Elastolin - Heer Pauker marschierend

7,5 cm, Zustand 2.
406551
25,00

Elastolin - Heer Pauker marschierend

Die Elastolin-Figur eines marschierenden Heeres-Paukers repräsentiert ein faszinierendes Zeugnis der deutschen Spielzeugherstellung des 20. Jahrhunderts und dokumentiert zugleich die militärische Tradition der Heeresmusikkorps. Mit einer Größe von 7,5 cm gehört diese Figur zur klassischen Standardgröße der Elastolin-Produktlinie, die von der O. & M. Hausser Firma in Ludwigsburg hergestellt wurde.

Die Firma Hausser und Elastolin: Die Ursprünge der Elastolin-Figuren reichen zurück bis in das Jahr 1904, als Otto Hausser das revolutionäre Material entwickelte, das der Produktlinie ihren Namen gab. Elastolin bestand aus einer Mischung aus Kasein, Kreide, Glycerin, Leinöl und anderen Komponenten, die über einen Metallkern (meist aus Draht) modelliert wurde. Dieses Material war weitaus bruchsicherer als das damals übliche Blei oder Zinn und erlaubte zudem feinere Details. Die Firma etablierte sich schnell als führender Hersteller von Spielzeugsoldaten und militärischen Miniaturen in Deutschland.

Der Pauker in der Militärtradition: Der Pauker (Trommler) hatte in der preußischen und später deutschen Militärtradition eine zentrale Bedeutung. Seit dem 18. Jahrhundert waren Pauker und Trommler nicht nur für die musikalische Untermalung bei Paraden zuständig, sondern erfüllten im Gefecht wichtige Signalfunktionen. Die Heerestrompete und die Trommel dienten zur Übermittlung von Befehlen auf dem Schlachtfeld, wo akustische Signale oft die einzige Möglichkeit der Kommunikation darstellten. In der Heeresdienstvorschrift (H.Dv.) waren die verschiedenen Signale und Märsche genau festgelegt.

Uniformierung und Darstellung: Elastolin-Figuren der Wehrmacht-Ära zeichneten sich durch ihre detailgetreue Wiedergabe der Uniformen aus. Musiker des Heeres trugen typischerweise die Standard-Felduniform in Feldgrau, allerdings oft mit besonderen Kennzeichnungen. Traditionell waren Musiker durch Schwalbennester (Flügelabzeichen auf den Schultern) gekennzeichnet, eine Tradition, die bis in die napoleonische Zeit zurückreichte. Die Pauke selbst wurde meist vor dem Körper getragen und mit Schlägeln gespielt.

Produktion und Zeiteinordnung: Die Produktion von militärischen Elastolin-Figuren erlebte ihren Höhepunkt in den 1930er und frühen 1940er Jahren. Die Figuren wurden in verschiedenen Serien hergestellt, die unterschiedliche Truppengattungen, Epochen und Situationen darstellten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion von Militärfiguren zunächst eingestellt, später aber mit veränderten, oft historischen Themen wieder aufgenommen. Die Firma Hausser stellte die Produktion von Elastolin-Figuren schließlich 1983 ein.

Sammlerwert und Erhaltungszustand: Der angegebene Zustand 2 in der Sammlerskala (die üblicherweise von 1 bis 6 reicht, wobei 1 der beste Zustand ist) deutet auf eine Figur in sehr gutem Erhaltungszustand hin, möglicherweise mit minimalen Gebrauchsspuren. Elastolin-Figuren sind heute begehrte Sammlerobjekte, wobei der Wert von Faktoren wie Seltenheit, Erhaltungszustand, Vollständigkeit der Bemalung und historischer Bedeutung abhängt.

Kulturhistorische Bedeutung: Diese Spielzeugfiguren dokumentieren nicht nur die Geschichte der Spielzeugherstellung, sondern auch die Militärgeschichte und die gesellschaftliche Wahrnehmung des Militärs in Deutschland. Sie spiegeln die Ästhetik und das Selbstverständnis der jeweiligen Epoche wider und sind damit wichtige Quellen für die Kultur- und Mentalitätsgeschichte. Die detaillierte Darstellung von Musikern zeigt die Wertschätzung, die militärischen Traditionen und der zeremoniellen Seite des Militärwesens beigemessen wurde.