Nationalsozialistische Betriebszellen-Organisation ( NSBO )

Mitgliedsabzeichen 3. Form, an langer Nadel, Hersteller "ges. geschützt", Zustand 2.
494951
€ 30,00

Nationalsozialistische Betriebszellen-Organisation ( NSBO )

Das Mitgliedsabzeichen der Nationalsozialistischen Betriebszellen-Organisation (NSBO) stellt ein bedeutendes Zeugnis der nationalsozialistischen Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik und im Dritten Reich dar. Die NSBO wurde im Januar 1931 als nationalsozialistische Gewerkschaftsorganisation gegründet und entwickelte sich zu einem wichtigen Instrument der NSDAP zur Durchdringung der deutschen Arbeiterschaft.

Die NSBO entstand aus der Erkenntnis der NSDAP-Führung, dass die Partei in den Betrieben und unter den Industriearbeitern nur unzureichend vertreten war. Unter der Leitung von Reinhold Muchow und später Walter Schuhmann sollte die Organisation die traditionell sozialdemokratisch und kommunistisch orientierten Arbeiter für die nationalsozialistische Bewegung gewinnen. Bis zur Machtübernahme 1933 wuchs die Mitgliederzahl auf etwa 300.000 bis 400.000 an.

Das hier beschriebene Abzeichen in der 3. Form repräsentiert eine der späteren Ausführungen des NSBO-Mitgliedszeichens. Die Organisation verwendete verschiedene Abzeichenformen, die sich in Details und Herstellungsweise unterschieden. Das Abzeichen zeigt typischerweise das charakteristische NSBO-Emblem mit Zahnrad und Hakenkreuz, Symbole, die die Verbindung von Arbeiterschaft und nationalsozialistischer Ideologie darstellen sollten.

Die Kennzeichnung “ges. geschützt” (gesetzlich geschützt) auf der Rückseite war eine übliche Praxis bei offiziellen NS-Abzeichen und sollte deren Authentizität garantieren sowie die Herstellung von Fälschungen unterbinden. Die lange Nadel zur Befestigung war charakteristisch für Ansteckabzeichen dieser Zeit und ermöglichte das Tragen an der Kleidung, insbesondere am Revers.

Nach der Machtübernahme 1933 spielte die NSBO eine zentrale Rolle bei der Gleichschaltung der deutschen Gewerkschaften. Am 2. Mai 1933 wurden die freien Gewerkschaften zerschlagen, ihre Funktionäre verhaftet und ihr Vermögen beschlagnahmt. Die NSBO-Mitglieder waren an diesen Aktionen maßgeblich beteiligt. Allerdings währte die Bedeutung der Organisation nicht lange.

Mit der Gründung der Deutschen Arbeitsfront (DAF) am 10. Mai 1933 unter Robert Ley verlor die NSBO zunehmend an Eigenständigkeit. Die DAF wurde zur Einheitsorganisation aller “schaffenden Deutschen” und umfasste sowohl Arbeiter als auch Unternehmer. Die NSBO wurde formal in die DAF eingegliedert und existierte nur noch als Unterorganisation. Ihre ursprünglichen gewerkschaftlichen Ambitionen, die teilweise noch sozialrevolutionäre Tendenzen aufwiesen, wurden von der Parteiführung als störend empfunden und systematisch unterdrückt.

Bis 1935 war die NSBO weitgehend bedeutungslos geworden, auch wenn sie formal weiterbestand. Ihre Mitgliedsabzeichen wurden jedoch weiterhin getragen, insbesondere von “alten Kämpfern”, die bereits vor 1933 der Organisation angehört hatten. Diese Abzeichen besaßen einen gewissen Prestigewert als Zeichen der frühen Zugehörigkeit zur nationalsozialistischen Bewegung.

Die verschiedenen Formen der NSBO-Abzeichen wurden von unterschiedlichen Herstellern produziert, oft kleineren Metallwarenbetrieben und spezialisierten Abzeichenfabriken. Die Qualität und Ausführung variierte entsprechend. Das beschriebene Exemplar in Zustand 2 weist auf eine gut erhaltene Originale hin mit möglicherweise leichten Gebrauchsspuren.

Aus historischer Perspektive dokumentieren diese Abzeichen die Organisationsstruktur und die Mitgliedschaftssysteme des NS-Regimes. Sie zeigen, wie die Nationalsozialisten versuchten, alle gesellschaftlichen Bereiche zu durchdringen und zu kontrollieren. Die NSBO war Teil eines umfassenden Systems von NS-Organisationen, die das gesamte öffentliche und private Leben erfassen sollten.

Heute sind solche Abzeichen wichtige Studienobjekte für Historiker und befinden sich in Museumssammlungen sowie privaten Militaria-Sammlungen. Sie dienen der Erforschung und Dokumentation der NS-Zeit und helfen, die Mechanismen totalitärer Herrschaft zu verstehen. Der Umgang mit solchen Objekten erfordert stets eine kritische historische Einordnung und die Beachtung der jeweiligen nationalen Gesetze bezüglich NS-Symbolen.