müssen sie kritisch im Kontext des totalitären Systems und des Vernichtungskrieges betrachtet werden, dem die Wehrmacht diente.

Die Sammlung und Bewahrung solcher Dokumente ist für die historische Forschung von Bedeutung, da sie authentische zeitgenössische Quellen darstellen. Sie helfen, militärische Biografien zu rekonstruieren, Propagandamechanismen zu verstehen und die Ordenshierarchie der Wehrmacht zu dokumentieren. Als gedruckte Verwaltungsdokumente sind sie heute deutlich seltener als Fotografien oder persönliche Dokumente aus der Zeit.