Königreich Bayern Paar Ärmelaufschläge für den Waffenrock 6. Chevaulegers-Regiment

um 1910. Zustand 2.
469751
120,00

Königreich Bayern Paar Ärmelaufschläge für den Waffenrock 6. Chevaulegers-Regiment

Die vorliegenden Ärmelaufschläge für den Waffenrock des 6. Chevaulegers-Regiments des Königreichs Bayern aus der Zeit um 1910 repräsentieren ein bedeutendes Beispiel der bayerischen Militäruniformierung in der Spätphase des Deutschen Kaiserreichs. Diese Uniformbestandteile gewähren einen faszinierenden Einblick in die detailreiche Welt der militärischen Distinktionen und Regimentsidentität der königlich-bayerischen Armee.

Das 6. Chevaulegers-Regiment “Prinz Albrecht von Preußen” gehörte zu den traditionellen leichten Kavallerieeinheiten Bayerns. Die Chevaulegers, deren Bezeichnung vom französischen “cheval léger” (leichtes Pferd) stammte, bildeten seit dem 18. Jahrhundert einen wesentlichen Bestandteil der bayerischen Kavallerie. Das 6. Regiment war in Amberg in der Oberpfalz stationiert und trug seit 1901 den Ehrennamen des preußischen Prinzen Albrecht.

Der Waffenrock stellte das Hauptuniformstück der bayerischen Kavallerie dar und wurde bei Paraden, Inspektionen und besonderen Anlässen getragen. Im Gegensatz zum feldgrauen Feldrock, der für den Felddienst vorgesehen war, zeichnete sich der Waffenrock durch seine farbenprächtigen Distinktionen und regimentsspezifischen Besonderheiten aus. Die Ärmelaufschläge waren dabei ein wesentliches Element der Uniformgestaltung.

Die bayerischen Chevaulegers trugen dunkelgrüne Waffenröcke mit regimentsspezifischen Aufschlägen und Besätzen. Die Ärmelaufschläge dienten nicht nur der Dekoration, sondern ermöglichten auch die schnelle Identifikation der Regimentszugehörigkeit. Die Uniformierungsvorschriften des Königreichs Bayern legten die genauen Spezifikationen für Form, Farbe und Ausführung dieser Distinktionen fest.

Um 1910 befand sich die bayerische Armee in einer Übergangsphase zwischen traditioneller repräsentativer Uniformierung und den praktischen Anforderungen moderner Kriegführung. Die Uniformreform von 1910 brachte zwar Veränderungen, bewahrte aber gleichzeitig viele traditionelle Elemente, die die jahrhundertealte Militärtradition Bayerns widerspiegelten. Die Waffenröcke mit ihren aufwendigen Distinktionen blieben als Paradeuniformen erhalten, während für den Felddienst zunehmend praktischere Uniformstücke eingeführt wurden.

Die Herstellung solcher Ärmelaufschläge erforderte erhebliches handwerkliches Geschick. Sie wurden typischerweise aus hochwertigem Tuch gefertigt und mit Litzen, Tressen oder Knöpfen verziert. Die Regimentsfarben und spezifischen Distinktionen waren in den Adjustierungsvorschriften genau festgelegt. Jedes bayerische Kavallerieregiment hatte seine eigenen Farben und Abzeichen, die eine lange Tradition besaßen und oft auf historische Ereignisse oder Beziehungen zum bayerischen Königshaus zurückgingen.

Das 6. Chevaulegers-Regiment blickte auf eine ruhmreiche Geschichte zurück, die bis ins 18. Jahrhundert reichte. Es nahm an zahlreichen Feldzügen teil, darunter die Napoleonischen Kriege, die Kriege von 1866 und 1870/71. Diese Traditionen wurden durch die Uniformierung sichtbar gemacht und von Generation zu Generation weitergegeben.

Der Zustand dieser Ärmelaufschläge (Zustand 2) deutet auf gut erhaltene Stücke hin, die die Zeit überdauert haben. Solche Uniformteile wurden oft sorgfältig aufbewahrt, da sie nicht nur militärische Ausrüstung, sondern auch Symbole persönlichen Stolzes und militärischer Ehre darstellten. Offiziere und Mannschaften pflegten ihre Paradeuniformen mit großer Sorgfalt.

Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 verschwanden die farbenprächtigen Waffenröcke rasch von den Schlachtfeldern. Die moderne Kriegführung mit ihren weitreichenden Waffen machte unauffällige, feldgraue Uniformen zur Notwendigkeit. Die traditionellen Uniformstücke wurden nur noch im Hinterland und bei repräsentativen Anlässen getragen. Nach der Revolution von 1918 und dem Ende der Monarchie verloren diese Uniformteile ihre offizielle Funktion, blieben aber als historische Zeugnisse einer untergegangenen Epoche erhalten.

Heute sind solche Ärmelaufschläge wichtige militärhistorische Sammlerstücke, die uns die Uniformkultur und militärische Ästhetik des Kaiserreichs vergegenwärtigen. Sie dokumentieren die Liebe zum Detail und den Wert, den man der visuellen Repräsentation militärischer Traditionen beimaß. Für Sammler und Historiker bieten sie wertvolle Einblicke in die Materialkultur, Herstellungstechniken und die symbolische Bedeutung militärischer Distinktionen im frühen 20. Jahrhundert.

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