NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Geländeprüfungsfahrt Durch Harburgs Berge NSKK Motorgruppe Nordsee 12. Juni 1938 Stade u. Lüneburg "

Feinzink, teilweise emailliert und lackiert, 76 x 95 mm, mit 2 Bohrungen, Zustand 2.
476151
240,00

NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Geländeprüfungsfahrt Durch Harburgs Berge NSKK Motorgruppe Nordsee 12. Juni 1938 Stade u. Lüneburg "

Die vorliegende NSKK-Teilnehmerplakette dokumentiert eine Geländeprüfungsfahrt durch Harburgs Berge, die am 12. Juni 1938 von der NSKK-Motorgruppe Nordsee organisiert wurde. Dieses aus Feinzink gefertigte, teilweise emaillierte und lackierte Erinnerungsstück mit den Maßen 76 x 95 mm repräsentiert einen wichtigen Aspekt der nationalsozialistischen Motorsportkultur in der Vorkriegszeit.

Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) wurde 1931 als motorisierte Formation der NSDAP gegründet und entwickelte sich nach der Machtübernahme 1933 zu einer bedeutenden paramilitärischen Organisation. Unter der Leitung des NSKK-Korpsführers Adolf Hühnlein wuchs das Korps bis 1938 auf etwa 500.000 Mitglieder an. Die Hauptaufgaben des NSKK umfassten die vormilitärische Ausbildung im Kraftfahrwesen, die Förderung des Motorsports und die Verbreitung des “motorisierten Gedankens” in der deutschen Bevölkerung.

Die organisatorische Gliederung des NSKK erfolgte nach geografischen Gesichtspunkten in verschiedene Motorgruppen. Die Motorgruppe Nordsee, zu der die Standorte Stade und Lüneburg gehörten, umfasste den norddeutschen Küstenraum und hatte ihren Schwerpunkt in der Ausbildung und Organisation motorsportlicher Veranstaltungen. Die Region um Harburg, südlich von Hamburg gelegen, bot mit ihren hügeligen Erhebungen ein ideales Gelände für anspruchsvolle Prüfungsfahrten.

Geländeprüfungsfahrten waren ein zentrales Element der NSKK-Ausbildung und dienten mehreren Zwecken: Sie sollten die fahrerischen Fähigkeiten der Teilnehmer unter schwierigen Bedingungen testen, die Zuverlässigkeit von Fahrzeugen demonstrieren und gleichzeitig als Propagandaveranstaltungen das NSKK in der Öffentlichkeit präsentieren. Diese Fahrten waren keine Rennen im klassischen Sinne, sondern Zuverlässigkeits- und Geschicklichkeitsprüfungen, bei denen festgelegte Strecken innerhalb bestimmter Zeitvorgaben zu bewältigen waren.

Im Jahr 1938, als diese Veranstaltung stattfand, befand sich das Deutsche Reich in einer Phase intensiver Aufrüstung und Vorbereitung auf den kommenden Krieg. Das NSKK spielte dabei eine wichtige Rolle in der Ausbildung von Kraftfahrern für die Wehrmacht. Die Geländeprüfungsfahrten dienten nicht nur dem Sport, sondern auch der praktischen Vorbereitung auf militärische Einsätze unter schwierigen Geländebedingungen.

Die vorliegende Plakette ist als nichttragbare Teilnehmerplakette konzipiert, was bedeutet, dass sie nicht an der Uniform getragen werden sollte, sondern als Erinnerungsstück zur Aufbewahrung gedacht war. Die beiden Bohrungen deuten darauf hin, dass sie zur Befestigung an einer Wand oder in einem Sammlungsrahmen vorgesehen war. Die Verwendung von Feinzink als Material war in dieser Zeit üblich und wirtschaftlich, während die teilweise Emaillierung und Lackierung der Plakette einen gewissen repräsentativen Charakter verlieh.

Die Gestaltung solcher Plaketten folgte typischerweise den Richtlinien der nationalsozialistischen Symbolik und Ästhetik. Sie enthielten üblicherweise NSKK-Symbole, Ortsangaben, Datumsangaben und häufig auch stilisierte Darstellungen von Fahrzeugen oder Landschaften. Die detaillierte Beschriftung mit Veranstaltungsort, organisierender Einheit und Datum macht diese Plakette zu einem präzise datierbaren historischen Dokument.

Die Standorte Stade und Lüneburg waren wichtige NSKK-Stützpunkte in Niedersachsen. Stade, als Hansestadt mit langer Tradition, und Lüneburg, bekannt für seine historische Altstadt, bildeten wichtige Zentren der NSKK-Aktivitäten in Nordniedersachsen. Die Harburger Berge, eine bis zu 155 Meter hohe Hügellandschaft südlich von Hamburg, boten mit ihren bewaldeten Hängen und verschlungenen Wegen ideale Bedingungen für anspruchsvolle Geländefahrten.

Aus sammlerischer und historischer Perspektive stellen solche Teilnehmerplaketten wichtige Quellen dar. Sie dokumentieren lokale NSKK-Aktivitäten, zeigen die geografische Verbreitung der Organisation und geben Einblick in die Alltagspraxis paramilitärischer Formationen im Dritten Reich. Der angegebene Zustand 2 nach dem üblichen Sammlerbewertungssystem deutet auf ein sehr gut erhaltenes Exemplar hin, bei dem möglicherweise nur leichte Gebrauchsspuren vorhanden sind.

Heute sind solche Objekte Teil der historischen Aufarbeitung der NS-Zeit und werden in Museen, Archiven und privaten Sammlungen als Zeugnisse dieser Epoche bewahrt. Sie dienen der wissenschaftlichen Forschung und der historischen Bildung, um die Strukturen und Aktivitäten des NS-Regimes zu dokumentieren und zu verstehen.