Oldenburg Paar Epauletten für einen Leutnant im Dragoner-Regiment Nr. 19

um 1914. Sehr schöne Ausführung mit schwerem vergoldetem Namenszug "A" auf silbernem Feld, schwarze Samtunterlage. Leicht getragen, Zustand 2. Nur ganz selten zu finden !
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1.200,00

Oldenburg Paar Epauletten für einen Leutnant im Dragoner-Regiment Nr. 19

Diese prächtigen Epauletten repräsentieren die militärische Tradition des Großherzogtums Oldenburg in seiner letzten Phase vor dem Ende der Monarchie. Sie wurden um 1914 für die Paradeuniform eines Leutnants im Oldenburgischen Dragoner-Regiment Nr. 19 gefertigt, dem einzigen Kavallerieregiment dieses norddeutschen Kleinstaates.

Das Dragoner-Regiment Nr. 19 wurde am 26. April 1849 von Großherzog Paul Friedrich August von Oldenburg als Großherzoglich Oldenburgisches Reiter-Regiment gegründet, mitten in der revolutionären Umbruchszeit Deutschlands. Nach der militärischen Konvention vom 15. Juli 1867 wurde das Regiment am 1. Oktober 1867 als Dragoner-Regiment Nr. 19 in die preußische Armee eingegliedert und diente fortan im X. Armeekorps (Hannover). Trotz dieser Integration behielt das Regiment seinen oldenburgischen Charakter und seine besonderen Abzeichen.

Die Garnison des Regiments befand sich ab 1859 in der Kavallerie-Kaserne in Osternburg bei Oldenburg, während ab 1869 zwei Schwadronen in Cloppenburg stationiert waren. Das Regiment expandierte von ursprünglich drei Schwadronen bei seiner Gründung auf fünf Schwadronen im Jahr 1869, was seinen wachsenden militärischen Stellenwert widerspiegelte.

Das vergoldete Monogramm "A" auf diesen Epauletten steht für August, den Vornamen des Großherzogs Friedrich August II. von Oldenburg, der von 1900 bis 1918 regierte und als Regimentschef des Dragoner-Regiments Nr. 19 fungierte. Diese persönliche Verbindung zwischen dem Landesherrn und seinem Regiment war typisch für die deutschen Fürstenstaaten und manifestierte sich in den Uniformabzeichen der Offiziere. Die schwere vergoldete Ausführung auf silbernem Feld mit schwarzer Samtunterlage zeigt die aufwendige Fertigung, die für Offiziersepauletten charakteristisch war.

Die schwarze Farbe der Epaulettenfelder war die spezifische Abzeichenfarbe des Dragoner-Regiments Nr. 19 und unterschied es von anderen preußischen Kavallerieregimentern. Offiziere trugen solche Epauletten nur zu zeremoniellen Anlässen auf der Paradeuniform, während für den täglichen Dienst nach 1910 Schulterstücke üblich wurden.

Das Regiment nahm an bedeutenden Feldzügen der preußisch-deutschen Geschichte teil. Im Deutsch-Österreichischen Krieg 1866 und im Deutsch-Französischen Krieg 1870-71 bewährte es sich, besonders in der Kavallerieschlacht bei Mars la Tour am 16. August 1870. Als am 2. August 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, wurde das Regiment mobilisiert und kämpfte sowohl an der West- als auch an der Ostfront. Großherzog Friedrich August II. kommandierte sein Regiment zeitweise persönlich während des Krieges.

Mit dem Zusammenbruch der Monarchie 1918 und der Abdankung Großherzog Friedrich Augusts am 11. November 1918 endete die Ära des Regiments. Es wurde 1919 aufgelöst, wobei kurzzeitig eine Freiwilligen-Schwadron für Sicherheitsaufgaben in Emden und Braunschweig erhalten blieb, bevor sie dem Reichswehr-Infanterie-Regiment 110 angegliedert wurde. Die Tradition des Regiments wurde während der Weimarer Republik von der 5. Schwadron (A-Eskadron) des Reiter-Regiments Nr. 15 in Paderborn weitergeführt.

Am 24. April 1921 wurde in Osternburg ein Denkmal für die Gefallenen des Regiments eingeweiht, das heute noch existiert. An der Zeremonie nahmen hochrangige ehemalige Offiziere teil, darunter General der Kavallerie von Unger, Generalleutnant Karl von Alten und Oberstleutnant Adolph von der Wense, der 1922 die Regimentsgeschichte des Ersten Weltkriegs verfasste. Die ehemalige Kavallerie-Kaserne in Osternburg wurde später von Reichswehr, Wehrmacht und Bundeswehr genutzt, bis sie 1980 abgerissen wurde.

Diese Epauletten sind heute selten zu findende Zeugnisse der oldenburgischen Militärgeschichte und repräsentieren die Pracht der kaiserlichen Armee vor ihrem Untergang im Ersten Weltkrieg. Sie verkörpern die persönliche Bindung zwischen Landesherrn und Regiment sowie die Stellung eines Leutnants in einer der traditionsreichsten Kavallerieeinheiten Norddeutschlands.